Rudolf Honsel, geboren 1930 in Raesfeld, blieb trotz seines Umzugs 1963 nach Dorsten, seiner Heimatgemeinde und der plattdeutschen Sprache weiterhin sehr verbunden.
Auf dem Büchermarkt von St. Martin fand ich ein Buch von Rudolf Honsel mit dem Titel “ Heimatsterne“. Hier gibt es in Reimform geschriebene heimatliche Erzählungen aus und um Raesfeld, in Hochdeutsch und Platt.
Passend zu Jahreszeit fang ich mal mit dem Gedicht
„Die Schneelawine“ an.
Es geschah im letzen Kriege,
gut fünfzig Jahre sind es her.
Dicker Schnee bedeckte Stege,
Dächer waren belastet schwer.
Beim Pieper auf dem Brinker Land,
hatte man schon versorgt das Vieh.
In der Stube saß man bei`nand,
zum Melken war es noch zu früh.
Plötzlich, da begann ein Brausen,
gefährlich hörte es sich an.
Sind es Bomben, die da sausen?
Zum nahen Keller eilet man.
Eine Ängstliche lief so schnell,
durch die Luft ihr Pantoffel flog.
Alles verdunkelt, nichts war hell,
da merkt jemand schon einen Sog.
Tante beleibt, konnt nicht rennen,
unterm tisch sucht sie Sicherheit.
Sie muss schnell betend bekennen,
spricht: Mein Jesus Bamherzigkeit.
Die Angst steigert sich enorm,
keiner wußte, was da geschehn.
Niemand war hier noch recht in Form,
um noch mal nach draußen zu sehn.
Hernach hat man darüber gelacht,
von dem Geräusch, was sie gehört.
Die Schneemenge vom Dach gekracht,
hatte die Ruh`doch arg gestört.



























