Bürgerinitiative „Spielplatz am Holzplatz soll bleiben“ fand kein Gehör

Die Prüfung einer Bebauung soll, mit den Ja – Stimmen der CDU, nun geprüft und ein Entwurf erarbeitet werden.

RAESFELD. Trotz der rund 474 Unterschriften einer Initiative von rund 15 anliegenden Familien und Anwohner zum Erhalt des Spielplatzes am Holzplatz, hat der Planungssauschuss am Montag in seiner Sitzung eine Prüfung über die Nutzung des Spielplatzes auf den Weg gebracht, sprich: Die Prüfung einer Bebauung soll, mit den Ja – Stimmen der CDU, nun geprüft und ein Entwurf erarbeitet werden.

UWG stimmte mit Nein

Die UWG stimmte dagegen. Zwei weitere Ausschuss-Mitglieder enthielten sich der Stimme.
Im Anschluss daran soll die Verwaltung den Standort des Spielplatzes analysieren. Dagegen stimmte die UWG. Jochen Welsing von der CDU betonte, dass er zwar mit Ja stimme, allerdings mit der Einschränkung, dass eine vorherige Prüfung stattfindet.Bürgerinitiative Raesfeld-Spielplatz soll bleiben

Mehr Informationen

Rupert Koller machte den Vorschlag, dass Verfahren bis nach den Sommerferien aufzuschieben. Er möchte weitere Recherchen und mehr Information von der Verwaltung über die aktuelle Nutzung des Spielplatzes bekommen. Er finde es als ein falsches Signal von der Gemeinde, dass Bürger, die sich für etwas einsetzen, dennoch nicht ernst genommen werden und stimmte dem Entschluss nicht zu.

Überschaubare Nutzung

Arno Gödde (Grüne): „Warum erst einen Entwurf einleiten und den dann anschließend abbrechen“. Das sei ein „Pferd von hinten aufgezäumt“. Dazu Tesing: „Wir sind völlig anderer Meinung, denn wir haben beobachtet und wissen, dass die Nutzung des Spielplatzes überschaubar ist“. Ralf Kock (CDU) stimmte dem Entschluss ebenfalls zu. Seine Meinung dazu war, dass die Gemeinde mit dem Entwurf nichts verliere.

Im Anschluss betonte Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Schwiederowski, dass mit dem Votum noch kein Bebauungsplan beschlossen worden sei.

Spielplatz am Holzplatz Raesfeld

Zu viele Spielplätze in Raesfeld

Die Frage, so Martin Tesing: „Wie viel Spielplätze braucht Raesfeld, hatte in der Gemeindeverwaltung im Vorfeld einen längeren Vorlauf. Bereits 2010 sei festgestellt worden, dass es in Raesfeld prinzipiell zu viele Spielplätze gebe, aber man habe dennoch diese beibehalten. Auch seien zu diesem Thema interfraktionelle Arbeitsgruppen gebildet worden und es sei explizit jeder Spielplatz unter die „Lupe“ genommen worden, auch der Spielplatz am Holzplatz. „Eine Gemeindeprüfung hat festgestellt, dass es zu viele Spielplätze gibt. Dadurch sei der Plan entstanden, den Spielplatz am Holzplatz aufzugeben“.

Ahornspielplatz wird aufgewertet

Dafür jedoch soll der in der Nähe liegende „Ahornspielplatz“ aufgewertet, denn: „Weniger ist mehr“, so Tesing.
Interessant sei der Platz am Holzplatz, so Bauamtsleiter Theo Passier, besonders deshalb für eine Bebauung, da das 1200 qm große Grundstück über zwei Zugänge verfügt und ideal für Familienhäuser mit Satteldach sei. Ebenso sei es sinnvoll, zwei bis drei Stellplätze anzulegen, damit die Nachbarschaft nicht belästigt wird. Der Grünbestand hier solle erhalten bleiben.

