Köln/Borken (pd).
Die Tierschutzorganisation „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“ hat Strafanzeige gegen den Betreiber der Nerzfarm in Borken (NRW) gestellt.

Gut versteckt in Borken Gemenwirthe liegt auf dem Gelände der Firma Brokamp eine Nerzfarm, die im Fokus der Tierschützer geraten. Die Nerzfarm ist an einen Holländer verpachtet, der trotz mehrmaligen Aufforderungen den jetzigen Zustand unverändert gelassen hat. Trotz Aufforderung vor rund zwei Monaten vom Veterinäramt Borken, diese Ställe in dieser Form nicht mehr zu betreiben oder sofort  zu schlließen, hat sich bis dato nichts verändert. Erst mal abwarten wie das Gerichtsurteil ausgeht. Grundstückseigentümer Brokamp sitzt das so lange aus und das kann ja teilweise in Deutschland dauern.

Der „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“ überprüft im Rahmen einer bundesweiten Recherche alle noch bestehenden Nerzfarmen auf die Einhaltung des Gesetzes. In Borken (NRW) konnte dokumentiert werden, dass die Nerze weiterhin in engen Käfigen leiden – ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht. „Der Arbeitskreis humaner Tierschutz hat darum Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft gestellt und das Videomaterial als Beweis vorgelegt“, so der gelernte Tierpfleger Stefan Klippstein abschließend.

Nerze haben meist ein kurzes und qualvolles Leben in Deutschland. Sie werden auf Farmen in engen Drahtkäfigen gehalten. In freier Wildbahn ist ihr Revier bis zu 20 Quadratkilometer groß – in deutschen Farmen beschränkt sich ihr „Revier“ auf wenige Zentimeter nach vorne und zurück.

Der „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“ kritisiert seit Jahren diese Haltung und fordert eine Schließung aller Nerzfarmen. Auch die Politik hatte die Zeichen der Zeit erkannt und änderte vor einigen Jahren die Tierschutznutztierverordnung – allerdings mit langen Übergangsfristen für Betreiber. Am 11.12.2011 endete solch eine Übergangsfrist, und den Nerzen müssen nun deutlich größere Käfige zur Verfügung stehen. „Dass die Pelzindustrie mit allen Mitteln versucht, das Gesetz zu umgehen, war abzusehen; schließlich bedeutet mehr Platz für Tiere weniger Profit für den Pelzfarmer. Aber: Gesetz bleibt Gesetz“, so Stefan Klippstein, Pressesprecher vom „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“

Erst vor wenigen Tagen hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden, dass eine Nerzfarm in Nettetal (NRW) unverzüglich geschlossen werden muss, auch hier hatte die Tierschutzorganisation „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“ dokumentieren können, dass ein Verstoß gegen die Tierschutznutztierverordnung vorlag.
Siehe auch auf: youtube http://bit.ly/whFGNe

Fotos: Quelle youtube

1 KOMMENTAR

  1. Ein Drahtkäfig mit einer durchschnittlichen Bodenfläche von 30 mal 90 Zentimetern ist das Gefängnis der Nerze, ein stinkender Brei aus Fisch‑ und Schlachthofabfällen ihr Futter. In Freiheit ist ihr Revier bis zu 20 Quadratkilometer groß. Hier leben sie ohne Wasser, obwohl das das Lebenselement frei lebender Nerze ist. Selbstverstümmelung gehört bei dieser Lebensweise dazu. Sieben Monate in dieser Enge auf den qualvollen Erstickungstod zu warten, ist ihr einziger Lebenszweck. Dann werden sie getötet. »Ernte« nennt man diesen Gewaltakt in der Pelzbranche…

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