Der Haupt- und Finanzausschuss in Raesfeld hat sich mehrheitlich für Tempo 30 auf der Schermbecker Straße ausgesprochen. Die Regelung soll weiter reichen als ursprünglich geplant. Neben der Geschwindigkeitsbegrenzung rücken auch Zebrastreifen stärker in den Fokus.
Tempo 30 Schermbecker Straße soll ausgeweitet werden
Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Raesfeld hat am Montagabend über mehr Verkehrssicherheit auf der Schermbecker Straße beraten. Im Mittelpunkt stand die Einführung von Tempo 30 auf der Schermbecker Straße in Erle (wir berichteten).
Konkret soll die Geschwindigkeitsbegrenzung nach dem Willen der Politik von der Ortsmitte Erles bis zur Einmündung der Marienthaler Straße gelten. Damit geht der Beschluss über den ursprünglichen Vorschlag der Verwaltung hinaus. Diese hatte vorgesehen, lediglich den unmittelbaren Bereich der Ortsmitte bis etwa Hausnummer 28 einzubeziehen.
Mehr Fußgängerschutz im Ortskern
Hintergrund der Entscheidung ist das erhöhte Fußgängeraufkommen im Ortskern. Einrichtungen wie das HUB Erle, die Kornbrennerei, der Dorfplatz oder das Pfarrheim St. Silvester sorgen dort regelmäßig für Publikumsverkehr. Besonders auf dem kurvigen Abschnitt der Straße sehen Politik und Verwaltung Handlungsbedarf.
Nach Angaben der Verwaltung könne sich auch die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Borken sowie der Baulastträger Straßen.NRW eine Tempo-30-Regelung in diesem Bereich grundsätzlich vorstellen. Für die Umsetzung ist jedoch die Zustimmung des Kreises erforderlich.
Unterschiedliche Meinungen zur Ausdehnung
Innerhalb des Ausschusses gab es unterschiedliche Auffassungen zur Länge der Tempo-30-Zone. Während einige Mitglieder die Ausweitung bis zur Marienthaler Straße unterstützten, äußerten andere Bedenken.
„Die Autofahrer auf Tempo 30 zu zwingen, halten wir als problematisch“, sagte Christoph Stephan (FDP). Auch Andre Olbing (CDU) sprach sich dafür aus, zunächst einen kleineren Abschnitt umzusetzen: „Im ersten Schritt 30 bis zur Pizzeria ist unstrittig.“
Zebrastreifen im Fokus der Politik
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Sicherheit am Fußgängerüberweg. Mehrere Ausschussmitglieder bewerteten die Sichtbarkeit des Zebrastreifens als unzureichend.
Volker van Wasen (UWG) wollte wissen, ob die Halbinsel vor Haus 28 mit einbezogen sei. Auch der Zebrastreifen sei ein Problem. Ein Grund dafür sei, dass in diesem Bereich viele Fahrzeuge auf der Fahrbahn parken. Christoph Stephan ergänzte, die Situation sei „problematisch“. Van Wasen sagte zudem: „Wir würden unterstützen, den Zebrastreifen zu verbessern.“ Auch Andre Olbing betonte: „Wir müssen mehr in die Sichtbarkeit investieren.“
Die Politik sprach sich einstimmig dafür aus, alle Zebrastreifen im Gemeindegebiet zu überprüfen und gegebenenfalls aufzuwerten.
Ideen für bessere Sichtbarkeit
Als mögliche Maßnahme wurde das sogenannte Heidener Modell genannt. Dabei werden Zebrastreifen durch farbliche Markierungen oder Beleuchtung hervorgehoben. Henry Tünte (Grüne) schlug vor, den Überweg mit roten und blauen Streifen besser sichtbar zu machen.
Bauamtsleiter Bernd Roters verwies jedoch darauf, dass Straßen.NRW die Straße grundsätzlich als in Ordnung bewerte. Umbauten seien daher nicht ohne Weiteres vorgesehen. Auch Markus Büsken, Erster Beigeordneter, kündigte an, zunächst Gespräche mit Straßen.NRW zu führen. Dabei solle geklärt werden, welche Maßnahmen möglich sind, welche Kosten entstehen und wer diese trägt.
Zustimmung noch erforderlich
Ob die Tempo-30-Regelung auf der Schermbecker Straße tatsächlich umgesetzt wird, hängt nun von der Zustimmung des Kreises Borken als zuständige Straßenverkehrsbehörde ab. Parallel dazu will die Gemeinde die Situation an den Zebrastreifen im gesamten Ort prüfen.



























