StartGemeinde RaesfeldTrotz Schmuddelwetter: TSV Raesfeld eröffnet neue Sprunganlage mit Heinrich Popow

Trotz Schmuddelwetter: TSV Raesfeld eröffnet neue Sprunganlage mit Heinrich Popow

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Feucht und kalt: Das Wetter spielte am Sonntag bei der Eröffnung der neuen Hochsprung- und Weitsprunganlage des TSV Raesfeld nicht gerade mit. Trotzdem herrschte auf dem Sportplatz gute Stimmung. Pünktlich um 15 Uhr startete die Eröffnung, die Raesfelder Burgmusikanten sorgten für Musik und mit Paralympics Sieger Heinrich Popow war ein prominenter Sportler zu Gast.

Kinder des TSV Raesfeld beim Weitsprung auf der neuen Leichtathletikanlage
Foto: Petra Bosse

Hier beginnt die Nachwuchsförderung

Rund 100 Kinder trainieren nach Angaben des Vereins in der Leichtathletikabteilung des TSV Raesfeld. Für sie bietet die neue Anlage künftig bessere Möglichkeiten, Hochsprung und Weitsprung zu üben. Und die Kinder nutzten gleich die Gelegenheit, die neue Sportstätte auszuprobieren.

Thomas Fischedick, stellvertretender Abteilungsleiter Leichtathletik beim TSV Raesfeld, sieht darin einen wichtigen Schritt für die Nachwuchsarbeit. „Mit Laufen, Springen und Werfen fangen die Kinder hier an“, erklärte er. Manche wechselten später zum Fußball oder zu anderen Sportarten. Doch gerade die Leichtathletik bilde eine wichtige Grundlage für den gesamten Verein. Fischedick bezeichnete sie als Rückgrat der Jugendförderung.

Thomas Fischedick, stellvertretender Abteilungsleiter Leichtathletik beim TSV Raesfeld.
Thomas Fischedick (re.) freut sich über die neuen Trainingsmöglichkeiten für die rund 100 Kinder der Leichtathletikabteilung. Für die Finanzierung sucht der TSV weiterhin Unterstützung.. Foto: Petra Bosse

Heinrich Popow: „Aber es fängt alles hier an“

Was macht Hochsprung und Weitsprung für Kinder so interessant? Heinrich Popow, erfolgreicher Paralympics Sportler, hatte darauf eine einfache Antwort: Die Kombination aus Laufen und Sprungkraft trainiere den gesamten Körper und mache gleichzeitig Spaß.

„Kinder kommen aus dem Sandkasten. Sie verbinden Sand immer mit Spielen“, erklärte Popow. Beim Hochsprung komme der Reiz hinzu, die Latte möglichst nicht herunterzureißen. Beide Disziplinen eigneten sich deshalb besonders gut, um Kinder spielerisch an die Leichtathletik heranzuführen.

Heinrich Popow bei der Eröffnung der neuen Sprunganlage des TSV Raesfeld
: Paralympics Sieger Heinrich Popow besuchte die neue Hochsprung- und Weitsprunganlage des TSV Raesfeld und sprach über die Bedeutung der Nachwuchsförderung. Foto: Petra Bosse

Auch die neue Anlage gefiel ihm. „Schön klein, schön familiär“, lautete sein erster Eindruck. Die verschiedenen Sportangebote lägen dicht beieinander, und die Kinder hätten die Anlage sofort angenommen. Besonders wichtig sei ihm die Förderung des Breitensports. „Wir feiern immer nur die, die dann im Fernsehen die Erfolge bringen. Aber es fängt alles hier an.“ Gerade kleinere Vereine bräuchten gute Trainingsmöglichkeiten. Die Raesfelder Anlage sei durchdacht und erfülle auch hohe sportliche Ansprüche, erklärte Popow.

Bürgermeister Kuhmann: Gemeinschaft und Ehrenamt gehören dazu

Bürgermeister Dirk Kuhmann hob bei der Eröffnung hervor, wie wichtig solche Sportstätten für die Gemeinde seien. Hier gehe es nicht allein darum, sportliche Talente zu entdecken und zu fördern. Die Anlage bringe auch Menschen zusammen. „Hier kommt Gemeinschaft zusammen. Hier werden nicht nur Talente entdeckt, sondern auch Talente gefördert“, sagte Kuhmann.

