Exkursion des Heimatvereins Raesfeld zum Hof Grube ein Erlebnis der besonderen Art
Mit einer Gruppe von 30 Interessierten machte sich der Heimatverein Raesfeld auf den Weg nach Lüdinghausen. Auf dem Hof Grube angekommen wurden sie von den Eigentümern des Hofes Johannes und Karin Busch sowie Dr. Dietrich Maschmeyer von der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. begrüßt.
Nach einer kurzen Einführung zum Erwerb der Hofanlage führten Johannes Busch und Dr. Dietrich Maschmeyer die Gäste aus Raesfeld in zwei Gruppen durch das älteste bekannte Bauernhaus von Westfalen in Einzellage.
Bei der Führung wurde deutlich, mit welcher Begeisterung und welchem persönlichen Engagement sich beide für den Erhalt historischer Baukultur einsetzen. Für die Besucher wurde schnell klar, dass die Rekonstruktion, die Restaurierung und Wiederherstellung historischer Gegebenheiten nur mit sehr viel Feingefühl und Liebe zum Detail möglich ist. Anhand konkreter Beispiele wurde nachvollziehbar, was es bedeutet, alte Bausubstanz so wieder herzustellen, dass sie langfristig nutzbar wird und dass dazu enorme Anstrengungen notwendig sind.
Idealismus, Liebe zum Objekt, vertiefte Kenntnisse über das Objekt sowie der Einsatz alter Handwerkstechniken reichen allein bei weitem nicht aus. Für den Erhalt solch wertvoller historischer Gebäude ist neben dem hohen Einsatz eigener Finanzmittel öffentliche Unterstützung dringend notwendig. Diese Unterstützung erfährt das Vorhaben zu Recht, weil der Hof Grube aufgrund entsprechender archäologischer Funde und dendrochronologischer Untersuchungsergebnisse den Status Kulturgut von nationaler Bedeutung erhalten hat. So wurde z.B. herausgefunden, dass die Eichen, aus denen die Balken für den Hausbau geschnitten wurden, 1517 gefällt wurden – „im gleichen Jahr, in dem Luther seine 95 Thesen an die Wittenberger Kirche nagelte“, sagte Johannes Busch. U.a. deswegen hat auch die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz für Unterstützung gesorgt.
Die Außenhülle des Vierständerhauses ist fast fertiggestellt. In der riesigen, „Ökonomie“ genannten Deele, sind die tragenden Balken erneuert, der Dachboden ist tragfähig wieder hergestellt, insgesamt machen die Arbeiten erkennbar gute Fortschritte. Das Ziel von Karin und Johannes Busch, einen Teil des Gebäudes bewohnbar zu machen, ist in greifbare Nähe gerückt. Dort, wo einst Kühe, Schweine und Pferde gestanden haben, „könnte vielleicht eine Einrichtung entstehen, die sich mit der Bauberatung für historische Gebäude beschäftigt oder Häuserforschung betreibt“, so Busch. Bis dahin ist aber noch viel Arbeit in die Hofstelle zu investieren, und Zeit, und Geld.

































