Aufatmen im Kreis Borken: Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) führt im aktuellen Arbeitsstand keine Gebiete im Kreis mehr als mögliche Standorte für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstag mit. Noch 2020 hatte die BGE mehr als 80 Prozent der Kreisfläche als potenzielle Standortgebiete ausgewiesen.
Landrat Dr. Kai Zwicker erhielt die Nachricht laut Mitteilung des Kreises in dieser Woche. Die neue Bewertung stützt die geologische Einschätzung, mit der sich die Kreisverwaltung bereits frühzeitig gegen die ursprüngliche Einstufung gewandt hatte.
Kreis wertete Bohrungsdaten aus
Die Fachleute der Kreisverwaltung prüften nach dem Zwischenbericht vom 28. September 2020 die verfügbaren Bohrungsdaten. Ihre Ergebnisse hielten sie auf 40 DIN-A4-Seiten fest. Laut Kreis zeigte die Auswertung, dass die angenommenen Ton- und Salzgesteine unter anderem nicht die erforderliche Mächtigkeit und Reinheit aufweisen. Auch der Geologische Dienst NRW nahm dazu Stellung.
„Unsere Auswertung der Bohrungsdaten hat gezeigt, dass die geologischen Voraussetzungen für ein Endlager im Kreis Borken nicht gegeben sind. Dass die BGE unsere fachliche Einschätzung nun teilt, ist ein wichtiges Ergebnis unserer Arbeit“, erklärt Josef Nießing, Fachabteilungsleiter der Unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde des Kreises Borken.
Stellungnahme benannte weitere geologische Risiken
Mit einer umfangreichen Stellungnahme vom 19. August 2021 machte die Kreisverwaltung die BGE zudem auf weitere geologische Risiken aufmerksam. Dazu zählten mögliche Methangasbildung, Auswirkungen künftiger Eiszeiten, ein möglicher Meeresspiegelanstieg und tektonische Unsicherheiten.
Landrat Dr. Kai Zwicker sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aller Kommunen im Kreis Borken unterzeichneten die Stellungnahme.
BGE bewertet Gebiete als wenig geeignet oder ungeeignet
Im aktuellen Endlagersuche-Navigator ordnet die BGE die betreffenden Bereiche laut Kreis den Kategorien C für „wenig geeignet“ und D für „ungeeignet“ zu. Als Gründe nennt sie unter anderem eine unzureichende Mächtigkeit der Gesteine sowie die Wechsellagerung mit ungeeigneten Wirtsgesteinen.
Den aktuellen Arbeitsstand zeigt der Endlagersuche-Navigator der BGE. Weitere Informationen veröffentlicht die Bundesgesellschaft in ihrer Pressemitteilung „Die Endlagersuche wird konkreter“ auf www.bge.de.

























