Ein anstehender Basar Brömmel-Wilms Erle markiert das Ende einer langen Wirtshaustradition. Bevor das Gebäude vermutlich abgerissen wird, verkauft die Familie Inventar, das über Generationen zum Dorfleben gehörte. Es ist ein Abschied zwischen Aufräumen, Erinnern und Loslassen. Der Verkauf findet am Samstag, 21. März von 10-16 Uhr statt.

In den vergangenen Wochen standen immer wieder Transporter vor der ehemaligen Gaststätte in Erle. Küchengeräte, Herde, Geschirr und Porzellan wurden verladen. Auch zahlreiche Tische, Stühle und Bänke fanden neue Besitzer. Vieles ist bereits ausgeräumt, anderes wartet noch auf den Verkauf beim Basar Brömmel-Wilms Erle.
Theke zieht auf eine Straußenfarm
Die prägende Theke aus dem Schankraum hat inzwischen einen neuen Besitzer gefunden. Künftig wird sie in einem Café auf einer Straußenfarm stehen und dort weiter genutzt werden. Ein Stück Erler Geschichte bleibt damit erhalten, wenn auch an einem anderen Ort.

Auch zahlreiche Küchengeräte wechselten den Eigentümer. Kaffeemaschine, Grill und weitere technische Geräte wurden über eine Onlineplattform verkauft. Manche Anschaffungen seien einst kostspielig gewesen, berichtet Arno Brömmel. Nun hätten sie für vergleichsweise wenig Geld neue Abnehmer gefunden.

Kellerfunde mit Geschichte
Beim Ausräumen tauchten im Keller und auf dem Dachboden Dinge auf, die selbst den Eigentümer überraschten. Alte Bilder, historische Etiketten aus einer Zigarrenschachtel der Brennerei Böckenhoff und ein Tisch aus Kindertagen kamen wieder ans Licht. An diesem habe er mit seinen Geschwistern gesessen und gespielt, erinnert sich Brömmel.
Einige wenige Erinnerungsstücke behalten Arno und seine Frau Gisela. Der Großteil des verbliebenen Inventars steht inzwischen im ehemaligen Saal, sortiert für den Basar Brömmel-Wilms Erle. Für viele Gegenstände ist eine freiwillige Spende vorgesehen.

125 Jahre Familiengeschichte
1996 übernahm Arno Brömmel den Betrieb offiziell. Aufgewachsen ist er in der Gaststätte, die ursprünglich einmal ein Lebensmittelgeschäft war. Mehr als 125 Jahre Familiengeschichte sind mit dem Haus verbunden. Drei Generationen führten den Betrieb, zeitweise gehörte sogar eine Tankstelle dazu. Feste, Theaterabende und Versammlungen prägten das Dorfleben.

Heute wirkt der frühere Schankraum leer. Die Zapfanlage ist verschwunden, fast alle Tische und Stühle sind weg. Im Saal stapeln sich Geschirr, Gläser, Besteck, Kaffeekannen, Dekoration und große Flaschen. Selbst ein kleiner Weihnachtsbaum steht noch zwischen den verbliebenen Dingen.

Das Aufräumen falle nicht leicht, sagt Brömmel. Immer wieder müsse er und seine Frau entscheiden, was bleibt und was abgegeben darf. Viele Funde hätten Erinnerungen geweckt.
Ein besonderer Kellerfund überraschte das Ehepaar. Alte Foto-Druckplatten mit Fotos, soweit erkennbar, von ehemaligen Erler Schützenfesten und Königspaare.

Flohmarkt Termin
Der Basar Brömmel-Wilms Erle findet am Samstag, 21. März von 10 bis 16 Uhr statt. Gegen Spende können Interessierte zahlreiche Stücke erwerben.

Für das Gebäude selbst zeichnet sich ein Abriss ab. Eine energetische Sanierung wäre aufwendig und teuer. Ob und wann ein Abriss erfolgt, sei noch offen. Der Wunsch des Eigentümers ist klar: Die Immobilie solle in Familienhand bleiben. Zunächst aber steht der Basar Brömmel-Wilms Erle im Mittelpunkt, als letzter öffentlicher Moment eines Hauses, das über Jahrzehnte zum Mittelpunkt des Dorfes gehörte.

Und doch gibt es ein Bild, das viele Erler schmunzeln lässt. Arno Brömmel steht weiterhin mit dem Besen vor der ehemaligen Dorfkneipe und kehrt den Platz, ganz so, wie er es über Jahre getan hat. Wer vorbeigeht, könnte meinen, die Tür öffne gleich wieder und drinnen beginne ein ganz normaler Abend.










































