Deutsch-niederländische Nachbarschaft braucht Pflege

Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünsterland wird 50 Jahre alt / Feier am 29. Oktober in Rhede

Kreis Borken (pd). „Gute Nachbarschaft braucht Pflege“ ist das Motto der Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünsterland. Am Samstag, 29. Oktober, feiert die Vereinigung ihr 50-jähriges Bestehen. Alle Interessierten sind zu einer Gesprächsrunde ins Pfarrheim Heilige Familie an der Südstraße 22 in Rhede eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr und wird gegen 16.30 Uhr enden. Anmeldungen sind bis zum 24. Oktober in der Kulturabteilung des Kreises Borken möglich, Tel.: 02861/82-1350, Mail: [email protected]. Die Teilnahme ist kostenlos.

Sieben Persönlichkeiten aus der Grenzregion werden diskutieren, wie sich die deutsch-niederländischen Beziehungen in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben und wo künftige Herausforderungen liegen. Mit dabei sind unter anderem der ehemalige Oberkreisdirektor des Kreises Borken, Raimund Pingel, heute Vorstand der Westfalen-Initiative, und Bundestagsmitglied Johannes Röring aus Vreden.

Die niederländische Seite vertreten fünf erfahrene Politiker. Henk Aaldering ist Bürgermeister der Gemeinde Bronckhorst. Elsabe Kalsbeek Baroness Schimmelpenninck van der Oije war lange Mitglied der Ersten Kammer des niederländischen Parlaments. Der ehemalige Direktor des Staring-Instituts Henk Krosenbrink ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünsterland. Henk Ormel ist Mitglied in der Zweiten Kammer in Den Haag und Edmund Verbeet stellvertretender Vorsitzender der Bundesgemeinschaft für Deutsch-Niederländische Kulturarbeit. Die Moderation der Gesprächsrunde übernimmt Frans Willeme, langjähriger Präsident der Euregio.

Deutsche und niederländische Journalisten gaben vor 50 Jahren den Anstoß zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft. Im November 1961 trafen sie sich in Rhede. Wichtigstes Anliegen der Gründer war die zwischenmenschliche Begegnung über die Grenze hinweg. Dazu hat die Arbeitsgemeinschaft in den vergangenen 50 Jahren zahlreiche Aktivitäten entfaltet. Unter dem organisatorischen Dach des Kulturkreises Schloss Raesfeld fanden unter anderem historische Fachtagungen, Kunstausstellungen und Exkursionen statt. Feste Punkte im Jahresprogramm sind der Mittwinterabend im Erve Kots in Lievelde und der Tag des Platt, der in diesem Jahr direkt vor der Jubiläumsfeier in Rhede stattfindet.

„In den vergangenen 50 Jahren hat sich das Verhältnis der Nachbarn gewandelt“, erklärt die niederländische Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Betty Wassink. „Zu dem heute selbstverständlich guten Einvernehmen – auch im offiziellen Bereich – hat auch unsere Arbeitsgemeinschaft beigetraten“, ist sie überzeugt.

Zum Hintergrund: Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünsterland

Zu den Gründern der Arbeitsgemeinschaft gehörten 1961 unter anderem der Verleger des Bocholter-Borkener-Volksblatt, Rolf Terheyden, und Fritz Lindenberg, Vorsitzender des Verkehrsvereins Bocholt. Als Vorsitzender auf deutscher Seite fungierte über viele Jahre der ehemalige Borkener Stadtdirektor Dr. Werner Schwack. Das organisatorische Dach bietet auf deutscher Seite bis heute der Kulturkreis Schloss Raesfeld.

In den Anfangsjahren organisierte die Gruppe unter anderem Ausstellungen mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Grenzraum. Dabei stellte die Grenze noch ein deutliches Hindernis dar. „Dort musste jedes Kunstwerk kontrolliert und mit bestimmten Papieren und Stempeln versehen werden. Das dauerte bei der ersten Grenzüberschreitung Stunden“, erinnert sich der Lehrer und Publizist Henk Krosenbrink aus Winterswijk, der ebenfalls zu den Mitgliedern der ersten Stunde gehörte.

Aktuell engagiert sich die Arbeitsgemeinschaft unter anderem dafür, dass die Achterhoeker „Ludgerusroute“ bis nach Münster fortgeführt wird. Der Weg erinnert an das Leben des ersten münsterischen Bischofs.

Ein Beitrag zur Geschichte der Arbeitsgemeinschaft wird im neuen Jahrbuch des Kreises Borken erscheinen, das im Dezember in den Handel kommt.

Foto: Der Mittwinterabend auf Eerve Kots in Lievelde ist ein fester Punkt im Jahresprogramm der Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünsterland. Hier ein Bild aus dem Jahr 1990.