Bereitschaftspflegefamilien im Kreis Borken haben sich in dieser Woche in Stadtlohn zum Thema „Trauma und familiäre Bereitschaftspflege“ fortgebildet. Zwölf von 16 aktiven Familien nahmen an dem Abend teil.
Die Familien kümmern sich um Kinder, die wegen akuter Krisensituationen vorübergehend nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben können. Gerade in solchen Fällen sind Schutz, Stabilität und verlässliche Beziehungen besonders wichtig.
Fortbildung für schwierige Ausnahmesituationen
Viele Kinder, die in Bereitschaftspflege aufgenommen werden, haben nach Angaben des Kreises Borken belastende oder traumatische Erfahrungen gemacht. Vernachlässigung, häusliche Gewalt oder andere Krisenlagen prägen häufig ihr Verhalten. Für die Pflegefamilien sei es deshalb entscheidend, diese Hintergründe besser einordnen und den Kindern mit fachlichem Wissen begegnen zu können.
Durch den Abend führte Cordula Raabe von der Praxis Westphal und Weitenberg aus Gescher. Unter dem Leitsatz „Traumatisierte Kinder brauchen keine perfekten Pflegeeltern, sondern verlässliche Erwachsene, die Beziehung anbieten wollen“ erläuterte sie, wie Traumata das Erleben von Kindern beeinflussen und warum stabile Beziehungen für Entwicklung und Heilung so wichtig sind.
Austausch und nächste Veranstaltung geplant
Neben fachlichen Impulsen stand auch der Austausch der Familien untereinander im Mittelpunkt. Der Kreis Borken betont, dass solche Treffen helfen sollen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und Kinder trotz schwieriger Startbedingungen mit Verständnis, Verlässlichkeit und emotionaler Sicherheit zu stärken.
Eine weitere Veranstaltung für Bereitschaftspflegefamilien ist nach Angaben des Kreises bereits für November 2026 geplant. Dann soll es um Anbahnungsprozesse bei der Vermittlung von Kindern gehen. Ansprechpartnerin ist Tina Reintges vom Pflegekinderdienst des Kreises Borken, erreichbar unter [email protected].



























