Schulen in Nordrhein-Westfalen sollen weniger Zeit für Verwaltungsaufgaben aufwenden. Nach Angaben des Schulministeriums entfallen 39 von 92 geprüften Abfragen der Schulaufsicht. Weitere Erhebungen würden vereinfacht oder seltener durchgeführt.
Schulen und Schulaufsicht wurden laut Ministerium am Montag, 2. November 2026, über die Änderungen informiert. Ziel sei, Schulleitungen und Lehrkräften mehr Zeit für ihre pädagogische Arbeit zu geben. „Wir geben unseren Schulen mehr Zeit fürs Wesentliche: die Arbeit mit unseren Kindern und Jugendlichen“, erklärte Schulministerin Feller laut Mitteilung. „Dazu entlasten wir Schulleitungen und Lehrkräfte in erheblichem Umfang von Bürokratie.“
Elf Abfragen richten sich künftig an alle Schulen
Gemeinsam mit den Bezirksregierungen habe das Ministerium die bisherigen Abfragen der Schulaufsicht überprüft. Die Bezirksregierungen hätten in Abstimmung mit den Schulämtern begründen müssen, welche Erhebungen weiterhin notwendig seien. Aus zunächst rund 200 als notwendig gemeldeten Abfragen seien nach der Bereinigung, etwa um Doppelungen, 92 übrig geblieben. Nach Prüfung durch das Ministerium entfielen davon mehr als 40 Prozent.
Von den verbleibenden 53 Abfragen richteten sich künftig elf an alle Schulen in NRW. Dazu gehörten die jährliche Erhebung der Amtlichen Schuldaten, die Unterrichtsstatistik UntStat sowie anlassbezogene Abfragen, beispielsweise aus dem Parlament oder von Verbänden.
Weitere 42 beträfen nur bestimmte Schulformen oder ausgewählte Schulen. Dazu zählten etwa Einrichtungen, die am Startchancenprogramm oder am Schulversuch Fachoberschule Polizei teilnähmen. 31 der verbleibenden 53 Abfragen müssten höchstens einmal jährlich oder seltener bearbeitet werden.
Daten zu neu zugewanderten Kindern seltener melden
Bei 19 Abfragen habe das Ministerium die Abläufe angepasst. Erhebungen seien über Regierungsbezirke hinweg vereinheitlicht, in digitale Anwendungen überführt oder im Umfang reduziert worden.
Ein Beispiel betreffe die Zahl neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler: Diese werde künftig nur noch viermal jährlich statt alle zwei Wochen abgefragt. Für die Amtlichen Schuldaten sei ab dem Schuljahr 2027/28 keine zusätzliche Statistiksoftware mehr erforderlich. Die Daten würden dann über das landeseigene Schulverwaltungsprogramm SchILD.NRW erhoben.
Die verbleibenden Abfragen seien unter anderem notwendig, um den Personalbedarf zu planen, Stellen zuzuweisen, die Unterrichtsversorgung sicherzustellen und Schulplätze zu vergeben, erläuterte Feller in der Mitteilung. Auch regelmäßige Rückmeldungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz blieben erforderlich.
Neue Abfragen brauchen grundsätzlich eine Freigabe
Damit der Verwaltungsaufwand nicht erneut wachse, führe das Ministerium eine sogenannte Bürokratiebremse ein. Zusätzliche Abfragen von Schulämtern oder Bezirksregierungen müssten dem Schulministerium grundsätzlich zur Freigabe vorgelegt werden. Das gelte sowohl für einmalige als auch für regelmäßige Erhebungen.
Zuvor sei zu prüfen, ob die benötigten Daten bereits an anderer Stelle vorlägen oder sich der Informationsbedarf auf anderem Weg decken lasse. „Mit unserer Bürokratie-Bremse wollen wir dafür sorgen, dass die freiwerdenden Ressourcen nicht gleich wieder durch neue Aufgaben gebunden werden“, erklärte Feller laut Mitteilung.
KI soll bei schulischen Aufgaben unterstützen
Ergänzend setze das Ministerium auf KI-Assistenzen im kostenfreien Angebot AIS.chat. Zu den ersten vier Angeboten sei zum laufenden Schuljahr eine weitere Assistenz hinzugekommen. Sie solle Schulen helfen, aus den Ergebnissen des Zentralen Schülerfeedbacks Ideen zur Weiterentwicklung ihrer Schulkultur abzuleiten. Eine Assistenz zur Demokratiebildung sei in Arbeit.
Digitale Anmeldung und Schulbescheinigungen geplant
Weitere Änderungen gingen laut Ministerium auf Vorschläge von Schulleitungen zurück. Dazu gehörten die Zusammenführung verschiedener Einstellungsportale im zentralen Angebot „Mein Weg in den Schuldienst“ (meWiS) und die Digitalisierung des Anmeldeverfahrens samt Anmeldeschein für den Wechsel auf eine weiterführende Schule.
Auch die Verwaltungssoftware SchILD.NRW werde weiterentwickelt. Sie solle künftig die automatisierte Erstellung digitaler Schulbescheinigungen ermöglichen.

























