und kreisangehörige Kommunen sollen knapp 815.000 Euro pro Jahr erhalten / Landrat Dr. Kai Zwicker: „Wichtig ist, dass tatsächlich und ernsthaft nach einem Jahr geprüft wird!“
Kreis Borken (pd). Nach monatelangen Verhandlungen über die Kosten der schulischen Inklusion haben die kommunalen Spitzenverbände und die rot-grüne Landesregierung einen Kompromiss erzielt. „Mit dieser Einigung ist vorerst eine tragfähige Vereinbarung getroffen worden“, sagt Landrat Dr. Kai Zwicker zu der vom Landkreistag und den beiden anderen Spitzenverbänden erreichten Lösung. „Einer der wichtigsten Punkte ist dabei die Überprüfung der der kommunalen Familie entstandenen Kosten in den folgenden Jahren.“
Das Land Nordrhein-Westfalen will sich in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 175 Millionen Euro an den Kosten der schulischen Inklusion beteiligen. Auf den Kreis Borken entfallen davon demzufolge rund 318.000 Euro pro Jahr. Die 17 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet erhalten jährlich insgesamt rund 496.000 Euro. Je nach Größe der Kommune liegt die Zuweisung zwischen gut 5000 Euro (Heiden und Legden) und 114.000 Euro (Bocholt).
Mit diesem Geld sollen Investitions- und Personalkosten getragen werden, die durch die schulische Inklusion, also den gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht-behinderter Kinder, entstehen. Das Land hat im Rahmen des Kompromisses angekündigt, dass die Kosten der Kommunen jährlich erneut überprüft werden und bei eventuell entstandenen Mehrkosten neu berechnet werden sollen. Das sei auch von zentraler Bedeutung in dem Kompromiss, schließt sich Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster der Einschätzung des Landkreistages an: „Viele Entwicklungen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, deswegen kommt der weiteren Überprüfung und damit verbunden einer möglichen Korrektur der Kostenpauschale eine so große Bedeutung zu.“
Landrat Dr. Kai Zwicker betont, dass dieser Kosten-Kompromiss aber nur ein Teilerfolg in der Inklusionsdebatte sei. Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schulträger hielten die Umsetzung des Themas Inklusion für überstürzt. „Vor allem die Lehrkräfte fühlen sich mit dem Thema oftmals alleingelassen und überfordert“, so Dr. Zwicker. „Die Schulträger und viele Eltern sorgen sich um den Fortbestand der Förderschulen zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten sonderpädagogischen Unterstützung. Die Landesregierung muss bei der Inklusion noch deutlich nachbessern.“



























