„Ich komme auf alle Fälle wieder.“ Mit diesen Worten beginnt für die Jugendhausleiterin Anna Löbbecke ein neuer Lebensabschnitt. Die engagierte Sozialarbeiterin aus Gladbeck verabschiedet sich vorerst in die Babypause. Ganz loslassen kann und will sie ihre Jugendhäuser in Raesfeld und Erle aber nicht.
„Anna ist schwanger. Genau, der eine oder andere hat es vielleicht schon bemerkt“, erzählt sie offen und mit einem herzhaften Lachen. In den vergangenen Wochen sei sie häufiger abwesend gewesen. Den Kindern im Jugendhaus habe sie die Nachricht als Erste erzählt. „Ich war noch einmal in der Einrichtung und habe die freudige Nachricht verkündet, dass ein kleines Wunder unterwegs ist.“
Gleichzeitig beginnt für sie der Mutterschutz. Für Löbbecke ist das ein besonderer Moment. Einer, der Freude bringt, aber auch Wehmut.

Ein lachendes und ein weinendes Auge
„Für mich ein absolut wundervoller Moment, aber natürlich auch ein lachendes und ein weinendes Auge“, sagt sie. Wer sie kenne, wisse, wie sehr ihr die Arbeit im Jugendhaus am Herzen liege. Die Reaktion der Kinder habe sie berührt. Zunächst seien viele geschockt gewesen. Einige hätten sich in den letzten Wochen bereits gefragt, warum sie so selten da gewesen sei.
„Das Erste, was sie zu mir gesagt haben: Oh Gott, wir haben schon gedacht, entweder bist du schwanger oder du hast Krebs.“ Umso größer sei die Erleichterung gewesen, als sie ihnen erklärte, dass tatsächlich ein Baby unterwegs ist.

Mit dem Herzen weiter dabei
Auch wenn sie offiziell keinen Fuß mehr in die Einrichtung setzen darf, bleibt sie dem Jugendhaus eng verbunden. „Aufgrund des Mutterschutzes darf ich natürlich nicht mehr vor Ort arbeiten. Aber mit dem Herzen bin ich immer noch dabei“, sagt Löbbecke.
Sie telefoniere täglich mit ihrer Kollegin Janina Schuchardt. Auch für die Kinder bleibe sie erreichbar. „Für sie bin ich weiterhin die Nummer gegen Kummer. Wenn etwas ist oder sie ein offenes Ohr brauchen, können sie sich jederzeit melden.“
Ein Teil der Organisation laufe weiterhin im Hintergrund über sie. Wichtig sei ihr vor allem eines: Dass die Kinder und Jugendlichen weiterhin verlässliche Angebote haben.

Neustart in beiden Jugendhäusern
In den vergangenen Monaten hat sich in den Jugendhäusern in Raesfeld und Erle viel verändert. Beide Einrichtungen haben einen Neustart erlebt.
„Beide Jugendhäuser wurden einmal komplett umgekrempelt“, berichtet Löbbecke. Neue Möbel, neue Ideen und neue Angebote haben den Treffpunkten frischen Schwung gegeben. Unterstützung kam dabei auch von regionalen Partnern, die bei der Ausstattung halfen. Ganz abgeschlossen sei dieser Prozess nie. „In einem Jugendhaus hört Gestaltung eigentlich nie auf“, sagt sie. Trotzdem sei der Neustart gelungen.

Viele Ideen für die Kinder
Während Löbbecke im Hintergrund unterstützt, organisiert Janina Schuchardt den Alltag vor Ort. Die Sozialarbeiterin teilt ihre Arbeitszeit aktuell zwischen beiden Jugendhäusern auf. Zwei Tage ist sie in Raesfeld, zwei Tage in Erle.
Auf Instagram informiert sie regelmäßig über das Monatsprogramm. Dort können Kinder und Eltern sehen, was gerade geplant ist. „Heute werden zum Beispiel Osterbilder mit Öl gemalt“, erzählt Löbbecke. Schuchardt habe immer wieder neue Ideen und sorge dafür, dass es im Jugendhaus abwechslungsreich bleibe.
Ein Baby im September
Wenn alles gut geht, soll das Baby im September zur Welt kommen. Für Löbbecke beginnt damit eine spannende Zeit. Die Vorfreude ist groß. Gleichzeitig denkt sie auch an ihre „Sprösslinge“ im Jugendhaus, wie sie die Kinder liebevoll nennt. Ganz verabschieden möchte sie sich deshalb nicht.
„Ich komme auf alle Fälle wieder“
„Trennen von Erle kann und will ich mich auf gar keinen Fall“, sagt Löbbecke. Versprechen, die sie gebe, nehme sie ernst. Ihre Wunschvorstellung sei es, nach etwa einem halben Jahr zumindest für ein oder zwei Tage pro Woche zurückzukehren. Ganz festlegen könne sie sich im Moment noch nicht. Aber der Kontakt bleibt.
„Mit einem Ohr werde ich immer verfolgen, was los ist“, sagt sie. „Und für die Kinder und Jugendlichen werde ich auch weiterhin da sein, wenn auch zunächst aus der Distanz.“
Eines steht für sie deshalb schon jetzt fest. „Ich komme auf alle Fälle wieder.“
Für sie bin ich weiterhin die Nummer gegen Kummer
Anna Löbbecke

Öffnungszeiten der Jugendhäuser in Raesfeld und Erle
Die Jugendhäuser in Raesfeld und Erle bleiben weiterhin geöffnet. Betreut werden beide Einrichtungen von Sozialarbeiterin Janina Schuchardt. Sie teilt ihre Arbeitszeit zwischen den beiden Standorten auf.



























