StartPolitikBündnis90/GrüneStreit um Baumschutzsatzung: Drei Fraktionen wollen Bürger entscheiden lassen

Streit um Baumschutzsatzung: Drei Fraktionen wollen Bürger entscheiden lassen

Veröffentlicht am

UWG, Bündnis 90/Die Grünen und SPD wollen die Baumschutzsatzung der Gemeinde Raesfeld erhalten und überarbeiten. Sollte die CDU an einer Abschaffung festhalten, kündigen die drei Fraktionen einen Antrag auf einen Ratsbürgerentscheid an.

Satzung überarbeiten statt abschaffen

Die Fraktionen von UWG, Grünen und SPD sprechen sich gemeinsam für den Erhalt des kommunalen Baumschutzes aus. Die bestehende Satzung solle auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen überprüft und praxistauglicher gestaltet werden. Zugleich wollen die Fraktionen unnötige Bürokratie abbauen.

Anzeige
Anzeige zur Ausbildungsbörse 2026 an der St. Ursula Realschule in Dorsten

Aus ihrer Sicht gehe es bei der Diskussion um eine Grundsatzentscheidung für Raesfeld, Erle und Homer. Betroffen seien der gewachsene Baumbestand, das Ortsbild und die Lebensqualität.

Die drei Fraktionen verweisen dabei auf die Bedeutung großer und älterer Bäume. Diese spendeten Schatten, kühlten durch Verdunstung ihre Umgebung und böten zahlreichen Arten einen Lebensraum. Angesichts zunehmender Hitzeperioden werde diese Wirkung künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

„Wir wollen nicht einfach am Status quo festhalten. Wir wollen wertvolle alte Bäume schützen, die Satzung praxistauglich weiterentwickeln und gleichzeitig zusätzliche Neupflanzungen fördern. Baumerhalt und neue Bäume sind kein Gegensatz – eine gute kommunale Politik muss beides zusammenbringen“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Volker van Wasen von der UWG, Henry Tünte von den Grünen und Andreas Erzkamp von der SPD.

Ratsbürgerentscheid parallel zur Landtagswahl

Sollte die CDU-Fraktion weiterhin für eine Abschaffung der Baumschutzsatzung stimmen, wollen UWG, Grüne und SPD gemeinsam einen Ratsbürgerentscheid beantragen. Die vorgeschlagene Abstimmungsfrage laute:

„Soll die bestehende Baumschutzsatzung der Gemeinde Raesfeld erhalten bleiben?“

Nach den Vorstellungen der drei Fraktionen könnte die Abstimmung parallel zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2027 stattfinden. Dadurch lasse sich eine hohe Beteiligung erreichen und zusätzlicher organisatorischer Aufwand begrenzen.

„Es geht nicht darum, Bürgerinnen und Bürger zu bevormunden. Wenn die CDU die Baumschutzsatzung abschaffen will, dann soll sie den Menschen in Raesfeld, Erle und Homer auch zutrauen, darüber selbst zu entscheiden“, erklären van Wasen, Tünte und Erzkamp.

Rückmeldungen aus der Bevölkerung

Nach Angaben der Fraktionen hätten sie in den vergangenen Wochen zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Darin sei mehrfach die Sorge geäußert worden, dass nach einer Aufhebung der Satzung mehr alte und ortsbildprägende Bäume gefällt werden könnten.

UWG, Grüne und SPD wollen deshalb den Schutz wertvoller Bestandsbäume mit einer fachlich begründeten Förderung neuer Bäume verbinden. Eine vorgeschlagene Liste förderfähiger Baumarten solle zuvor überprüft und an die örtlichen Bedingungen angepasst werden.

Bei der Auswahl müssten nach Ansicht der Fraktionen neben der Eignung für Klima und Standort auch Biodiversität, Naturschutz, Invasionsrisiken und biologische Sicherheit berücksichtigt werden. Bestehende Angebote zur Förderung alter Hochstamm-Obstsorten sollten ergänzt, aber nicht gedoppelt werden.

Kritik an einzelnen Baumarten auf der Förderliste

Klärungsbedarf sehen die drei Fraktionen bei Robinie, Roteiche und Pennsylvanischer Esche. Diese Baumarten würden vom Bundesamt für Naturschutz als invasiv eingestuft.

Bei der Robinie verweisen UWG, Grüne und SPD auf einen Beschluss des Bau- und Umweltausschusses. Dieser habe im Juni einstimmig beschlossen, problematische Robinien im Gemeindegebiet nach und nach zu ersetzen.

„Es wäre schwer vermittelbar, wenn die Gemeinde eine invasive Baumart im eigenen Bestand wegen ihrer Probleme ersetzt und gleichzeitig ihre Neupflanzung auf Privatgrundstücken mit öffentlichen Mitteln fördert“, erklären die drei Fraktionsvorsitzenden.

Unterzeichnet wurde die gemeinsame Mitteilung von Volker van Wasen für die UWG, Henry Tünte für Bündnis 90/Die Grünen und Andreas Erzkamp für die SPD.

LETZTE BEITRÄGE

Unsere Heimat: Nordrhein-Westfalen sucht die schönsten Naturfotos

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege rufen auch in diesem Jahr wieder zu einem Fotowettbewerb auf. Unter...

Arbeitslosigkeit im August saisonbedingt weiter gestiegen

Kreis Borken registriert 5.906 Arbeitslose – und liegt weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau Kreis Borken (pd). Die Zahl der SGB-II-Arbeitslosen ist im August 2026 weiter angestiegen....

Bildungswerk Raesfeld: Kursangebote

Bildungswerk Raesfeld - Kurse September 2026 Anmeldung, Auskunft und Beratung Tel.: +49 2865 10073 oder [email protected]. Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 08:30 Uhr - 12:00 Uhr und Mi. 14:00...
00:02:22

#53 Monatsrückblick: Bürgermeister zieht Bilanz, neuer Eingang fürs Rathaus und Musik im Tiergarten

In der 53. Folge des Raesfeld Podcasts blickt Moderatorin Sabrina Czupiol auf die wichtigsten Themen des Monats August: Das Sommerinterview mit Bürgermeister Dirk Kuhmann, das...

Klick mich