Damit der Bau-Grundriss zum Lebens-Grundriss passt

Neuer Bauratgeber für den Kreis Borken gibt Tipps zum energiebewussten Bauen und Modernisieren / Übersicht über Förderprogramme

Kreis Borken (pd). Im Laufe des Lebens ändern sich die Ansprüche an ein Haus. Steht in jungen Jahren die Kindersicherheit im Vordergrund, ist im Alter eine möglichst barrierefreie Wohnung nötig. Wer wissen will, wie sich diese Anforderungen unter einen Hut bringen lassen, der erhält in der neuen Auflage des Bauratgebers für den Kreis Borken wertvolle Tipps. In Legden, in der Firma von Josef Scharlau, Obermeister der Bau-Innung Ahaus, stellten die beteiligten Partner das neue Heft jetzt vor. Der Bauratgeber „Besser wohnen im Münsterland“ ist ein gemeinsames Projekt des Kreises Borken, der Kreishandwerkerschaft, der Sparkasse Westmünsterland und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken. Er bündelt Informationen zu vielen Themen rund ums Haus. Dazu gehören auch Hinweise zur Energieeinsparung.

„Knapp 70 Prozent aller Wohnungen im Kreis Borken sind energetisch nicht auf dem neuesten Stand“, erklärt Landrat Dr. Kai Zwicker. „Ich hoffe, dass der Bauratgeber viele Hausbesitzer motiviert, die Schwachstellen ihrer Immobilie unter die Lupe zu nehmen.“ Eine Sanierung könne helfen, Energie zu sparen und damit gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Daniel Janning, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, empfiehlt, dabei auf Fachleute aus der Region zu setzen. „Sie wissen, wie es um die Substanz alter Häuser in unserer Gegend bestellt ist und mit welchen Maßnahmen sich viel herausholen lässt.“

Wer eine Modernisierung plant, sollte dabei gleich verschiedene Lebensphasen im Blick haben, betont Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland. „Mit einem vorausschauenden Blick auf den Bau-Grundriss lassen sich viele Möglichkeiten offen halten und große Umbaumaßnahmen im Alter vermeiden.“ Über den Komfort schwellenfreier Türen freuen sich nicht nur Kinder auf dem Bobbycar sondern ebenso ältere Menschen.

In vielen Fällen können die Bauherren Förderprogramme in Anspruch nehmen, die dafür sorgen, dass der Neubau oder die Frischzellenkur für das eigene Zuhause das Portemonnaie nicht über Gebühr belastet. Auch darüber hält der neue Bauratgeber zahlreiche Informationen parat. Die Leserinnen und Leser finden in dem Heft zudem Beiträge über Heiz- und Solartechnik, Bau- und Hauskonzepte sowie ein umfangreiches Adressverzeichnis regionaler Handwerksbetriebe.

Angesichts der vielfältigen Angebote bräuchten Hausbesitzer einen Lotsen, der ihnen den Weg zum passenden Fördertopf weise, betont Franz Wennemann, der die Redaktion des Heftes übernommen hat. Einen Teil dieser Lotsenfunktion übernehme der Bauratgeber, erläutert Ingo Trawinski von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken. Dabei sieht er in der Broschüre auch einen Beitrag zur Wirtschaftsförderung. „Wer ein Haus baut oder modernisiert, setzt häufig auf Betriebe aus der näheren Umgebung. So bleibt das Geld, das im Baubereich investiert wird, in den meisten Fällen in der Region.“

Die 82 Seiten starke Broschüre mit dem Titel „Besser wohnen im Münsterland“ liegt ab sofort kostenlos in den Rathäusern der Region, beim Kreis Borken und in den Filialen der Sparkasse Westmünsterland aus.

Foto: Stellten den neuen Bauratgeber vor (v.l.): Energieberater Siegfried Nitsche (Firma Scharlau), Architekt Rainer Scharlau, Heinrich-Georg Krumme (Sparkasse Westmünsterland), Herausgeber Franz Wennemann, Bauunternehmer Josef Scharlau, Landrat Dr. Kai Zwicker, Juniorchef Christoph Scharlau, Ingo Trawinski (WFG), Daniel Janning (Kreishandwerkerschaft) und Maik Döring (Sparkasse Westmünsterland).