Neuer Bauratgeber für den Kreis Borken liegt vor / Tipps zum energiebewussten Bauen und Modernisieren / Übersicht über Förderprogramme
Kreis Borken (pd). Komfortabel soll es sein, wenig Energie verbrauchen und auch im Alter noch allen Bedürfnissen entsprechen: Wer ein Haus baut, hat zahlreiche Wünsche. Wie sich möglichst viele von ihnen unter einen Hut bringen lassen, darüber informiert der Bauratgeber für den Kreis Borken. In der Musterwohnung der WohnBau Westmünsterland an der Breslauer Straße in Borken stellten die beteiligten Partner das neue Heft jetzt vor. Der Bauratgeber „Besser wohnen im Münsterland“ ist ein gemeinsames Projekt des Kreises Borken, der Kreishandwerkerschaft, der Sparkasse Westmünsterland und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken. Er bündelt Informationen zu vielen Themen rund ums Haus.
„Bei der Mehrzahl der fast 70.000 Wohngebäude im Kreis Borken haben die ‚Energiediebe‘ immer noch leichtes Spiel“, erklärt Landrat Dr. Kai Zwicker. Über zugige Türen und Fenster, ungedämmte Heizkörpernischen und Rollladenkästen gehe bei vielen Immobilien Energie flöten. „Der Bauratgeber liefert zahlreiche Anregungen, die Schwachstellen einer Immobilie unter die Lupe zu nehmen“, so Zwicker. Eine Sanierung könne helfen, Energie zu sparen und damit gleichzeitig den Geldbeutel und die Umwelt zu schonen.
Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Günther Kremer empfiehlt, dabei auf Fachleute aus der Region zu setzen. Denn nur eine fachgerechte Ausführung der Arbeiten werde für positive Ergebnisse sorgen. „Zahlreiche Betriebe aus der Region gelten inzwischen auch überregional als Experten in Sachen Sanierung“, betont Kremer. Zudem seien die finanziellen Rahmenbedingungen für Bau oder Modernisierung zurzeit besonders günstig. „Die aktuellen Finanzierungsmöglichkeiten führen dazu, dass man unter Umständen mit den Energieeinsparungen die Finanzierung realisieren kann.“
Wer eine Modernisierung plant, sollte die aktuellen technischen Möglichkeiten kennen und auch wissen, für welche Maßnahmen es Fördermittel gibt, empfiehlt Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland. „Die meisten Menschen bauen nur einmal im Leben. Deshalb ist es sinnvoll, sich frühzeitig den Rat von Fachleuten zu holen.“ Der Bauratgeber biete einen Einstieg und erleichtere die Kontaktaufnahme zu Experten aus der Region.
Das Heft zeigt detailliert auf, welche Förder- und Kreditprogramme unter anderem die KfW-Bankengruppe und die NRW-Bank bereithalten. Die Leserinnen und Leser finden in dem Heft zudem Beiträge über Haus- und Solartechnik, Heizen mit Holz sowie Bau- und Wohnkonzepte.
Angesichts der vielfältigen Angebote bräuchten Hausbesitzer einen Lotsen, der ihnen den Weg zum passenden Fördertopf weise, betont Franz Wennemann, der die Redaktion des Heftes übernommen hat. Einen Teil dieser Lotsenfunktion übernehme der Bauratgeber, erläutert Dr. Heiner Kleinschneider, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken. Dabei sieht er in der Broschüre auch einen Beitrag zur Wirtschaftsförderung. „Die heimischen Unternehmen des Bau- und Ausbaugewerbes bieten qualifizierte Beratung und Betreuung bei allen Baumaßnahmen.“ Wer auf Betriebe aus der näheren Umgebung setze, stärke gleichzeitig die eigene Region.
Die 82 Seiten starke Broschüre mit dem Titel „Besser wohnen im Münsterland“ liegt ab sofort kostenlos in den Rathäusern der Region, beim Kreis Borken und in den Filialen der Sparkasse Westmünsterland aus. Im Internet steht sie als pdf-Dokument unter
www.kreis-borken.de/bauratgeber bereit.
Zum Thema: Projekt „Breslauer Straße“ der WohnBau Westmünsterland eG Zwischen 1968 und 1970 baute die damalige Gemeinnützige Kreisbauverein eG die kompakten Wohnriegel am Ortsrand von Borken. Die 183 Wohnungen mit vier- bis fünfgeschossiger Bauweise liegen inmitten von Einfamilienhäusern. Da in den letzten Jahren keine komplexen Renovierungen stattfanden, startete im Frühjahr 2011 eine Komplettsanierung. Rund zwei Jahre wird die gesamte Maßnahme dauern. Um die Massivität der Bauweise aufzulockern, werden komplette Gebäuderiegel abgerissen. Nach Beendigung der Baumaßnahme existieren 27 Wohnungen weniger, also noch 156. Die Wohnungen werden kernsaniert, neu gedämmt und durch den Einbau bodentiefer Fenster heller gestaltet. Nach außen sichtbares Zeichen der Modernisierung ist der neue rote Anstrich.
Foto: Stellten den neuen Bauratgeber vor (v.l.): Borkens Bürgermeister Rolf Lührmann, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Westmünsterland, Heinrich-Georg Krumme, Daniel Janning von der Kreishandwerkerschaft, Dr. Heiner Kleinschneider von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken, Hermann Bonhoff von der Sparkasse Westmünsterland, Uwe Schramm und Dr. Stefan Jägering von der WohnBau Westmünsterland, Redakteur Franz Wennemann, der stellvertretende Kreishandwerksmeister Günther Kremer und Landrat Dr. Kai Zwicker.



























