Sieben Wochen im Waisenhaus in Kumi/Uganda
Sarah Nienhaus (19) aus Erle hat bei ihrem Aufenthalt in Kumi (Ost-Uganda) in einem Waisenhaus mitgearbeitet.
ERLE. Viele emotionale Momente hat Sarah Nienhaus (19) während ihres siebenwöchigen Aufenthaltes in Uganda erlebt.

Die angehende Lehramts-Studentin besuchte jetzt Pfarrer Charles Osire in seinem Heimatdorf bei Kumi (13.000 Einwohner). Dabei lernte sie auch die drei Patenkinder ihrer Familie im Alter von 15 bis 18 Jahren kennen.
Zustandegekommen war der Kontakt durch den Verein „Kumi-Freunde“ und Pfarrer Charles Osire, der sie bei seinem Aufenthalt in Deutschland 2016 eingeladen hatte.

Gut ein Jahr später machte sich Sarah nun mit zwei Koffern auf die Reise. „Einer war voll mit Kleiderspenden für die Kinder im Waisenhaus in Kumi und Schokolade. Denn die können sich die Bewohner nicht leisten. Darüber haben sich alle sehr gefreut“. Besonders begehrt seien auch Fußballtrikots von Bayern München, Real Madrid oder Manchester United.

Kinder empfingen Nienhaus singend und tanzend
Am Flughafen in der Hauptstadt Kampala empfing sie Pfarrer Charles. Nach sechs Stunden Autofahrt erreichten sie Kumi. Dort weilten noch drei weitere Frauen aus Deutschland zu Besuch. „Die Hauptstraßen sind sehr gut. Nur am Ende fuhren wir über Schotterstraßen, wo die Staubbelastung hoch ist. Ich habe mich gewundert, wie die Menschen dort am Straßenrand wohnen können“, so Nienhaus. Der Erlerin fielen rund um Kumi besonders der Plastikmüll sowie die Ratten auf, aber auch Schlangen und Eidechsen.

Herzlichkeit
Singend und tanzend hießen Kinder aus dem Waisenhauses die 19-Jährige willkommen. Die Schulkinder dort begrüßten sie mit den Worten „Muzungo“, was soviel heißt wie „Weiße“. „Alle waren neugierig, aufgeschlossen, und sehr freundlich“, erzählt Nienhaus, wie sie erste Kontakte knüpfte.
Die Herzlichkeit der Menschen habe sie beeindruckt. In der Einrichtung sind bereits rund 200 Mädchen und Jungen betreut worden. Sie finanziert sich durch Spendengelder des Vereins „Kumi-Freunde“.

Spenden
Nienhaus hatte vor ihrer Reise Spenden gesammelt. So konnte sie Pfarrer Charles Osire 2000 Euro überreichen. Das Geld stammt vom Raesfelder Missionsausschuss und aus der Kollekte des Abi-Gottesdienstes von St. Ursula (Dorsten). Hinzu kamen weitere Spenden.
Die Erlerin berichtet: „Von dem Geld wurde unter anderem die Solaranlage des Waisenhauses repariert. Das war wichtig, da um 19 Uhr die Sonne untergeht, und die Menschen im Dunkeln stehen. Elektrizität wird dort hauptsächlich zur Beleuchtung benötigt. Fernseher, Kühlschränke und sonstige Elektrogeräte gibt es kaum in dem Dorf. Nur die Studenten besitzen einen Laptop.“

Selbstversorger
Bei den Mahlzeiten habe es für die Gäste jeden Tag Reis mit Kohl und etwas Fleisch gegeben. „Reis ist für die Einheimischen etwas besonderes. Sie essen täglich nur eine Art Maisgericht – ähnlich dem Kartoffelpüree – mit Bohnen“.
„Wir haben in der Zeit dort viele Lebensmittel, wie Maismehl und Bohnen, für die Bewohner eingekauft. Die Leute im Dorf sind Selbstversorger. Sie haben eigene Felder, zwei bis drei Kühe, dazu Schweine, Ziegen, Hühner und Rinder“, berichtet die 19-Jährige. Ein Teil der Erzeugnisse würde auf dem Markt verkauft.

Nienhaus arbeitete täglich im Waisenhaus mit. Dabei und bei weiteren Unternehmungen lernte sie Land und Leute kennen.
So begleitete sie zum Beispiel die Einheimischen beim Einkauf in die nächsten Orte. Außerdem stand eine dreitägige Safari auf dem Programm.

Als besonders bewegend beschreibt sie die Abschiedsfeier und den Gottesdienst, in dem Pfarrer Osire den Reisesegen spendete. „Auf jeden Fall werde ich nicht zum ersten und letzten Mal dort gewesen sein. Mir sind die Leute ans Herz gewachsen“. Petra Bosse
Spenden und patenschaften – weitere Informationen auf der Seite
www.kumi-freunde.de



























