Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag Dorsten besucht. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender stand der Tag ganz im Zeichen von Ehrenamt, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Auch Raesfelds Bürgermeister Dirk Kuhmann nahm auf Einladung an mehreren Programmpunkten teil.

Demokratie und Ehrenamt prägen den Besuch in Dorsten
Beim ökumenischen Gottesdienst in der St. Agatha Kirche machte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier deutlich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für die Demokratie sei.
„Man kann spüren, dass hier in Dorsten nicht nur der Glaube lebendig ist, sondern auch das Engagement von Menschen miteinander und füreinander“, sagte Steinmeier in seiner Ansprache.

Der Bundespräsident hob hervor, wie viele Menschen sich in Dorsten aktiv für Erinnerungskultur, Teilhabe und Demokratie einsetzen würden. Er habe dies selbst bei verschiedenen Stationen seines Besuchs erleben können, etwa beim Reinigen von Stolpersteinen in der Ursulastraße, im Jüdischen Museum sowie im „Grundgesetzladen“.
Steinmeier sagte wörtlich: „Hier packen Menschen an, um gemeinsam Erinnerung zu pflegen und zu bewahren, um Benachteiligten zu helfen, um Teilhabe für alle zu ermöglichen.“

Mit Blick auf die Dorstener Tage des Grundgesetzes erklärte der Bundespräsident, das Grundgesetz verdiene Aufmerksamkeit und öffentliche Wertschätzung. Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie seien Errungenschaften, die keineswegs selbstverständlich seien.
Steinmeier wirbt für aktives Mitmachen
In seiner Rede betonte Steinmeier zudem, Demokratie brauche aktive Menschen, die sich einbringen und Verantwortung übernehmen würden.
Er sagte: „Demokratie ist eben nicht nur Kopfsache. Sie braucht Menschen, die sich einbringen, die mitmachen, die sie zu ihrer Sache machen.“

Mit Blick auf den bevorstehenden Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai wünsche er sich, dass möglichst viele Menschen aktiv würden und gemeinsam Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander übernähmen. Das Erleben eigener Wirksamkeit sei eine wichtige demokratische Grunderfahrung.

Schüler setzen Zeichen für Erinnerungskultur
Während des Besuchs standen auch Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern auf dem Programm. Gemeinsam mit seiner Ehefrau ging Steinmeier auf die Knie, um Stolpersteine zu reinigen. Zudem besuchte das Ehepaar das Jüdische Museum.
Anschließend führte eine Rikscha-Fahrt durch die Dorstener Altstadt zur St. Agatha Kirche. Dort sorgten die Schützenorchester Rhade mit Musik und dem Steigerlied „Glück auf“ für einen besonderen Abschluss.

Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen durch Bundespolizei und Bundeskriminalamt zeigte sich das Ehepaar Steinmeier bürgernah. Spontan entstanden Selfies mit Jugendlichen, zudem nahm sich der Bundespräsident Zeit für kurze Gespräche mit Passanten entlang der Innenstadt.
Dirk Kuhmann spricht von großer Wertschätzung
Auch Raesfelds Bürgermeister Dirk Kuhmann nahm gemeinsam mit seinen Amtskollegen Mike Rexforth und Manuel Deitert auf Einladung von Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff an dem Besuch teil.

Kuhmann erklärte dazu: „Ich habe mich über die persönliche Einladung von Herrn Bürgermeister Tobias Stockhoff anlässlich des Besuchs von Herrn Bundespräsidenten Steinmeier sehr gefreut.“ Weiter sagte Kuhmann, der Besuch sei „eine sehr große Ehre und Wertschätzung für die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen in der Stadt Dorsten“.
Zugleich sei es auch für ihn als Bürgermeister der Nachbargemeinde eine besondere Ehre gewesen, eingeladen worden zu sein und an diesem Tag teilnehmen zu dürfen.

Musikalischer Abschluss und hohe Sicherheitsvorkehrungen
Für einen besonderen Überraschungsmoment sorgte nach der abschließenden Andacht vor der St. Agatha Kirche die Schützenkapelle Rhade. Mit einem musikalischen Ständchen begrüßten die Musiker den Bundespräsidenten und seine Ehefrau. Dabei durfte auch das Steigerlied „Glück auf“ nicht fehlen, das bei vielen Besuchern für emotionale Momente sorgte.

Der Besuch des Bundespräsidenten war zugleich von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Neben zahlreichen Kräften der Polizei waren auch Mitarbeitende des Bundeskriminalamtes sowie Personenschützer im Einsatz. Bereits vor Beginn der Veranstaltung kontrollierten Sprengstoffhunde des Bundeskriminalamtes unter anderem die Kamerataschen der anwesenden Journalisten.

Trotz des großen Sicherheitsaufkommens verlief der gesamte Tag ruhig und friedlich. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit für persönliche Begegnungen, kurze Gespräche und gemeinsame Erinnerungsfotos. Insgesamt blieb ein emotionaler Tag mit vielen Eindrücken rund um Demokratie, Ehrenamt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.





