Er verwies auf die Zusammenarbeit zwischen dem TSV, der Gemeinde und den vielen ehrenamtlichen Helfern. Ohne Fördermittel und das Engagement vor Ort hätte der Verein das Projekt nicht in dieser Form verwirklichen können. Die Anlage diene damit nicht nur dem Sport, sondern auch dem Gemeinwohl.

Auch Bürgermeister Dirk Kuhmann und die neue Wirtschaftsförderin Sabrina Greiwe schauten sich bei der Eröffnung die neue Sprunganlage des TSV Raesfeld an.
Auch Bürgermeister Dirk Kuhmann und die neue Wirtschaftsförderin Sabrina Greiwe schauten sich bei der Eröffnung die neue Sprunganlage des TSV Raesfeld an. Foto: Petra Bosse

Unter den Gästen war auch Sabrina Greiwe, die neue Wirtschaftsförderin der Gemeinde. Sie nutzte die Gelegenheit, weitere Raesfelder kennenzulernen. „Ich bin dabei, die Raesfelder kennenzulernen und die wunderschönen Orte hier zu entdecken“, erzählte sie. Beim Hochsprung oder Weitsprung werde man sie allerdings eher nicht antreffen. Lieber fahre sie Fahrrad oder gehe joggen, verriet sie schmunzelnd.

Rund 186.000 Euro investiert: TSV sammelt weiter Spenden

Die neue Hochsprung- und Weitsprunganlage kostet nach Vereinsangaben rund 186.000 Euro. Über das LEADER-Programm erhält der TSV eine Förderung von 70 Prozent. Rund 130.064 Euro fließen damit aus öffentlichen Fördermitteln in das Projekt. Für den Verein bleiben rund 56.000 Euro, die er über Spenden, eigene Mittel und weitere Aktionen finanzieren muss.

„Es ist noch nicht alles zusammen. Wir brauchen noch einiges“, erklärte Thomas Fischedick. Der Verein habe bereits verschiedene Aktionen organisiert und Unterstützer gewonnen. Weitere Spenden seien willkommen. Fischedick zeigte sich zuversichtlich, dass der TSV auch den restlichen Betrag aufbringen könne.

Trotz feuchter Kälte herrschte auf dem Sportplatz gute Stimmung. Einige Besucher und Kinder nahmen die neue Sprunganlage gleich in Beschlag.. Foto: Petra Bosse

Während die Burgmusikanten die Eröffnung musikalisch begleiteten, nutzten die Kinder die neue Anlage. Und vielleicht kommt irgendwann noch ein weiterer prominenter Gast nach Raesfeld: die Dorstener Hochspringerin und Olympiateilnehmerin Christina Honsel.

Auf die Idee, sie einmal zum TSV einzuladen, reagierte Fischedick sofort: „Sehr gerne, das wäre super.“

Trotz feuchter Kälte herrschte auf dem Sportplatz gute Stimmung. Die Kinder nahmen die neue Sprunganlage gleich in Beschlag.
Foto: Petra Bosse

Zahlen und Fakten zur neuen Sprunganlage

Investition und Förderung

  • Gesamtkosten: rund 186.000 Euro
  • LEADER-Förderung: 70 Prozent, rund 130.064 Euro
  • Herkunft der Fördermittel: 80 Prozent Land Nordrhein-Westfalen, 20 Prozent Europäische Union
  • Verbleibender Finanzierungsanteil: rund 56.000 Euro

So finanziert der TSV seinen Eigenanteil

Mit dem Mai-Lauf, der Gemeindemeisterschaft, dem Silvesterlauf und einem Spendenlauf im November 2025 sammelte der Verein bereits Geld für die neue Anlage.

Finanzielle Unterstützung erhielt der TSV von der Volksbank Raesfeld-Erle, der Sparkassenstiftung Westmünsterland, der Stiftung Raesfeld Erle Homer (R.E.H.) und den Stadtwerken Borken.

Weitere Aktionen von Schulen und Stiftungen sollen helfen, die Finanzierungslücke zu verkleinern. Einen Teil der Kosten will der TSV selbst übernehmen. Zusätzlich plant der Verein, bei der Gemeinde Raesfeld einen Investitionskostenzuschuss zu beantragen.

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