Borken – Anlaufstelle für junge Mütter und Väter

Kreis Borken kümmert sich ums Elterngeld / Immer mehr Väter nehmen Leistung in Anspruch

Kreis Borken (pd). Die jüngsten Besucher des Kreishauses findet man in der Elterngeldstelle. Oft haben Mütter und Väter ihren wenige Tage alten Nachwuchs dabei, wenn sie dort einen Antrag auf Elterngeld oder Elternzeit stellen. Sandra Brömmelhaus, Andreas Cluse und Margareta Zahn freuen sich über die jungen Gäste. „Unsere Aufgabe gehört sicherlich zu den schönsten hier im Haus“, sagt Brömmelhaus.

3789 Anträge auf Elterngeld hat das Team im vergangenen Jahr bewilligt. Die meisten stammen von Frauen. Aber auch 684 Väter stellten einen Antrag auf Elterngeld, weil sie sich für einige Zeit voll um den Nachwuchs kümmern möchten. Ihr Anteil lag damit im vergangenen Jahr bei 18,1 Prozent. Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben die Väter erstmals die 20-Prozent-Marke geknackt. 384 der 1919 Anträge auf Elterngeld kamen von Männern.

„Mittlerweile stehen auch viele Arbeitgeber dem Thema positiver gegenüber“, berichtet Andreas Cluse. Einige fragten sogar selbst beim Kreis an, um ihre Angestellten beraten zu können. „Viele Väter nehmen direkt nach der Geburt oder nach einem Jahr Elternzeit“, so Cluse. Die meisten beschränken sich auf die zwei Vätermonate, nur wenige beziehen für die maximal möglichen zwölf Monate Elterngeld. Cluse beobachtet, dass viele dabei Rücksicht auf ihre Arbeitgeber nehmen. Väter, die auf dem Bau arbeiteten, blieben zum Beispiel vor allem im Winter zu Hause.

Im Bereich Elterngeld ist der Kreis für alle 17 Städte und Gemeinden zwischen Isselburg und Reken, Gronau und Raesfeld zuständig. Das Elterngeld ersetzt grundsätzlich 65 Prozent des bereinigten Nettoeinkommens, das der betreuende Elternteil vor der Geburt des Kindes durchschnittlich monatlich erzielt hat. Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro pro Monat, die Grenze nach oben bei 1.800 Euro. Der Kreis Borken setzt alles daran, die Anträge möglichst schnell zu bearbeiten. „Wenn die Unterlagen vollständig sind, haben die Eltern den Bescheid nach fünf Arbeitstagen“, erklärt Abteilungsleiterin Kerstin Hilvert.

Der Antrag kann gestellt werden, sobald das Kind auf der Welt ist. „Viele Väter erledigen das direkt in den ersten Tagen nach der Geburt“, berichtet Andreas Cluse. Auf der Internetseite des Kreises steht das nötige Formular bereit. Wer will, kann es direkt online ausfüllen. „Das dauert etwa eine halbe Stunde – inklusive der Suche nach allen nötigen Unterlagen“, schätzt Brömmelhaus. Gerne helfen die Mitarbeiter der Elterngeldstelle aber auch beim Feinschliff. Eltern können ohne Voranmeldung im Kreishaus vorbeikommen, Wartezeiten gibt es in der Regel nicht.

Zahltag für das Elterngeld ist stets der 1. des Monats. Die Zahlungen setzen in der Regel ein, wenn das Mutterschaftsgeld ausläuft. Ausgezahlt hat der Kreis Borken im vergangenen Jahr rund 20,3 Millionen Euro Elterngeld.

„Der Beratungsbedarf, vor allem bei werdenden Eltern, ist sehr groß“, berichtet Kerstin Hilvert. Ihr Team beantwortet auch Fragen zum Thema Elternzeit. Diese können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für maximal drei Jahre nehmen, wenn sie ihr Kind selbst betreuen und erziehen.

Anträge und Info-Broschüren zu Elterngeld und Elternzeit erhalten Interessierte im Kreishaus, bei den Städten und Gemeinden oder noch bequemer direkt im Internet. Unter www.kreis-borken.de/jugendundfamilie stehen die nötigen Formulare zum Download bereit, außerdem gibt es hier weitere aktuelle Informationen.

Anträge auf Elterngeld sind zu richten an den Kreis Borken, Fachbereich Jugend und Familie, Burloer Straße 93, 46325 Borken. Wer Fragen zum Thema hat, kann sich wenden an Sandra Brömmelhaus, Tel.: 02861/82-2201, E-Mail: [email protected], Andreas Cluse, Tel.: 02861/82-2205, E-Mail: [email protected], oder Margareta Zahn, Tel.: 02861/82-2265, E-Mail: [email protected].

Foto: Sandra Brömmelhaus (r.) und Andreas Cluse beantworten Fragen rund um Elterngeld und Elternzeit. Kerstin Hilvert leitet die zuständige Abteilung im Fachbereich Jugend und Familie des Kreises.