
In Erle ist es seit Jahrzehnten Brauch, zu Pfingsten mit der „Pingsterbrut“ zu gehen. Immer an den Sonntagen zwischen Ostern und Pfingsten trafen sich die Mädchen nachmittags auf dem Hof, der künftigen Pingsterbrut, um hier ihre Vorbereitungen für das Haus zu Haus gehen zu treffen.
Ein Mädchen im Alter von acht oder neun Jahren war die Pingsterbrut, das ein weißes Kleid besaß. Am ersten Vorbereitungssonntag schnitten die „großen“ Mädchen des siebenten und achten Schuljahres im Wald Zweige als Stangen für die Fähnchen. Die Rinde wurde abgekratzt, damit die Stange schön blank war.
Am Sonntag darauf verkündete der Pastor die Ergebnisse aus den einzelnen Bezirken. Es war wie ein Wettbewerb. Großzügig waren die Bewohner in Bauernschaften, und der Erlös lag immer im dreistelligen Bereich, während die Kinder im Dorf gerade mal bis zu 25 Mark an Spendengelder zusammen bekamen. Es gab nur Münzen („Klimpergeld“), Scheine wurden im Dorf so gut wie nie gegeben.



