Spielplatz ohne lange Fußwege

Die Initiative, die sich für den Erhalt des Spielplatzes einsetzt, würde es sehr bedauern, wenn der Spielplatz geschlossen wird. „Zum einen, weil die Wege zu den anderen Plätzen viel zu lang seien, und zum anderen liegt der Platz in einer beruhigten Zone, ohne dass man lange Fußwege über stark befahrene Straßen zurücklegen muss.
Ein weiterer Grund ist für Özlem Brömmel: „Ich lebe in einem Zweifamilienhaus zur Miete und habe keinen Garten. Ich fände es sehr schade, wenn der Spielplatz geschlossen würde“. Besonders verärgert darüber sind die Eltern, dass durch die kurzfristige Informationspolitik sie vor vollendeten Tatsachen gestellt wurden.

474 Unterschriften konnten die Eltern und Anwohner des Spielplatzes am Holzplatz binnen fünf Tagen für den Erhalt sammeln. Eigentlich sollten diese vor der Sitzung des Planungsausschusses am Montag dem Bürgermeister übergeben werden. Die Enttäuschung war am Ende groß, denn niemand von der Verwaltung wollte diese in Empfang nehmen.

Petra Bosse

7 KOMMENTARE

  1. Hier wird einmal deutlich wie wichtig die Opposition im Gemeinderat ist. Interesse an der Bürgerbeteidigung war von dieser wesentlich stärker zu erkennen, als von der in Raesfeld stark vertretenden CDU. Kinder brauchen Platz, darüber sollten sich alle einig sein. Wenn an dieser Stelle noch mehr Häuser gebaut werden, ziehen vorraussichtlich Familien ein. Raesfeld soll eine kinderfreundliche Gemeinde sein, dann sollte nicht an Spielplätze gespart werden!

  2. Viele der Bürger haben nun gelernt, wie wichtig die Opposition ist. Mehr Bürgerbeteidigung wird sich offensichtlich nur auf dem Papier und in der Zeitung gewünscht. Wir werden sehen, wie mit einem Anliegen von fast 500 Menschen aus Raesfeld und umliegenden Gemeinden umgegangen wird.

  3. Sorry, aber was bringt es, in den Sommerferien die Anzahl der Kinder auf dem Spielplatz „am Holzplatz“ zu ermitteln, wenn Urlaub und Freibad winken? Eine Nebelkerze wurde gezündet und eine Beruhigungspille verabreicht, um Zeit zu gewinnen — Kinder und Eltern auf diese Weise zu vertrösten.

    Bedauerlich ist, dass sich wieder einmal viele Kommunalpolitiker einschl. unseres Herrn Bürgermeisters der Tragweite nicht bewusst zu seien scheinen, wenn Wünsche, Interessen und bürgerschaftliches Engagement auf so wenig Verständnis stoßen, so leichtfertig abgebügelt wird. Das stößt bitter auf und setzt sich fest, weil sich viele Menschen innerhalb unseres Gemeinwesens einfach nicht mehr ernst genommen fühlen.

    Wenn 1.147 Unterschriften, bezüglich der Erler Bürgerinitiative i. J. 2014, verbunden mit konkreten Vorschlägen zur Nutzung und Umgestaltung des altehrwürdigen Erler Pastorats für die Tonne waren, wenn 965 Unterschriften für den Erhalt des „Niewerther Hof‘s“, verbunden mit guten Ideen, für die Tonne waren, wenn aktuell 474 Unterschriften für den Erhalt des Kinderspielplatzes „am Holzplatz“, verbunden mit einer guter Begründung, offensichtlich keine Rolle mehr spielen, dann stellt sich einem schon die Frage, wer hier wen geringschätzt?

    Politiker und Gemeindeverwaltung sollten für die Bürgerinnen und Bürger da sein und nicht umgekehrt. Die Zeiten von „Don Camillo und Peppone“ sind doch längst Geschichte. Und überhaupt: wem nützt denn die neu ins Leben gerufene „Raesfeld Konferenz“, wenn gute Anregungen und bürgerschaftliches Engagement so sträflich missachtet werden? Es wäre an der Zeit, dass sich was dreht.

