Hohe Durchimpfungsraten e
rreicht – aber noch Nachholbedarf bei drei Impfungen
Kreis Borken (pd). Was sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hat, bestätigt sich nun erneut: „Im Kreis Borken gibt es keine Anzeichen von ‚Impfmüdigkeit‘.“ Das teilt jetzt der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Gerhard Ettlinger, mit. Dabei bezieht er sich auf die Ergebnisse der im Sommer dieses Jahres erneut kreisweit durchgeführten Impfkampagne. Die Aktion stand in diesem Jahr unter dem Motto „Jeder Impfausweis zählt – auch deiner!“ Ziel war es, über fehlende Impfungen aufzuklären und so den Impfschutz weiter zu verbessern.
„Wir hatten dazu alle Mädchen und Jungen der 7. Jahrgangsstufe der Schulen im Kreisgebiet aufgerufen, ihre Impfpässe von den Sozialmedizinischen Assistentinnen unseres Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes durchsehen zu lassen“, beschreibt der Kreisamtsarzt das Vorgehen bei der Kreiskampagne. 2.900 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich daraufhin. „Die Eltern erhielten dann von uns Informationen darüber, wie es um den Impfschutz ihrer Sprößlinge bestellt ist“, berichtet Dr. Ettlinger weiter und erläutert: „Wir haben dabei empfohlen, erkannte Impflücken beim Haus- oder Kinderarzt schließen zu lassen.“ Außerdem bekamen alle Beteiligten einen Impfkalender des Kreisgesundheitsamtes mit einer Übersicht wichtiger Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission am „Robert-Koch-Institut“ empfohlen werden.
„In den letzten Jahren konnten wir einen Anstieg des Impfschutzes vor allem bei den Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln verzeichnen“, konstatiert Dr. Ettlinger. Habe im Jahr 2012 der Durchimpfungsgrad kreisweit bei 92 Prozent gelegen, sei er inzwischen auf über 95 Prozent angestiegen. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO besteht jetzt eine zuverlässige Seuchenbarriere. Das gilt auch für die Impfung gegen Hepatitis B. Dort liegt der Durchimpfungsgrad bei 97 Prozent.
Lücken sieht der Leiter des Kreisgesundheitsamtes hingegen noch bei der Impfung gegen Keuchhusten und gegen bakterielle Hirnhautentzündung (Meningokokken C-Impfung): „Angesichts eines Durchimpfungsgrades von unter 80 Prozent ist hier eine Seuchenbarriere noch nicht wirksam. Wenn man aber bedenkt, dass wir vor fünf Jahren bei der Meningokokken-Impfung eine Impfquote von 31,5 Prozent und bei der Keuchhusten-Impfung eine von 42,2 Prozent verzeichneten, dann haben wir mit jetzt 72,8 und 77 Prozent bereits große Fortschritte gemacht.“
Auch die Impfung gegen die Kinderlähmung sei nur bei 71 Prozent vollständig. Hier fehle häufig die erforderliche Auffrischimpfung. Dr. Ettlinger: „Dies ist die einzige von neun öffentlich empfohlenen Impfungen, bei der sich der Durchimpfungsgrad in den letzten fünf Jahren von 72,6 auf 71,1 Prozent leicht verschlechtert hat.“ Eltern, Kinderärzte und Hausärzte ruft der Amtsarzt daher auf, diesen Impfungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken: „Impfungen sind nun mal der beste Schutz vor Infektionskrankheiten. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich; gravierende Nebenwirkungen werden nur sehr selten beobachtet und sind im Vergleich zu den Risiken der Infektionskrankheiten verschwindend gering.“



























