Bestatter – der tägliche Umgang mit dem Tod

An den ersten Toten, den ich gesehen habe, kann ich mich noch gut erinnern. Das  liegt mehr als 50 Jahre zurück. Eine meiner Schwestern ging mit Vorliebe mit mir in die Leichenhalle auf den Friedhof Gladbeck Ost. Warum, das ist mir bis heute ein Geheimnis geblieben, aber immer  noch sehe ich den Verstorbenen dort aufgebahrt liegen. Ein großes, rotes Loch auf seiner Stirn zog meine volle Aufmerksamkeit auf sich. Neugierig war ich schon immer, aber dieser Anblick und der  süßliche Geruch in der Leichenhalle  sind mir bis heute noch in lebhafter Erinnerung geblieben.

Von diesem Tag an war alles was mit Sterben und Tod zu tun hatte ein Thema, was mir Angst einjagte. Aber mit zunehmendem Alter ändert sich auch die Sichtweise, dachte ich…. bis vorgestern, als ich einen Pressetermin hatte, um einen Beruf vorzustellen, der sich genau mit diesem Thema befasst. Der Bestatter.

Doch etwas leicht nervös machte ich mich am Montag auf den Weg nach Borken ins Bestattungsinstitut Sieverdingbeck. Hier vor Ort konnte ich endlich mal alle meine aufgestauten Fragen los werden, Es ging sogar in die Leichenhalle, ich schaute mir auch einen Verstorbenen aus nächster Nähe an und was war? Es war gut, es war nicht schlimm und der Tote hatte kein Loch auf der Stirn.

Das Gewerbe mit Bestattungen ist nicht so alt wie viele Menschen vielleicht denken. Bis ins 19 Jhd. wurden Leichen fast ausschließlich von Familienangehörigen bestattet. Die gewerbliche Bestattung war nicht existent. Das Waschen, Bekleiden, Einsargen und der Transport zum Grab war Aufgabe der Familienmitglieder.

Der Beruf „Bestatter“ ist seit August 2007 eine bundesweit einheitliche Berufsausbildung  mit Abschluss zur Bestattungsfachkraft. Somit ist die Lehre in den Bestattungsunternehmen jetzt gesetzlich nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksverordnung geregelt.

Mein Berufsziel wäre es  nie  geworden, auch jetzt nicht, aber dennoch hat mich der Termin und auch die Gespräche fasziniert.

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