  4. FAKTEN
    Die unumschraenkte Macht und damit die absolute Entscheidungsmehrheit besitzen seit Kriegsende in Raesfeld unsere zum Teil viele Jahrzehnte lange CDU Ratsmitglieder.
    Es gibt kein Gegengewicht.. Vielleicht sollten wir 2020 bei den Wahlen mal daran denken wer uns Bürger ernst genommen hat….Also Demokratie kenne ich anders…. Ist es so ein grosses Problem für unseren Bürgermeister und CDU Ratsherren… Transparent und Offen mit uns Bürgern umzugehen…. In der Sitzung am Montag hatten wir kein Mitspracherecht….Herr Tesing sprach uns aber trotzdem an….. „Hand aufs Herz seien sie mal ehrlich.. Der Spielplatz wird nicht mehr benötigt usw“ als wir geantwortet haben, wurden wir von Herr Schwiederowski gerügt…. Sie sind nur Zuschauer… Fair war das nicht….. Herr Tesing sagt es herrsche kein Zeitdruck…. Warum wurde der Vorschlag von Herr Koller nicht angenommen den Planung Ausschuss noch nicht tätig werden zu lassen..?
    Die Kinderreiche Gemeinde Raesfeld braucht sich nicht zu schämen zuviel Spielplätze zu haben

  5. Es ist erschreckend, mit welcher Arroganz die CDU frech nach Gutsherrenart gegen die eigene Bevölkerung agiert. Es ist mehr als traurig, das die Mehrheit der CDU-Ratsfraktion nicht den Mut und die Courage hat, gegen die Handvoll „Bestimmer“, in der Gemeinde auch gerne als „Big Five“ titulierten, in den eigenen Reihen aufzubegehren und diese falsche Politik, die seit Jahren durchgesetzt wird, abzustellen. Meine Stimme hat die Raesfelder CDU bei der nächsten Kommunalwahl verloren.

  6. Ich hoffe, dass den PolitikerInnen der Gemeinde das Anliegen deutlich geworden ist. Ernst genommen fühlt man sich als Anwohnerin absolut nicht. Die Reihenfolge ist nicht nachvollziehbar für die BürgerInnen. Schon alleine durch den Gegenwind der Familien sollte doch deutlich geworden sein, dass auf diesem Spielplatz wohl eindeutig doch Kinder spielen. Warum der Vorschlag von Herr Koller nicht aufgegriffen wurde stößt auf Unverständnis. Wir werden abwarten, wie mit der Beteidigung von uns weiterhin ungegangen wird und drücken den Kids die Daumen!

  7. Als interessierter Bürger und Mitglied der Bürgerinitiative „Rettet Aelkes“ war ich vor einiger Zeit auf der „Raesfeld Konferenz 2030“ in der Sebastianschule. Die Eröffnungsansprache hielt BM Grotendorst und ein Schwerpunkt seiner Rede war die Betonung der Wichtigkeit, Bedeutung und Erwünschtheit von Bürgerbeteiligung im politischen Geschehen der Gemeinde Raesfeld. Diese Bürgerbeteiligung ist seit längerer Zeit als Mittel direkter Demokratie in aller Munde und wird in vielen Kommunen bundesweit bereits praktiziert. Ernstgemeinte Bürgerbeteiligung bedarf aber einer klaren Regelung mit verlässlichen gegenseitigen Absprachen und Rahmenbedingungen, Transparenz, Offenheit und auch der Bereitschaft, sich unangenehmen Fragen und Anliegen zu stellen.
    Mündige Bürger sind nun mal nicht nur Erfüllungsgehilfen zur Inanspruchnahme von Fördergeldern. Sie wollen am politischen Geschehen aktiv teilhaben und Ernst genommen werden. Dazu gehört eben ein angemessener Umgang mit Bürgerinitiativen und z. B. die Annahme von Unterschriftenlisten. Um in der Fußballersprache zu bleiben, muss man eben auch bereit sein dahin zu gehen, wo es weh tut!

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