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Störfälle am Raesfelder Abwasserpumpwerk Roggenkamp

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Strumpfhosen und Co gehören nicht in die Toilette

Raesfeld (pd). Pumpenausfall an der Abwasserpumpstation am Roggenkamp – so lautet die Störungsmeldung, die die Mitarbeiter des gemeindlichen Klärwerks innerhalb der letzten 12 Monate häufig erreichte. Teils mehrmals wöchentlich mussten am Roggenkamp die Pumpen der Abwasserpumpstation komplett ausgebaut und dann das Schneidewerk und der Pumpenschacht gereinigt werden. Die Mitarbeiter des Klärwerks entfernten dann mühsam die Verstopfung, indem sie das Pumpwerk von fest gezwirbelten Klumpen aus Feuchttüchern, Einweg-Lappen und Wattestäbchen befreiten. Sogar Reste von Wischmopps waren dabei.

Foto: Gemeinde Raesfeld
Thomas Grewing und Ulrich Junker beseitigen einen Störfall am Pumpwerk Roggenkamp. Foto: Gemeinde Raesfeld

„Leider hielten die Probleme an diesem Pumpwerk an. Wir hatten gehofft, durch ein Rundschreiben an die Anwohner, auf die Problematik aufmerksam machen und so die immer wiederkehrende Verstopfung lösen zu können“, erklärt der Erste Beigeordnete Martin Tesing. „Wir haben die Störung beschrieben und darum gebeten, beispielsweise Einweg-Tücher nur über den Restmüll und nicht über die Toilette zu entsorgen.“ Da die Störungen weiterhin auftraten, habe man sich entschlossen, neue Pumpen mit einem besseren Schneidwerk einzusetzen, so dass die falsch entsorgten festen Tücher zerkleinert werden, bevor diese durch die Pumpe weitergeleitet werden. Nur so würde sichergestellt, dass es nicht zu Rückflüssen und damit verbundenen Kellerüberflutungen komme und damit gleichzeitig den unverhältnismäßigen Zeitaufwand für die Störungsbeseitigung einzudämmen. Die Anschaffung dieser neuen Pumpen schlägt mit rund 10.000 Euro zu Buche, die auf die Abwassergebühren aufgeschlagen werden müssen.

Das sei eine Entwicklung, die man seit einiger Zeit beobachte. „Generell hat sich das Verbraucherverhalten verändert“, erklärt Ulrich Junker vom gemeindlichen Klärwerk. „In den letzten Jahren ist der Verbrauch an verschiedensten Einweg-Tüchern stark angestiegen. Am Klärwerk kommen beispielsweise Baby-Feuchttücher, feuchtes Toilettenpapier, Staub- und Putzlappen und sogar Strumpfhosen an, landen dort im Rechen und müssen kostenintensiv entsorgt werden. Leider verstopfen sie auf dem Weg dorthin die Pumpwerke und lagern sich in den Abwasserkanälen ab, so dass wir häufig verstopfte Pumpen reinigen und den Spülwagen für die Kanäle benötigen.“ Ein Zeit- und Kostenaufwand, der vermeidbar wäre. All diese Materialien dürfen nicht über die Toilette sondern nur über den Restmüll entsorgt werden.

„Trotz alledem gehört Raesfeld im NRW-Vergleich bei den Abwassergebühren noch immer zu den günstigsten Kommunen“, sagt Martin Tesing. „Wir hoffen natürlich, dass das auch weiterhin so bleiben kann und die Bürgerinnen und Bürger uns dabei unterstützen.“

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