Zwei Konzertabende, ein Programm und viel Beifall: Rolando Villazón brachte am Samstag und Sonntag spanische Klänge an das Wasserschloss Raesfeld. Gemeinsam mit Sopranistin Charlotte Langner und der festival:philharmonie westfalen präsentierte der Tenor Musik aus Oper und Zarzuela.

Zusatzkonzert wegen großer Nachfrage
Der Konzertabend am Samstag, 15. August, war bereits seit Wochen ausverkauft. Wegen der großen Nachfrage setzte die Musiklandschaft Westfalen für Sonntag ein Zusatzkonzert mit identischer Besetzung und gleichem Programm an.
Unter dem Titel „Noche Española“, zu Deutsch „Spanische Nacht“, erklangen bekannte Opernmelodien und Stücke aus der Zarzuela. Diese Form des spanischen Musiktheaters verbindet Gesang, Instrumentalmusik und gesprochene Szenen.
Gemeinsam sangen Rolando Villazón und Charlotte Langner unter anderem das Duett „Caballero del alto plumero“ aus der Zarzuela „Luisa Fernanda“ von Federico Moreno Torroba. Villazón und Langner wechselten im Laufe des Abends zwischen Solopartien und gemeinsamen Auftritten.
Die festival:philharmonie westfalen begleitete die beiden Sänger unter der Leitung von Dirigent Michael Zlabinger. Das Orchester setzte auch eigene musikalische Akzente und führte das Publikum durch das Programm.

Villazón sucht die Nähe zum Publikum
Rolando Villazón beschränkte sich nicht auf seine Rolle als Sänger. Der gebürtige Mexikaner führte locker durch Teile des Abends, sprach über die spanische Zarzuela und bezog das Publikum ein. Seine Ansagen verband er mit sichtbarer Spielfreude auf der Bühne.
„Es ist ein toller spanischer Abend, den wir heute haben“, sagte Villazón. Er freue sich, in Raesfeld vor dieser Schlosskulisse und gemeinsam mit den Musikern aufzutreten.
Auch eine Rückkehr kündigte er an: „Ich freue mich, nächstes Jahr zurückzukommen, mit wunderbarer Musik von der Oper bis zum Broadway.“
Das Publikum reagierte während des Konzerts mit lauten Beifallsrufen. Nach mehreren Darbietungen hielt der Applaus lange an. Teile des Publikums erhoben sich von ihren Plätzen.

Weltstar mit vielen künstlerischen Aufgaben
Rolando Villazón zählt seit mehr als 25 Jahren zu den international bekannten Opernsängern. Der mexikanisch-französische Tenor trat auf großen Opern- und Konzertbühnen auf. Neben seiner Tätigkeit als Sänger arbeitet er als Regisseur, Schriftsteller sowie Radio- und Fernsehmoderator. Zudem leitet er künstlerisch die Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg.
In Raesfeld zeigte er seine Bühnenpräsenz nicht nur während der Arien. Er kommunizierte mit dem Orchester, wandte sich direkt an die Zuschauer und rief zum Auftakt des nächsten Programmteils: „Vamos!“
Villazón lobt Charlotte Langner
Viel Aufmerksamkeit erhielt auch Charlotte Langner. Villazón stellte die junge Sopranistin dem Publikum vor und erinnerte an seine frühere Fernsehsendung „Stars von morgen“. „Ich sage euch: Das ist ein Star von morgen, den ihr hier hört“, sagte er über seine Kollegin.

Langner stammt vom Niederrhein und gab bereits als Jugendliche ihr Debüt in der Tonhalle Düsseldorf. Sie studierte am Mozarteum Salzburg und an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Seit der Spielzeit 2024/2025 gehört sie dem Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein an. In der Spielzeit 2026/2027 soll sie dort als Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“ auftreten.
Mit ihrer klaren Sopranstimme setzte sie einen Kontrast zu Villazóns Tenor. Beide führten das Publikum durch ein Programm, das spanisches Musiktheater und bekannte Opernmelodien verband.
Musik vor historischer Schlosskulisse
Der Innenhof des Wasserschlosses bildete an beiden Abenden die Kulisse für die „Spanische Nacht“. Villazón würdigte den Spielort und das Publikum ausdrücklich: „Sehr schön, hier in Raesfeld zu sein, mit diesem wunderbaren Publikum und in diesem tollen Schloss.“
Mit den beiden Konzerten endete das Veranstaltungsprogramm der Musiklandschaft Westfalen am Wasserschloss Raesfeld. Für Villazón steht der nächste Termin bereits fest: Am 7. August 2027 wolle er erneut in Raesfeld auftreten.


























