Appell an Autofahrer lautet: „Fuß vom Abzug!“

Auszubildende gestalten Plakate / Arbeiten sind bald an Straßen im Kreis Borken zu sehen

Kreis Borken/Ahaus (pd). Um mehr Vorsicht und Rücksichtnahme im Straßenverkehr werben neue Plakate, die ab August an einigen Straßen im Kreis Borken zu sehen sein werden. Gestaltet haben die Motive angehende Mediengestalterinnen und -gestalter, die zurzeit das kreiseigene Berufskolleg für Technik in Ahaus besuchen. Rund 40 von ihnen beteiligten sich an dem Wettbewerb, den der Kreis Borken ausgelobt hatte. Jetzt stellte die Jury im Berufskolleg die Gewinner vor. Nadine Scholz und Juliane Kersting, beide aus Ahaus, haben das Rennen gemacht.

Ein Auto kann wie eine Waffe sein: Das ist die Botschaft des Plakates, das Nadine Scholz gestaltet hat. Die 21-Jährige lässt aus dem Lauf einer Pistole einen Pkw schnellen. Ein junges Mädchen zuckt davor zusammen, die Angst ist ihr ins Gesicht geschrieben. „Ich hoffe, dass viele Autofahrer darüber nachdenken, dass sie mit ihrem riskanten Verhalten Unschuldige, vor allem Kinder, gefährden“, erklärt Nadine Scholz. Sie absolviert ihre Ausbildung bei der Agentur „Brüggemann & Freunde“ in Borken. An neun großen Straßen im Kreis wird ihr Entwurf zu sehen sein.

„Bei Tempo 100 wird das Reh zum Elefanten“, ist auf dem Entwurf von Juliane Kersting zu lesen. Die 22-Jährige, die beim Gutenberghaus in Stadtlohn arbeitet, erinnert sich dabei an den Wildunfall eines Bekannten. Dessen Auto sah danach aus, als wäre es mit einem Elefanten aneinandergeraten. Der Kreis Borken wird Juliane Kerstings Plakat an drei Stellen platzieren, an denen besonders viele Wildunfälle passieren.

„Wir waren erstaunt, wie viele tolle Entwürfe entstanden sind“, erklärte der Verkehrsdezernent des Kreises, Dr. Hermann Paßlick, bei der Preisverleihung. Gemeinsam mit

dem Leiter des Fachbereichs Verkehr, Ludger Stienen, Agenturchefin Anja Meuter aus Gescher, der Fotografin Lisa Kannenbrock, dem Vorsitzenden der Kreisverkehrswacht, Peter Bohnenkamp, und Werner Sievers von der Kreispolizeibehörde hatte er die Siegermotive ausgewählt.

Anja Meuter betonte in ihrer Laudatio, dass beide Motive mit einer guten Kernidee und überzeugender Umsetzung punkten könnten. Jeder Mensch sei täglich mit vielen Tausend Botschaften konfrontiert, erklärte die Geschäftsführerin der Agentur „Meuter und Team“. Mediengestalter stellten sich mit ihren Entwürfen so ständig dem Kampf um Aufmerksamkeit. Den beiden Plakaten gelinge es, zu provozieren und ihre Botschaften damit im Gedächtnis der Betrachter zu verankern.

Ein Preisgeld erhielt neben den beiden Gewinerinnen auch die Schule. Dafür bedankten sich der stellvertretende Leiter des Berufskollegs, Alfred Kruft, und Fachlehrer Matthias Terhechte. Weitere Anerkennung für alle Teilnehmer: Sie werden zum Fahrsicherheitstraining in Gescher-Estern eingeladen. Denn zu den Zielen des Wettbewerbs gehörte es auch, junge Autofahrer für die Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren.