Balance zwischen Familie und Beruf schaffen Netzwerk der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten bietet Veranstaltungsreihe für Frauen an / „Den Faden wieder aufnehmen“
Kreis Borken (pd). Für Frauen gestaltet sich die Rückkehr in den Beruf nach der Elternzeit oder auch einer längeren Familienphase manchmal schwierig. Sie sehen sich mit vielen Fragen konfrontiert: Wie bringe ich Familie und Job unter einen Hut? Wo gibt es Aufstiegsmöglichkeiten? Wie kann ich meine Qualifikation weiter verbessern? Die Veranstaltungsreihe „Frau und Beruf“, die das Netzwerk der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Borken gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnerinnen und -partnern entwickelt hat, bietet daher Seminare und Informationsabende an, die Frauen beim erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben begleiten.
„Wir wollen Frauen auf vielfältige Weise unterstützen, damit sie selbstbewusst neue Perspektiven entwickeln – ohne dabei beruflich oder privat den „roten Faden“ zu verlieren“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Borken, Irmgard Paßerschroer. Die 13 verschiedenen Angebote, die sich Themen von A bis Z rund um den beruflichen Wiedereinstieg widmen, finden ab sofort statt.
„Im vergangenen Jahr ist unsere Reihe auf großen Zuspruch gestoßen“, freut sich Irmgard Paßerschroer. „Deshalb haben wir die Themenvielfalt für dieses Jahr noch weiter ausgebaut.“ So geht es unter anderem um das richtige Auftreten in Bewerbungssituationen und Fragen rund um das Aufsetzen von Verträgen.
„Private Altersvorsorge sollten Frauen als eine mögliche Absicherung in Betracht ziehen“, weiß Barbara Rück, Beraterin bei der Verbraucherzentrale NRW, aus ihrer beruflichen Praxis. Nach dem Auftakt am 21. Februar in Bocholt skizziert sie auch in Ahaus, Borken und Rhede unter dem Titel „Private Altersvorsorge – Gerade für Frauen notwendig – aber auch machbar?“, welche Möglichkeiten Frauen haben, um sich ein finanzielles Polster für das Alter zu schaffen. Auch Elke Kellmann, Deutsche Rentenversicherung aus Münster, weiß, dass es für die finanzielle Vorsorge nie zu früh ist. Daher bietet sie ab dem 18. April in Vreden insgesamt acht Vortragstermine in Velen, Südlohn, Bocholt, Borken, Rhede, Ahaus, Isselburg und Raesfeld an, wo sie dem Publikum die möglichen Absicherungen der gesetzlichen Rentenversicherung vorstellt. An dieser Stelle wird auch das sogenannte Hinterbliebenenrecht besprochen.
Um den sogenannten „Paragraphen-Dschungel“ bei jeder Art von Vertragsabschlüssen geht es bei den Informationsabenden der Rechtsanwältinnen Felizita Söbbeke, Beate Kuhn und Petra Pillich, die ab dem 4. März in Borken, Südlohn, Gronau, Stadtlohn und Ahaus stattfinden. Die Berufsbildungsstätte Westmünsterland startet ab dem Frühjahr 2013 mit dem Joportal „Zukunftsfrauen“ durch. Dieses Projekt ist derzeit in der zweiten Qualifizierungsstufe der Regionale 2016.
Am 16. April startet in Bocholt ein Informationsabend für Existenzgründerinnen, den die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) anbietet. Ulrike Wegener, Mitarbeiterin der WfG, berät Unternehmerinnen in der Gründungsphase zu juristischen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Fragen. Wer dagegen erst mit dem Gedanken spielt, nach längerer Pause in die Arbeitswelt zurückzukehren, der ist bei Karin Hartmann richtig. Die Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit in Coesfeld ist am 22. März in Gronau und an Folgeterminen in Bocholt, Gescher, Raesfeld und Rhede.
Insgesamt vier Kommunen besucht Anna Grütering-Woeste, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Borken. In ihren Seminaren dreht sich alles um geschlechtsspezifische Kommunikation, denn „Frauen kommunizieren anders – Männer auch“. Ihre erste Veranstaltung findet am 28. Mai im Rekener Rathaus statt.
Bereits ein Klassiker ist das „Sprungbrett“, eine Seminarreihe rund um den beruflichen Wiedereinstieg. An jeweils vier Terminen vermitteln erfahrene Fachfrauen den Teilnehmerinnen das Rüstzeug für eine planvolle Rückkehr in den Beruf. Am 28. Februar startet die Reihe in Vreden, am 28. Mai in Gronau, am 10. September in Ahaus beziehungsweise Gescher und am 7. November in Borken.
Wer schon einen Schritt weiter ist, der ist beim Bewerbungstraining für Frauen richtig, das an jeweils sechs Vormittagen in Ahaus, Bocholt, Borken, Reken, Stadtlohn, Südlohn und Velen stattfindet. Bewerbungstipps für Mädchen und junge Frauen zwischen 14 und 17 Jahren hält Edith Brefeld, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gronau, bereit.
Die Hürde „Bewerben“ erfolgreich meistern, dabei helfen auch Sabine Böing gemeinsam mit Petra Dunkerbeck-Koch von der Ewibo aus Bocholt. Sie beraten Frauen bei den verschiedenen Stufen des Bewerbungsprozesses – angefangen beim richtigen Aufbau eines Lebenslaufs bis hin zum Gespräch beim möglichen Arbeitgeber.
Oft sind es gerade die Feinheiten, die bei einem sogenannten „Jobinterview“ entscheidend sind. Schon ein Zittern in der Stimme verrät viel über die Bewerberin, weiß Sabine Wulf, Verwaltungsfachwirtin und Sprechtrainerin. Sie wird daher ab Anfang Februar an acht Terminen kreisweit unterwegs sein, um den Teilnehmerinnen dabei zu helfen, sich mit einer klaren und deutlichen Aussprache Gehör zu verschaffen.
Alles Wissenswerte zum Thema „Minijob – Minirente“ erklärt Dagmar Jeske, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Südlohn, an elf verschiedenen Terminen. Der Fokus liegt bei ihren Veranstaltungen vor allem auf den Rechten und Pflichten, die Arbeitnehmerinnen und -geberinnen haben. Der Startschuss der Reihe fällt hier am 12. März um 19.30 Uhr in Raesfeld.
Wie sich Beruf und Familie miteinander vereinbaren lassen, darüber informiert Sonja Schaten von der Berufsbildungsstätte Westmünsterland GmbH. Bei den Terminen, die ab Anfang Februar in Stadtlohn, Rhede, Borken, Reken und Vreden stattfinden, spricht sie über Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich bei einem Wiedereinstieg ins Berufsleben für die ganze Familie ergeben.
Irmgard Paßerschroer hofft, dass möglichst viele Frauen die vielfältigen Angebote nutzen. „Wir haben einen bunten Strauß parat, wo für jeden etwas Interessantes dabei ist.“ Wer sich im Internet einen Überblick verschaffen möchte, findet das Programm der Reihe „Frau und Beruf“ unter www.kreis-borken.de/gleichstellung. Das Programm liegt ab sofort im Kreishaus sowie in den Rathäusern der 17 Städte und Gemeinden im Kreis Borken aus.



























