Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Bürgerwind Erler Lohr und die Windenergie Overbeck den Start der Bauarbeiten für zwei benachbarte Windparks markiert. Westlich von Erle und nördlich von Schermbeck sollen künftig fünf Windenergieanlagen entstehen.
Zwei Windparks starten in die Bauphase
Am Montag, 6. Juli, fand der symbolische Spatenstich für die Tiefbauarbeiten der beiden Windparks statt. Die Projekte Bürgerwind Erler Lohr und Windenergie Overbeck liegen räumlich direkt nebeneinander. Nach zum Teil langjähriger Planung treten beide Projektgesellschaften nun in die Realisierungsphase ein.
In den kommenden Monaten sollen zunächst die vorbereitenden Tiefbauarbeiten beginnen. Anschließend folgen der Bau der Fundamente und die Errichtung der Windenergieanlagen.
Bürgerenergie statt fremder Investoren
Nach Angaben der Projektgesellschaften stehen beide Vorhaben für eine regionale Umsetzung der Energiewende. Nicht externe Investoren, sondern lokale Akteure, Gemeindewerke sowie Bürgerinnen und Bürger hätten sich zusammengeschlossen, um erneuerbaren Strom vor Ort zu erzeugen.
Insgesamt seien mehr als 100 Personen sowie die Gemeindewerke Schermbeck der beteiligten Kommunen an den beiden Projektgesellschaften beteiligt. Die jeweiligen Gemeindewerke halten demnach 20 Prozent am Eigenkapital.
„Mit dem heutigen Spatenstich wird sichtbar, was über viele Jahre hinweg vorbereitet wurde: ein starkes Bürgerenergieprojekt, das erneuerbaren Strom erzeugt und zugleich Wertschöpfung in der Region hält“, sagte Hubert Große-Ruiken, Geschäftsführer der Gemeindewerke Schermbeck. Wichtig sei, dass lokale Akteure Verantwortung übernehmen. Die Windenergie Overbeck zeige, wie Energiewende gelingen könne, wenn Grundstückseigentümer, Anwohner, Kommune und Gemeindewerke gemeinsam an einem Ziel arbeiteten.
Overbeck wird seit 2011 geplant
Die Planungen für das Windenergieprojekt in der Bauernschaft Overbeck reichen laut Mitteilung bis in das Jahr 2011 zurück. Bereits damals hätten sich Grundstückseigentümer und Anwohner zusammengeschlossen, um einen Bürgerwindpark zu planen und langfristig umzusetzen.
Damit blicke das Projekt auf eine lange Vorbereitungsphase zurück. In dieser Zeit seien planerische, technische, rechtliche und organisatorische Schritte bearbeitet worden.
Bürgerwind Erler Lohr geht auf das Jahr 2022 zurück
In Erle gehe die Gründung der Entwicklungsgesellschaft und die erste Idee für ein Bürgerwindprojekt auf das Jahr 2022 zurück. Auch dort hätten sich lokale Akteure zusammengeschlossen, um die Chancen der Windenergie für die Region zu nutzen und die Wertschöpfung möglichst vor Ort zu halten.
„Der Bürgerwindpark Erler Lohr ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Menschen vor Ort die Energiewende aktiv mitgestalten können“, erklärte Johannes Ostermann, 2. stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld. Es gehe nicht allein um die Errichtung moderner Windenergieanlagen, sondern auch um Beteiligung, regionale Verantwortung und gemeinsame Investitionen in eine nachhaltige Zukunft.
Bürgerbeteiligung über Schwarmfinanzierung
Bürgerinnen und Bürger aus Raesfeld und Schermbeck konnten sich zudem über eine Schwarmfinanzierung beteiligen. Nach Angaben der Projektgesellschaften seien innerhalb kurzer Zeit mehr als eine Million Euro Bürgerbeteiligung vergeben worden.
Damit solle ein weiterer Baustein geschaffen werden, um die Projekte breiter in der Bevölkerung zu verankern und Menschen vor Ort unmittelbar an der regionalen Energiewende zu beteiligen.
Fünf Anlagen sollen 2027 ans Netz gehen
Im Bürgerwindpark Erler Lohr werden drei Windenergieanlagen des Herstellers Enercon aus Aurich errichtet. Auf Schermbecker Seite entstehen durch die Windenergie Overbeck zwei weitere Anlagen des gleichen Typs.
Insgesamt sollen damit fünf Windenergieanlagen realisiert werden. Für dieses Jahr sind der Tiefbau und der Fundamentbau vorgesehen. Im kommenden Jahr soll die Haupterrichtung aller fünf Anlagen folgen. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.
Nach Fertigstellung sollen beide Windparks zusammen voraussichtlich mehr als 80 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom pro Jahr erzeugen und in das öffentliche Netz einspeisen. Laut Mitteilung entspreche dies rechnerisch der Versorgung von rund 23.000 Drei-Personen-Haushalten.
Regionale Partner sollen eingebunden werden
Ein besonderes Anliegen beider Projektgesellschaften sei es, möglichst viele regionale Partner einzubinden. Dazu zählen Unternehmen aus der Umgebung, finanzierende Banken sowie lokale Ansprechpartner und Dienstleister.
Ziel sei es, einen möglichst großen Teil der Wertschöpfung in der Region zu halten und die Windenergieprojekte eng mit den beteiligten Kommunen sowie den Bürgerinnen und Bürgern zu verbinden.
„Für Schermbeck ist es ein starkes Signal, dass die Gemeindewerke an diesem Projekt beteiligt sind“, sagte Manuel Behlke, weiterer Geschäftsführer der Gemeindewerke Schermbeck. Die Energiewende brauche Akzeptanz, Verlässlichkeit und wirtschaftliche Perspektiven vor Ort. Genau das werde hier miteinander verbunden.



























