Bauland ist in Schöppingen am günstigsten

Gutachterausschuss traf sich zur „Richtwertsitzung“ im Kreishaus / Zahl der Besitzwechsel ist im Jahr 2010 deutlich gestiegen / Landwirtschaftliche Flächen sind begehrt

Kreis Borken (pd). Der Grundstücksmarkt im Kreis Borken hat sich im vergangenen Jahr deutlich belebt. Die Gesamtzahl aller Flächen und Immobilien, die den Besitzer wechselten, stieg um 6 Prozent auf 2.930. Der Flächenumsatz kletterte um 4 Prozent auf 942 Hektar, der Geldumsatz um 13 Prozent auf 364 Millionen Euro. Diese Zahlen teilt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Borken mit. Das Sachverständigengremium, das vom Land Nordrhein-Westfalen eingesetzt ist, traf sich jetzt zu seiner jährlichen „Richtwertsitzung“ im Kreishaus. Die Mitglieder analysierten die Entwicklung in den einzelnen Sparten. Die Zahlen aus Bocholt fließen nicht in die Berechnungen ein, da es dort einen eigenen Gutachterausschuss gibt.

Insgesamt 1.817 Kaufverträge aus allen Bereichen konnte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Borken im vergangenen Jahr weiter auswerten. Die Vertragspartner bleiben dabei anonym. Der Gutachterausschuss ermittelt Richtwerte für die Preise von Grundstücken, aufgefächert in fast 1000 Bezirke. Erstmals gibt es jetzt auch Richtwerte für verschiedene Wohnsiedlungen im Außenbereich. Die Ergebnisse des Gutachterausschusses sind beispielsweise maßgeblich für die Erstellung von Verkehrswertgutachten über bebaute und unbebaute Grundstücke. Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses ist bei der Kreisverwaltung Borken – Fachbereich Geoinformation und Liegenschaftskataster – eingerichtet.

Die Preise für Wohnbauland blieben im vergangenen Jahr konstant. Für ein typisches Baugrundstück errechnete der Gutachterausschuss einen Durchschnittspreis von rund 124,50 Euro/m² das sind 1,50 Euro mehr als im Vorjahr. Am teuersten ist Bauland mit 188 Euro/m² in Raesfeld. Am günstigsten kommen Häuslebauer in Schöppingen an ein Grundstück (71 Euro/m²).

Deutlich mehr Bewegung war auf dem Markt für landwirtschaftliche Flächen. „Je größer die Flächen sind, desto höhere Quadratmeterpreise werden erzielt“, erklärt der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Karl-Peter Theis. 305 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wechselten den Besitzer, etwa fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Preise stiegen kreisweit von durchschnittlich 4,10 Euro/m² in 2009 auf 4,50 Euro/m² im Jahr 2010. Die teuersten Flächen befinden sich in Gronau, Legden und Schöppingen. Hier beträgt der Bodenrichtwert 5,00 Euro/m². Die günstigsten Lagen findet man in Isselburg, wo der Bodenrichtwert mit 3,00 Euro/m² ausgewiesen ist.

Vor allem große Gewerbegrundstücke wechselten im vergangenen Jahr den Besitzer. Der Quadratmeterpreis lag bei Angeboten aus dem Flächenpool der Kommunen wie im Jahr 2009 im Durchschnitt bei 25 Euro. Dabei gibt es deutliche Unterschiede auch zwischen Nachbarorten. Während die Stadt Ahaus Gewerbegrundstücke für 9 Euro/m² verkaufte, verlangte die Stadt Vreden durchschnittlich 27 Euro/m². Privat gehandelte Gewerbeflächen waren deutlich teurer. Sie kosteten im Mittel 45 Euro/m².

Die Preise für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser sind im Jahr 2010 im Mittel etwa gleich geblieben. Während ein durchschnittliches Objekt dieser Kategorie im Jahre 2009 rund 185.000 Euro kostete, mussten Kaufwillige im vergangenen Jahr für ein ähnliches Objekt rund 181.000 Euro ausgeben. Wie der Geschäftsführer des Ausschusses, Herbert Hemker, mitteilt, sind die Preise hochwertiger Objekte im Mittel um etwa 6 % gesunken, während im Niedrigpreissektor rd. 4 % mehr gezahlt wurde. Bei den Doppelhaushälften und Reihenhäusern betrug der Durchschnittspreis rund 158.000 Euro. Die verkauften Objekte waren im Schnitt 21 Jahre alt und hatten eine Wohnfläche von rund 123 m².

Die neu erstellte Eigentumswohnung war in 2010 im Durchschnitt 82 m² groß und kostete im Mittel 1.879 Euro je m² Wohnfläche. Die gebrauchte Eigentumswohnung war nach den Daten der gesammelten Kaufverträge rund 76 m² groß, ca. 23 Jahre alt und kostete 1.117 Euro pro m² Wohnfläche.

Interessierte können sich die Bodenrichtwerte in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Kreishaus ansehen. Darüber hinaus werden die Daten in Kürze im Internet unter www.boris.nrw.de zur Verfügung stehen. Nähere Informationen gibt es bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses unter den Telefonnummern 02861/82-2520, 82-2522 oder 82-2524. Sie beraten auch bei der Erstellung von Gutachten über den Verkehrswert von bebauten und unbebauten Grundstücken. Im Internet findet sich der Gutachteraussschuss unter http://gutachterausschuss.kreis-borken.de.