Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe will Arbeit fortsetzen / Landrat Dr. Kai Zwicker ruft zu Unterstützung auf
Kreis Borken (pd). Am 26. Januar ist Welt-Lepra-Tag. Anlässlich dieses Aktionstages will die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) bundesweit auf ihre Arbeit aufmerksam machen. Landrat Dr. Kai Zwicker ruft die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Borken zur Unterstützung auf. Denn auch in mehreren Kommunen im Kreis – Gescher, Heek, Raesfeld, Stadtlohn, Südlohn und Vreden – engagieren sich Lepragruppen, um die Projekte von DAHW in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern.
Vergessen, verleugnet und ausgestoßen – so werden Leprakranke seit vielen Tausend Jahren behandelt, selbst heute noch. Seit über 30 Jahren ist Lepra durch die sogenannte „Multidrug-Therapie“, einem Mix aus drei Anibiotika, heilbar, erläutert DAHW. Mit der Einnahme der Tabletten ist ein Patient nicht mehr infektiös: Es gibt folglich keinen Grund, Angst vor der Krankheit zu haben. Trotzdem gebe es viele Vorurteile, betont DAHW, und deswegen würden die betroffenen Menschen weiter ausgestoßen. Lepra betrifft vor allem Menschen in Ländern, deren Gesundheitssysteme nicht so funktionieren, wie es hier in Europa üblich ist. Daher wird die Krankheit oft zu spät diagnostiziert und behandelt. Als Folge treten die für Lepra typischen Behinderungen an Händen und Füßen auf. Dies betreffe laut DAHW fast vier Millionen ehemalige Patienten, die so kaum verbergen können, dass sie einmal an Lepra erkrankt waren.
Eine Arbeit zu finden, ist für diese Menschen fast unmöglich. Die Sozialarbeiter der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützen sie bei der Aus- und Weiterbildung, organisieren Selbsthilfegruppen, vermitteln bei Gesprächen mit Arbeitgebern oder helfen bei der Existenzgründung. So bietet sich die Chance für ehemalige Patienten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und ihre Familien zu ernähren.
Im vergangenen Jahr konnte DAHW den 215 Projekten in 23 Ländern die erforderliche Unterstützung zur Verfügung stellen – das sei nicht zuletzt auch der Aufgeschlossenheit und Spendenfreudigkeit der Menschen im Kreis zu verdanken. Um diese Arbeit weiterführen zu können, bittet die Präsidentin der DAHW, Gudrun Freifrau von Wiedersperg, um Unterstützung in der Bevölkerung.
Weitere Informationen zur Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe gibt es im Internet unter www.dahw.de.



























