Heico Nickelmann wurde auf dem Hellweg in Raesfeld beraubt – Nicht unbekannt ist die Art und Weise dieser dreisten Masche, womit sich die Täter unter dem Namen der Trickserie „Autobahngold“ Geld erbeuten. Zwei bislang Unbekannte nutzten die Hilfsbereitschaft des 47-jährigen Raesfelders aus und ergaunerten 150 Euro.
Gegen 15 Uhr befuhr Heico Nickelmann mit seinem PKW die Straße Hellweg in Raesfeld. In Höhe der Einmündung „Zum Ehrenmal“ stand am Fahrbahnrand ein Auto mit eingeschalteter Warnblinkanlage und einen stark gestikulierenden Mann. Augenscheinlich hatte das Fahrzeug eine Panne. Nachdem zuvor zwei vor ihm fahrende Pkw-Führer die Örtlichkeit ohne anzuhalten passiert hatten, hielt der hilfsbereite 47-Jährige an. „Sogleich hatte ich einen Mann mit südländischem Aussehen und sehr schlechten Deutschkenntnissen neben mir auf dem Beifahrersitz sitzen“, so Nickelmann. Der ungebetene Beifahrer bat um die Herausgabe von 100 Euro. „Angeblich sei sein Vater schwer in Berlin erkrankt und dafür braucht er das Geld, was er mir natürlich auch wieder zurückzahlen wollte“, sagt Nickelmann, der schnell bemerkte, dass die Panne nur vorgetäuscht war. Als Nickelmann die 100 Euro verweigerte raus zu rücken, stieg ein zweiter Mann in den Fond des Fahrzeuges. „Jetzt fühlte ich mich schon stark bedroht, denn mir wurde klar gemacht, dass ich entweder freiwillig das Geld rausrücke und man sich gütlich einigen könne, oder es auch anders machen kann“, erinnert sich Heico Nickelmann. Kurz darauf nahmen sich die Täter dann selber 150 Euro aus der Geldbörse. Einer der Männer versprach das Geld auf jeden Fall zurückzuzahlen. Deshalb notierte er sich noch die Telefonnummer des „Helfers“. Im Weggehen warf er zwei goldfarbene Herrenringe sowie eine Visitenkarte auf den Beifahrersitz.
Nachdem die zwei Täter sich das Geld selber aus der Geldbörse von Nickelmann nahmen, stiegen sie anschließend in das angebliche „Pannenfahrzeug“ ein und entfernten sich über die Landesstraße 896 in Richtung Wesel. Bei dem Fahrzeug soll es sich um einen „Rechtslenker“ gehandelt haben. An dem Auto waren gelbe Kennzeichen mit schwarzer Schrift angebracht.
Eine Methode, die der Kreispolizeibehörde Borken nicht unbekannt ist, wie Peter Lefering von der Polizei Borken bestätigt. „Immer wieder versuchen die Betrüger mit dieser Masche, Geld zu ergaunern. Es ist immer die gleiche Methode und meistens sind es Täter aus dem Süd-Ost europäischen Bereich“, so Peter Lefering. Die meist aus dem Ausland stammenden Täter spielen ihren Opfern eine Notsituation vor. Die Täter täuschen meist eine Panne oder Benzinmangel vor. „Es wird auch schon mal kräftig auf die Tränendrüse gedrückt, wie im Fall Nickelmann, wo es einen schwerkranken Vater in Berlin gab. Druck wird in der Regel nicht ausgeübt“, so Lefering.
Da die Betrüger angeblich keine Euros bei sich haben, oder diese ihnen angeblich gestohlen wurden, bieten sie ihren Opfern im Gegenzug für das „geliehene“ Geld „Goldschmuck“ an. Dies ist meist eine getragene Kette oder ein Ring. Da der Schmuck den Anschein erweckt, dass er mehr wert ist, als der Geldbetrag, lassen sich immer wieder Menschen auf den Deal ein. „Hierbei handelt es sich jedoch immer nur um Ramsch, was aber die gutgläubigen Helfer meist erst viel später merken“, setzt Lefering hinzu. Bis dahin fehlt von den Betrügern schon jede Spur.
Beschreibung der Männer: 1. Täter: Etwa 60 Jahre alt, ca. 1,70 m groß, korpulent und hatte eine Glatze. Er trug ein gelbes/beigefarbenes Hemd. 2. Täter: Etwa 40 bis 45 Jahre alt, gepflegte Erscheinung, trug ein weißes Hemd. Beide Männer hatten ein nordafrikanisches (marokkanisches) Aussehen.
Was Heico Nickelmann besonders ärgert ist die Tatsache, dass das gestohlene Geld in diesem Fall das Wechselgeld für sein Konzert an diesem Abend für die Kinderkrebshilfe war.



























