Nur wenige Jugendliche im Kreis Borken sind ohne Lehrstelle

Ausbildungsmarkt

Lenkungskreis Ausbildungsmarkt tagte im Kreishaus

Kreis Borken (pd). Die Wirtschaftskrise geht am Ausbildungsmarkt im Kreis Borken bislang weitgehend spurlos vorbei. Im Westmünsterland stehen zurzeit nur wenige Jugendliche ohne Lehrstelle oder einen Platz an einer weiterführenden Schule da. Diese Bilanz zog Landrat Dr. Kai Zwicker jetzt gemeinsam mit den Mitgliedern des Lenkungskreises Ausbildungsmarkt. Im Kreishaus traf sich der Landrat mit Hans Meiners von der Agentur für Arbeit in Coesfeld, Hans-Bernd Felken von der IHK Nord-Westfalen, Daniel Janning von der Kreishandwerkerschaft Borken, Susanne Lökes vom „Service-Punkt ARBEIT“ im Kreis Borken und Rita Krümpelmann vom Bildungsbüro des Kreises.
2.023 Ausbildungsstellen, die der Agentur für Arbeit im Ausbildungsjahr 2008/2009 gemeldet wurden, standen 2.830 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. „Damit ist die Versorgung mit Lehrstellen nur leicht schlechter als im vergangenen Jahr“, bilanzierte Hans Meiners. Das Ausbildungsjahr 2008/2009 endete offiziell am 30. September. Die Statistik lasse den Schluss zu, dass viele Jugendliche sich nach der vergeblichen Suche nach einer Lehrstelle für den weiteren Besuch einer Schule entschieden.
Susanne Lökes berichtete von der Lage junger Menschen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen. Am 30. September waren kreisweit 953 Jugendliche aus „ausbildungssuchend“ gemeldet. 812 dieser jungen Männer und Frauen haben zwischenzeitlich eine betriebliche Ausbildung begonnen, gehen weiter zur Schule oder absolvieren berufsvorbereitende Maßnahmen. 67 weitere gelten aus ausbildungsfähig und -willig und erhalten jetzt intensive Hilfe bei der Suche nach einer Lehrstelle. Die übrigen Jugendlichen arbeiten – unterstützt von Bildungsträgern – an ihrer Motivation und Qualifikation.
Der Lenkungskreis trifft sich zwei Mal pro Jahr, um die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt zu besprechen. Bei der nächsten Sitzung im kommenden März wollen die Mitglieder des Gremiums auf den Sommer 2013 blicken. Dann verlassen gleich zwei Abiturienten-Jahrgänge die Schulen. Die einen wie bisher nach neun Jahren auf einer weiterführenden Schule, die anderen haben dann das Abi nach nur acht Jahren in der Tasche. Dann werde es wahrscheinlich zu einem Verdrängungswettbewerb auf dem Ausbildungsmarkt kommen, sind die Mitglieder des Lenkungskreises überzeugt. Die Experten rechnen damit, dass es 2013 vor allem für Haupt- und Realschüler, die einen Ausbildungsplatz suchen, schwierig werden könnte. „Deshalb ist es wichtig, schon jetzt die nötigen Vorkehrungen zu treffen“, erklärt Landrat Dr. Zwicker.