Altes Trafo-Häuschen in Uefte soll neues Zuhause für Eulen und Fledermäuse werden

Einst waren die Trafohäuschen für damalige Zeiten „High Tec-Anlagen“. Heute haben diese Türme ausgedient und könnten eigentlich abgerissen werden. Damit das aber nicht geschieht,  können  Privatpersonen, oder auch Vereine ein Konzept für die Weiterverwendung dieser Stationen beim RWE einreichen, welche  die Nachnutzungsideen nach allen Kräften unterstützt. Einzige Ausnahme ist die  gewerbliche Nutzung.

Es ist bereits der zweite Turm in Schermbeck, der nun in privater Hand ist. Gekauft von der RWE Rheinland  für nur einen symbolischen Euro,  hat diese Trafostation in Üfte Friseurmeisterin Ilke Üffing aus Rhede.

Die Eröffnung des ersten Turmes in Damm als kleinstes Strommuseum findet morgen statt. Hier gibt es auf 14 Quadratmetern ein Mini-Museum mit einem Überblick über die Strom-Geschichte.

Es waren die Stürmen in den letzten Jahren, die  an den Überlandleitungen zu erheblichen Schäden  führten. Darauf  beschloss das RWE, diese Art der Stromversorgung durch eine Erdverkabelung zu ersetzen.

Für die Rhederin war sofort klar, dass dieser schöne Turm nicht abgerissen werden darf. Sie legte dem RWE-Mitarbeiter Michael Sonfeld, der für mehr als 100 solcher niederrheinischen Trafohäuschen zuständig ist, ihr Konzept vor und konnte damit trumpfen.  Ihr Motto lautet: ARTE-Uefte.

Zusammengesetzt aus den Begriffen Achtung, Respekt, Toleranz und Entspannung. Ein Wahrzeichen alter Werte, der nun zunächst einen neuen Anstrich erhält und zukünftig für „Entspannung“  für Vögel, Schleiereulen, Fledermäuse und Käutze  sorgen soll.

Ganz im Sinne der RWE Deutschland AG., die dieses Konzept nun deutschlandweit ausbreitet.  „Diese Zeugnisse der ländlichen Industriegeschichte  sollen erhalten bleiben,  denn sie sind  fest mit dem Landschaftbild verwurzelt und für deren   Bürger  eine Landmarke“, so Michael Sonfeld.

Das Konzept der RWE für die Käufer ist klar vorgegeben.  Der obersten Bereich im Dach soll dem  Artenschutz dienen, eine ansprechende  Fassadengestaltung wie zum Beispiel ein Dorfwappen soll den Türm zieren. Der  untere Bereich kann dann  in der Regel auch nur ein Lagerbereich sein.

Da der Turm in Üfte  an einer gut befahrenden  Fahrradstrecke liegt, kann sich die  neue Turmbesitzerin durchaus auch eine Raststation für Biker vorstellen.  „Mit einer E-Bikestation sind wir vom RWE voll am Ball und möchten unsere Aktion an die „Türme“ bringen. Der nächste Schritt könnte sein,  dass  vielleicht später alle Türme miteinander vernetzt werden“, so Michael Sonfeld, der schon an jedem Turm eine „entspannte Lage“ sieht. Auch soll der Artenschutz damit unterstützen werden. „Wir dämmen uns alles zu und die armen Vögel werden obdachlos oder ausgesperrt“, fügte Sonfeld hinzu.

Sitzen, ausruhen, Duftgarten und Vögel im Turm! Eine Idee, die sich hoffentlich mit Hilfe der RWE Deutschland  bundesweit durchsetzen wird.