Der Tod gehört zum Leben

Für Judith Kolschen, Hospizkoordinatorin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Trauerrednerin, gehört der Tod zum Leben dazu.

Zum Frühstück mit Gespräch hatte die kfd St. Silvester am Freitag ins St.-Silvester-Haus eingeladen.

Rund 30 Frauen waren dabei und hörten einen Vortrag von Judith Kolschen, Trauerbegleiterin und Hospizkoordinatorin beim Caritasverband Borken.

Judith Kolschen Tod gehört zum Leben

Was bewegt Menschen, die wissen, dass ihnen nur noch wenig Zeit bleibt? Wie gehen Angehörige damit um? Was beinhaltet Hospizarbeit, Palliativ und Palliativ-Care?

Die Erlerin erklärte die Arbeit der ehrenamtlichen Hospiz- und Sterbebegleiterinnen. Sie weiß, dass das Thema Tod heikel ist. „Wir nehmen Dinge erst wahr, wenn sie in unseren Mittelpunkt rücken.“ Darf über den Tod geredet werden? „Ein klares Ja. Denn nur so verpassen wir nicht die Gelegenheit, ohne guten Abschied jemanden gehen zu lassen oder selber zu gehen“, so Kolschen.

Für die Heilpraktikerin und Trauerbegleiterin gehört der Tod zum Leben dazu. „Er ist immer da und ist für das Leben notwendig.“ Aus dem Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch zitierte sie Gespräche zwischen einer sterbenden Ente und dem Tod, der als Skelett in Mantel und Rock auftritt.

 
Judith Kolschen Tod gehört zum LebenDie Angst vorm Sterben und die Frage „was bleibt“, lassen die Angst vorm Sterben deutlich spüren.

Allerdings sei der Tod nicht nur für den Sterbenden der schwerste Schicksalsschlag, sagte sie. Ehefrau, Lebenspartner, Kinder und Freunde stünden vor dem Verlust eines geliebten Menschen. Sie könnten in eine Lebenskrise gestürzt werden und bräuchten Hilfe. Diese gebe die Sterbebegleitung – für Betroffene und Hinterbliebene. Deshalb sei es wichtig, sich rechtzeitig an Sterbebegleiter zu wenden, um mit der Trauer nicht allein dazustehen.

Neben Sterbe- und Trauerbegleitung gehört die palliative Versorgung zu den drei Säulen der Hospizarbeit. „Wir stellen unsere Zeit zur Verfügung, bauen Vertrauen zum Sterbenden auf, erfahren dessen Wünsche und versuchen, diese zu realisieren“, so Kolschen. „Der Patient, der geht, ist Chef und bestimmt, wie es läuft in der letzten Phase seine Lebens.“

Petra Bosse

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