StartGesundheitLaienreanimation an Schulen NRW: Schüler sollen künftig Leben retten können

Laienreanimation an Schulen NRW: Schüler sollen künftig Leben retten können

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Jede Lehrkraft konnte an einer Reanimationspuppe die Herzdruckmassage üben. ©Bezirksregierung Münster

Rund 200 Lehrkräfte aus dem Regierungsbezirk Münster haben an einer Fortbildung für den künftigen Reanimationsunterricht teilgenommen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult werden. Ziel ist es, mehr Menschen zu befähigen, im Notfall schnell zu helfen.

Fortbildung für Lehrkräfte

Rund 200 Lehrkräfte nahmen am 4. März bei der Bezirksregierung Münster an einer Fortbildung zur Laienreanimation an Schulen NRW teil. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 7 an allgemeinbildenden Schulen mindestens einmal während ihrer Schulzeit in Wiederbelebungsmaßnahmen unterrichtet werden.

Regierungspräsident Andreas Bothe begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung des Themas. „Die Bedeutung der Reanimation kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Noch immer zögern Menschen, im Ernstfall lebensrettenden Maßnahmen wie die Herzdruckmassage anzuwenden. Mit der verpflichtenden Ausbildung wollen wir diese Kompetenz flächendeckend stärken. Schulen leisten damit einen wichtigen Beitrag, um im Notfall Leben zu retten.“

Kooperation für Reanimationsunterricht

Grundlage für den Unterricht ist eine Kooperationsvereinbarung des Ministeriums für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen mit Stiftungen, Ärztekammern, Hilfsorganisationen und medizinischen Fachgesellschaften.

Beteiligt ist auch die Stiftung Universitätsmedizin Münster unter Leitung von Professor Hugo Van Aken. Er engagiert sich seit vielen Jahren für die Förderung der Laienreanimation und initiierte 2006 am Universitätsklinikum Münster das Projekt „Schüler werden Lebensretter“.

Die Ausbildung der Lehrkräfte im Regierungsbezirk Münster erfolgt ehrenamtlich durch ein Team aus Medizinstudierenden sowie ehemaligen Chef- und Oberärztinnen und -ärzten der Anästhesie.

Praktische Übungen für den Unterricht

Im Mittelpunkt der Fortbildung stand die praktische Vorbereitung. Nach einer Einführung trainierten die Lehrkräfte selbst die Herzdruckmassage und lernten Unterrichtsmaterialien, Lehrvideos und Übungspuppen kennen. Ziel war es, Sicherheit zu vermitteln und Hemmschwellen abzubauen.

Professor Hugo Van Aken unterstrich die Bedeutung der Ausbildung:
„Rund 70.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Herzstillstand. Nur 10 Prozent dieser Menschen überleben dabei. Durch eine höhere Laienreanimationsquote könnte die Überlebensquote auf über 20 bis sogar 30 Prozent gesteigert werden.“

Allein in Deutschland könnten dadurch jährlich rund 10.000 zusätzliche Menschenleben gerettet werden.

Infokasten: Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die häufigste Todesursache in Deutschland. Im Jahr 2023 starben daran mehr als 290.000 Menschen, das entspricht rund 29 Prozent aller Todesfälle. Besonders bei Frauen spielen diese Erkrankungen eine große Rolle.

2024 entfielen 35,4 Prozent der weiblichen Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Jährlich erleiden zudem über 300.000 Menschen einen Herzinfarkt.

Eine häufige Herzrhythmusstörung ist Vorhofflimmern, das etwa zwei Prozent der Bevölkerung betrifft und das Risiko für Schlaganfälle deutlich erhöht. Fachleute erwarten, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgrund der alternden Bevölkerung künftig weiter zunehmen.

(Quelle: Die Kardiologie 2025)

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