Westlich der Stockbreede soll ein neues Wohngebiet entstehen. Bevor erste Entwürfe vorliegen, will die Gemeinde Raesfeld die Bürger nach ihren Wünschen und ihrem Wohnbedarf fragen. Der Planungsausschuss stimmte diesem Vorgehen am 7. September einstimmig zu.
Der Gemeinde stehen im Ortsteil Raesfeld derzeit keine weiteren eigenen Wohnbaugrundstücke zur Verfügung. Das Vergabeverfahren am Levi-Schwarz-Weg sei nahezu abgeschlossen. Sämtliche Grundstücke seien verkauft.
Neue Möglichkeiten bieten Flächen westlich der Stockbreede. Bevor dort gebaut werden kann, muss die Gemeinde das Planungsrecht schaffen. Außerdem muss sie die Kläranlage erweitern. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits.

Wohnen für Jung und Alt
Bürgermeister Dirk Kuhmann erklärte, die Verwaltung sei mehrfach auf unterschiedliche Wohnformen angesprochen worden. Diesen Wunsch greife die Vorlage auf. Bei der Entwicklung müsse die Gemeinde zugleich die Belange der Landwirtschaft beachten.
Wie das Gebiet später aussehen werde, stehe noch nicht fest. „Wir werden sehen, wie die Bedarfe der Bürger sind“, sagte Kuhmann. Auch Vertreter der Wirtschaft sollten sich nach seinen Worten in den Prozess einbringen.
Henry Tünte von den Grünen sprach sich für Angebote aus, die sich an junge und ältere Menschen richten. Auch Alleinstehende, Alleinerziehende und Menschen mit Interesse an alternativen Wohnformen sollten berücksichtigt werden.
Sonja Köhler von der SPD begrüßte die geplante Bedarfsabfrage. Sie wünsche sich ein gemischtes Quartier für Jung und Alt. Dort könnten öffentlich geförderte und frei finanzierte Wohnungen nebeneinander entstehen. Auch die UWG unterstützte die frühe Bürgerbeteiligung.
Ausschussmitglied Christian Becker (FDP) erinnerte an einen früheren Antrag zum sozialen Wohnungsbau. Zudem regte er an, das Flurstück 125 möglicherweise nicht in das Gebiet einzubeziehen. Eine Bebauung könne dort sehr nah an einen landwirtschaftlichen Betrieb heranrücken.

Bürgerveranstaltung als erster Schritt
Die Verwaltung will noch keine engen Vorgaben machen. Die beauftragten Planungsbüros sollten genügend Raum für unterschiedliche Entwürfe erhalten, erklärte Kuhmann. Fragen zu Gebäudearten, Grundstücksgrößen und Wärmeversorgung würden erst im weiteren Verfahren beantwortet.
Den Auftakt bildet eine Bürgerveranstaltung, die Anfang 2027 stattfinden soll. Eine externe Moderation soll die Ideen und Wünsche der Teilnehmer sammeln. Zur Diskussion stehen Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser. Auch die Wärmeversorgung, der Flächenverbrauch und die Begrünung sollen eine Rolle spielen.
Nach der Veranstaltung sollen drei Stadtplanungsbüros Entwürfe für das Gebiet erarbeiten. Die Verwaltung legt diese gemeinsam mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung den politischen Gremien vor. Der ausgewählte Entwurf soll später als Grundlage für das Bauleitplanverfahren und die Planung der Wärmeversorgung dienen.
Der Planungsausschuss stimmte der Bürgerveranstaltung und der Bereitstellung von Haushaltsmitteln für 2027 einstimmig zu. Damit kann die Gemeinde den Planungsprozess für die Wohnbauflächen westlich der Stockbreede vorbereiten.

























