Busfahrt durch die Bildungslandschaft

Fachleute diskutieren in Raesfeld über Bildungslaufbahnen / Übergänge reibungsloser gestalten

Kreis Borken/Raesfeld (pd). Rund 140 Fachleute haben am Montag, 6. Juni, im Schloss Raesfeld diskutiert, wie sich Übergänge innerhalb einer Bildungslaufbahn reibungsloser gestalten lassen. Bei allen Wechseln müsse die Freude am Lernen erhalten bleiben, lautete der Tenor. Das gelte für die Einschulung genauso wie für Weiterbildungen während des Berufslebens. Die bisher zweite Bildungskonferenz im Kreis Borken stand unter dem Motto „Gut unterwegs!“.

„Bildung ist viel mehr als das Lernen in der Schule“, betonte Landrat Dr. Kai Zwicker. „Das Leben beginnt für jeden von uns lernend und wir tun gut daran, Menschen während ihrer gesamten Lebensbiografie Lernerfahrungen zu ermöglichen und gute Rahmenbedingungen für Bildung zu schaffen.“ Besondere Herausforderungen seien sinkende Schülerzahlen, der gemeinsame Schulbesuch von behinderten und nicht-behinderten Kindern, die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und der hohe Fachkräftebedarf in der Region. Punkten könne der Kreis Borken mit einer vielfältigen, bunten und starken Trägerlandschaft.

Experten zeigten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern während einer imaginären Busfahrt durch die Bildungslandschaft Kreis Borken wie sie sich gelingende Übergänge vorstellen. An sechs „Haltestellen“ machten sie deutlich, wie sich Jung und Alt ganz praktisch für Neues begeistern lassen.

Die Leiterin der Johann-Walling-Schule in Borken, Mechthild Rieke, warb gemeinsam mit den Leiterinnen des St.-Pius-Kindergartens in Rhede, des DRK-Kindergartens in Krechting und der Kita Nordesch in Borken für gegenseitige Besuche von Erziehern und Grundschullehrern. Im Bereich kulturelle Bildung zeigten Mitglieder der Regionalen Archivwerkstatt, was ein „Blauer Heinrich“ ist – ein Spucknapf für Tuberkulosekranke. Experimentierkästen gaben Anregungen für einen abwechslungsreichen Unterricht im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Die Firma Grunewald aus Bocholt zeigte, wie sie gemeinsam mit Jugendlichen ein neues Fahrradschloss entwickelt hat, um sie für eine Ausbildung im technischen Bereich zu begeistern. Was sie von Ganztagsunterricht halten, erklärten Schüler und Eltern aus Heek und zwei Schauspieler der Bocholter Bühne führten im Bus auf dem Schlosshof Dialoge über die Bildungsbedürfnisse in unterschiedlichen Lebensphasen.

„Wir möchten heute den Blick weiten und dazu anregen, neue Kooperationen zu suchen“, erklärte die Leiterin des Bildunsgbüros des Kreises Borken, Elisabeth Büning. Schulen und Kindergärten, Weiterbildungseinrichtungen und Unternehmen, Kommunen und Kreisverwaltung müssten gemeinsam an reibungslosen Bildungslaufbahnen arbeiten.

In der Abschlussrunde diskutierten dazu unter anderem Reinhold Sprinz von der Volkshochschule Bocholt, der Leiter des Kreisjugendamtes Hans-Josef Overmann, Michael Wingerath vom Caritasverband Borken, der Unternehmer Ulrich Grunewald, Elternverterterin Barbara Schlichtmann sowie Lucas Göcke und Leon Baving, Schülersprecher an der Kreuzschule in Heek, Bürgermeister Felix Büter aus Ahaus, Anja Hoffmann als 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Museumspädagogik und Grundschulleiterin Mechthild Rieke aus Borken.

„Die Impulse müssen sich jetzt verstetigen“, betonte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster in der Abschlussrunde. Er wünsche sich Mut, im Kleinen zu beginnen und nicht auf die eine, große Lösung zu warten. Heidemarie Goßmann, Dezernentin bei der Bezirksregierung Münster, betonte: „Kinder werden neugierig geboren.“ Es gelte, diese Neugier zu fördern und sie nicht versanden zu lassen.

Die Anregungen der Bildungskonferenz wird das Bildungsbüro des Kreises nun weiter verfolgen. Zentrale Themen sind dabei die engere Kooperation der verschiedenen Bildungsträger und Entwicklung guter Praxisbeispiele, die zur Nachahmung anregen.

Zum Hintergrund: Bildungsbüro

Der Kreis Borken hat seine Aktivitäten im Bildungsbereich im Jahr 2009 mit der Einrichtung des Bildungsbüros gebündelt. Das Team um Leiterin Elisabeth Büning entwickelt mit Unterstützung des Landes das regionale Bildungsnetzwerk weiter und setzt mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das Konzept „Lernen ohne Grenzen im Kreis Borken“ um. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bildungskreis-borken.de.