Einsatz von Höchstspannungs – Erdkabeln weitgehend unerprobt

 

Berlin/Bosse:  Im Herbst 2012 fand  in Raesfeld eine Informationsveranstaltung/Erörterungstermin im Planfestellungsverfahren für den Neubau der 380-kV- Höchstspannungsfreileitung Niederrhein/Wesel bis Meppen statt.

In Raesfeld plant die Amprion Dortmund den Neubau der 380 – kV Höchstspannungsfreileitung Niederrhein Wesel auf einer Strecke im Planfeststellungsabschnitt von 11 km. Davon sind 7,5 km als 380- kV Freileitung, und zirka 3,5 km als Erdkabel , zwischen „Löchte“ und „Diestegge“, vorgesehen. Die übrigen Masten, die unter anderem auch teilweise rechts und links von der Erdverkabelung entlang gebaut werden, haben eine Höhe zwischen 62 und 68,5 Meter. Bezüglich der neuen Erdverkabelung in Raesfeld  sind  auf Seiten der Bürger immer noch viele Fragen offen.

Zu diesem Projekt  gab jetzt nun auch die Bundesregierung ein Statement ab, denn der Einsatz von Erdkabeln im Höchstspannungsbereich sei  bisher weitgehend unerprobt.

Derzeit würden insbesondere Systemsicherheits- und Wirtschaftlichkeitsfragen noch gegen einen großflächigen Einsatz von Erdkabeln auf Höchstspanungsebene sprechen, heißt es in dem von der Bundesregierung als Unterrichtung vorgelegten Bericht nach Paragraf 3 des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG, 17/11871). Nach Angaben der Regierung wurden von den insgesamt 1.834 Kilometer EnLAG-Leitungen bis zum Sommer 2012 lediglich 214 Kilometer fertiggestellt. Für das Jahr 2013 würden die Netzbetreiber die Fertigstellung von 165 Kilometer Leitungen erwarten.

Zur Erdverkabelung von Höchstspannungsleitungen heißt es,  bisher sei keine der vier im Gesetz benannten Pilotstrecken fertiggestellt. Der Netzbetreiber Amprion führe Feldexperimente durch, um die Wärmeemission von Höchstspannungskabeln auf den Boden abzuschätzen. Ein Erdkabelpilotabschnitt von 3,5 Kilometer Länge befinde sich im Planfeststellungsverfahren bei der Bezirksregierung Münster (Nordrhein-Westfalen). Die Pilot-Erdkabelstrecken von Amprion würden vorwiegend über landwirtschaftliche Nutzflächen verlaufen. „Vorgespräche von Amprion haben gezeigt, dass die Landwirte, deren Grundstücke betroffen sind, zum Teil große Vorbehalte gegen Erdkabel haben, insbesondere weil sie durch den Bodeneingriff massive Ernteausfälle befürchten“, schreibt die Bundesregierung.

 Zur Haltung der Anwohner zu den unterirdisch geplanten Höchstspannungsleitungen heißt es in dem Bericht: „Anders als die unmittelbar betroffenen Landwirte begrüßen die weiter entfernt liegenden Sichtbetroffenen (Abstand mehr als 100 Meter) die Erdverkabelung und fordern zumeist eine Verlängerung der Verkabelungs-Abschnitte.“ Die Bundesregierung fasst die Ergebnisse der Gespräche zusammen: „Eine verfahrensbeschleunigende Wirkung durch die beantragte Kabelstrecke konnte Amprion aufgrund dieser differenzierten öffentlichen Wahrnehmung bislang nicht erzielen.“

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein