Lauter Motorradlärm belastet Anwohner – Brettern statt fahren

ERLE. Wenn Gruppen von Motorradfahrern oder auch Einzelpersonen durch den Ortskern brettern, ist an Ruhe, vor allem in den Sommermonaten, nicht mehr zu denken. Zu jeder Tagezeit und am Wochenende rasen sogenannte Sportfahrer mit dröhnenden Motoren durch den Ort.

Frühlingszeit ist Motorradzeit. Biker, einzeln und in Gruppen, fahren wieder mehr oder weniger lautstark durch die Region. Besonders an der Rhader Straße sind am Wochenende zahlreiche Motorradfahrer, auch in großen Gruppen unterwegs. Erle ist ein beliebtes Ziel für durchfahrende Biker und somit übermäßig groß vom Motorradlärm belastet.

Sehr zum Ärger von Ulrich Grunewald. Er hat sein Haus direkt an der Kreuzung Rhader/Dorstener Straße (B224). Bereits 2019 forderte der Erler, dass die Polizei mehr Präsenz zeigen sollte und Lärmmessungen machen müsse.

Lärm durch Motorradfahrer in Raesfeld und Erle
Beliebte Motorradstrecke: Rhader Straße, Schermbecker Straße und weiter Richtung Marienthal und Raesfeld.

Bis an die Schmerzgrenze

Dieser Meinung ist er auch heute noch, denn das Problem sei noch größer geworden. Neben den Motorrädern reihen sich mittlerweile immer mehr Quads ein. Diese seien teilweise noch lauter als Motorräder und kennen keine Schmerzgrenze, so Grunewald. „So richtig schlimm ist es an den Wochenenden und wenn das Wetter gut ist. Durchgängig von 10 bis 20 Uhr ist der Lärmpegel unerträglich. An ein entspanntes Wochenende, nach einer arbeitsreichen Woche, ist an solchen Tagen im eigenen Garten nicht zu denken“, ärgert sich der Erler.

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Um wenigstens am Wochenende Ruhe im Garten vor Motorradlärm zu haben, hat Ulrich Grunewald seine Gartenmögel mittlerweile hinter sein Haus verlegt. Foto: Petra Bosse

„Silent Rider“

Um wenigstens an den Wochenenden etwas mehr Ruhe zu haben, hat er seine Gartenmöbel nun hinter sein Haus gestellt. „Das kann aber doch nicht zielführend sein, dass ich wegen der Lärmbelästigung meinen Garten nicht mehr nutzen kann und meine Hauswand als Schallmauer nutze“, findet Grunewald. Deshalb möchte er nun eine Gemeinschaft gegen lauten Motorradlärm gründen. Dabei verweist er auf den Nachbarort Brünen. Hier hat die Stadt Hamminkeln bereits seit zwei Jahren am Ortsausgang ein Lärmdisplay „Silent Rider“ angebracht, was vor allem Motorradfahrern anzeigen soll, wann sie zu laut durch den Ort fahren. „Ich hoffe, dass wir dafür die Polizei und unseren Bürgermeister Martin Tesing mit ins Boot bekommen“.

Info

Silent Rider ist eine bundesweite Initiative gegen unnötigen Motorradlärm. Sie wurde vom Arbeitskreis National Eifel Anfang 2019 ins Leben gerufen. Viele weitere Mitstreiter aus ganz Deutschland haben sich der Initiative angeschlossen und sind dem Verein Silent Rider e. V. beigetreten.

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