Rund 60 Besucher kamen am Donnerstagabend in den HUB Erle. „Wir sind hier auf einem schönen Flecken gelandet“, hieß es zum Auftakt.
In lockerer Atmosphäre stellte sich die CDU dem direkten Austausch mit den Bürgern. Bürgermeister Dirk Kuhmann gab einen Überblick über den aktuellen Stand in der Gemeinde, anschließend folgten Beiträge aus Politik und Publikum.

Kuhmann: Verwaltung wächst und stößt an Grenzen
Dirk Kuhmann machte deutlich, dass sich im Rathaus derzeit vieles bewege. „Aktuell haben wir fünf Stellen ausgeschrieben und werden sie jetzt in den nächsten Tagen besetzen.“ Zwei dieser Stellen seien neu geschaffen worden, in der Wirtschaftsförderung und in der Ehrenamtskoordination. Drei weitere würden im Zuge des demografischen Wandels nachbesetzt.
Zunehmende Digitalisierung
Vor allem im IT-Bereich habe sich der Druck erhöht. Die zunehmende Digitalisierung, insbesondere an den Schulen, habe zusätzliche Kapazitäten erforderlich gemacht. „Mit zwei Personen waren wir nicht mehr in der Lage, allen Anforderungen gerecht zu werden“, sagte Kuhmann. Ein IT-Bachelor solle das Team künftig ergänzen und zugleich den Wissenstransfer sichern.

Umbau des Rittersaals
Auch das Bauamt werde personell verstärkt. Hintergrund seien mehrere parallel laufende Projekte. Dazu gehöre unter anderem der Umbau des Rittersaals im Schloss. Dieser sei in die Jahre gekommen und werde umfassend modernisiert. Geplant seien ein barrierefreier Zugang, eine neue Lüftungsanlage sowie weitere technische Anpassungen. Künftig solle der Raum vielseitiger nutzbar sein.
Parallel liefen der Ausbau der Sebastian-Schule sowie die geplante Erweiterung der Silvesterschule in Erle. Insgesamt sei die Verwaltung mit rund 55 Beschäftigten vergleichsweise schlank aufgestellt, arbeite jedoch unter hoher Auslastung.
Schlanke Verwaltung, hohe Auslastung
Die Verwaltung arbeitet mit vergleichsweise wenig Personal. Insgesamt rund 55 Beschäftigte stemmen alle Aufgaben. Kuhmann spricht von einer hohen Auslastung, betont aber gleichzeitig die Qualität der Arbeit.
„Ich habe eine sehr gute Mannschaft“, sagt er. Prüfungen hätten gezeigt, dass Raesfeld im Verhältnis zur Einwohnerzahl mit wenig Personal auskomme.

Austausch mit Bürgern und Jugendlichen
Der direkte Austausch mit der Bürgerschaft spiele eine wichtige Rolle. Die Bürgermeistersprechstunden würden regelmäßig gut angenommen. Auch ein erstes Treffen mit Jugendlichen habe bereits stattgefunden.
Dabei seien verschiedene Anliegen vorgetragen worden. Genannt worden seien unter anderem Treffpunkte außerhalb der Öffnungszeiten des Jugendhauses, ein mögliches Open-Air-Kino in den Ferien sowie praktische Lösungen wie Schließfächer. Kuhmann betonte, man wolle diese Anregungen prüfen und, wo möglich, umsetzen.
Auch persönliche Einblicke ließ der Bürgermeister zu. „Ich bin relativ wenig zu Hause, aber das ist völlig in Ordnung“, sagte er.
Bonhoff: Wahlkampf, Investitionen und klare Schwerpunkte
CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Bernhard Bonhoff blickte auf einen intensiven Wahlkampf zurück. Viele Gespräche an Haustüren und bei Veranstaltungen hätten gezeigt, welche Themen die Menschen vor Ort bewegen. „Wir sind extrem gut belohnt worden“, sagte Bonhoff mit Blick auf das Wahlergebnis und die erneut erreichte absolute Mehrheit.

Für die kommenden Jahre zeichnete er große Projekte. Ein zentrales Thema sei der Ausbau der Windenergie. Rund 13 Anlagen sollen entstehen, mit einer Investitionssumme von etwa 130 Millionen Euro. Die Gemeinde werde davon profitieren, unter anderem durch Einnahmen und Beteiligungen. Auch eine Beteiligung der Bürger sei vorgesehen.
Dorfentwicklung
Auch die Dorfentwicklung spiele eine wichtige Rolle. Rund um die Kirche sollten zentrale Bereiche neu gestaltet werden. Projekte wie das Martinushaus, der Froschbrunnenplatz und die Borkener Straße sollten den Ortskern deutlich aufwerten. Diese Veränderungen würden das Erscheinungsbild des Ortes nachhaltig prägen.
Zudem seien bereits erste Maßnahmen aus dem Wahlkampf angestoßen worden. Dazu gehörten Verkehrsverbesserungen im Ortskern, Maßnahmen an der Marienthaler Straße sowie geplante Tempo-30-Zonen im Bereich des Sportplatzes.
Familien und Wohnraum im Mittelpunkt
Ein Thema zog sich durch den gesamten Abend: die Zukunft junger Familien in Raesfeld. „Die Zukunft von Raesfeld liegt in den jungen Familien“, sagte Bonhoff. Grundlage seien Prognosen, die langfristig sinkende Kinderzahlen erwarten lassen.
Vor diesem Hintergrund wolle die Gemeinde gezielt handeln. Neue Baugebiete, alternative Wohnformen und mehr bezahlbarer Wohnraum sollten entstehen. Ziel sei es, sowohl Familien als auch Beschäftigten passende Angebote zu machen. Auch Unternehmen hätten signalisiert, dass Wohnraum für Mitarbeitende benötigt werde.
Darüber hinaus würden Themen wie Energieversorgung, Nahwärme und Infrastruktur die Gemeinde weiter beschäftigen. In einer Klausurtagung sollten diese Punkte vertieft werden.

Schlusswort: Rückhalt und Anerkennung
Zum Abschluss des Abends griff der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Raesfeld-Erle-Homer, Marc Ketteler, die Stimmung im Raum auf. Er machte deutlich, wie positiv die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft und auch aus anderen Kommunen seien. Die Arbeit von Bürgermeister und Verwaltung werde wahrgenommen und geschätzt.
„Ich bin wirklich sehr stolz sagen zu können, dass Dirk Kuhmann unser Bürgermeister ist“, sagte Ketteler.



























