Im Saal von Brömmel-Wilms in Erle nahmen die Gäste an Silvester ihre reservierten Plätze ein.
Ab 23 Uhr öffnete die Dorfkneipe ein letztes Mal für alle, die das Jahresende dort noch gemeinsam feiern wollten. Vor der traditionsreichen Dorfkneipe im Schatten der St. Silvesterkirche zählten viele den Jahreswechsel gemeinsam herunter. Mit dem 1. Februar 2026 schließt das Haus endgültig, eine lange Silvestertradition endet.

Buffet im Saal, Party ab 23 Uhr, Jahreswechsel vor der Kneipe
Schon am Abend zog es viele in den Saal. Am Buffet wurde gegessen, an den Tischen geredet, zwischendurch kamen neue Grüppchen dazu. Später wechselte der Schwerpunkt Richtung Tanzfläche.
Kurz vor Mitternacht stellten Mitarbeiter die Sektgläser bereit, dann zog es viele nach draußen. Vor der Kneipe trafen sich Gruppen aus dem Saal, von der Theke und aus dem Ort. Als das neue Jahr begann, standen die Leute dicht beieinander, stießen an, wünschten sich ein gutes 2026 und gingen danach noch einmal hinein, um bis in die frühen Morgenstunden weiterzufeiern.

Arno Brömmel – Irgendwann ist mal Schluss
An der Theke sprach Arno Brömmel über den Abschied. „Ganz gut, weil ich konnte mich ja jetzt ein Jahr drauf vorbereiten, dass es irgendwann mal Schluss ist. Und daher empfinde ich jetzt nicht so den Trennungsschmerz zu meiner Gaststätte“, sagte er.
Darüber hinaus stehe er als Gastwirt seit einem Jahr nicht mehr hinter dem Tresen. „So hatte ich die Zeit, mich dran zu gewöhnen“, ergänzte er.

Ob er später noch einmal allein in seiner Kneipe an der Theke sitzen werde, ließ er offen. „Ja, das weiß ich noch nicht. Ich werde wohl öfter hier sein, weil wir aufräumen müssen. Aber alleine an der Theke sitzen ehe nicht.“ Auf die Nachfrage, ob er endgültig abgeschlossen habe mit der Dorfkneipe Brömmel-Wilms, antwortete er: „Ja, habe ich.“ Auch zur persönlichen Lage blieb er knapp: „Mir geht es heute sehr gut.“ Für seine Frau Gisela gelte das ebenfalls.

Brömmel blickte nach vorn und formulierte einen Wunsch für das Gebäude. „Jetzt wird es Zeit, dass wir ein neues Thema angreifen hier. Dass hier schnell was Neues entsteht.“
Mathilde Schwane: 25 Jahre hinter der Theke
Hinter dem Tresen stand Mathilde Schwane, für viele Gäste seit gefühlten 100 Jahre ein vertrautes Gesicht und die „gute Seele“ im Gasthof. Auf die Frage, wie sie sich fühle, sagte sie zunächst: „Bisschen traurig.“ Als nachgehakt wurde, antwortete sie deutlicher: „Sehr traurig.“
Mathilde Schwane blickte auf ihre Zeit im Haus zurück. Immerhin 25 Jahre habe sie dort gearbeitet. Für viele Stammgäste bleibt sie jedoch Teil des vertrauten Kneipenalltags, denn sie zieht mit in die neue Gastronomie gegenüber. Zum Schluss setzte sie noch einen Satz, der im Ort hängen bleiben wird: „Aber ein Brömmel ist und war ein Brömmel.“ Nun aber freue sie sich auf das neue HUB Erle.

Christian Lipfert: Umzug ins neue HUB Erle und Eröffnung
Christian Lipfert, der übergangsweise als Pächter im Haus tätig war, beschrieb den Wechsel als direkten Neustart. Auf die Frage nach den Gefühlen beim Schließen sagte er: „Ich würde sagen, einfach nur Ende und dann neu anfangen. Morgen, also gleich.“
Er schilderte, was als Nächstes anstehe. „Das Wichtigste ist die Kasse mitnehmen“, sagte er lachend. In den vergangenen Tagen sei bereits viel geräumt worden: „Wir haben schon ganz viel die ganzen Tage ausgeräumt, umgeräumt.“

In den nächsten Tagen solle der Rest folgen. „Und jetzt nehmen wir in den nächsten Tagen alles noch mit, was wir drüben brauchen, und was wir hier auch schon vorher angeschafft haben, für das neue HUB Erle“, sagte Lipfert. Und was noch? Das machte Lipfert sofort an den Menschen fest: „Ich nehme auf jeden Fall ganz viele tolle Leute mit nach drüben, mit zum HUB Erle.“ Gemeint seien auch die Unterstützer, die gezeichnet und das Projekt erst möglich gemacht hätten.

Und dann komme das, was man nicht einpacken könne. „Ich nehme darüber hinaus ganz viele Erinnerungen mit, und zwar nicht als Material, sondern Erinnerungen in den Köpfen der Menschen, mit nach drüben.“ Zum Schluss sprach er über das Jahr in der alten Kneipe: „Und Erfahrung nehme ich auf jeden Fall auch mit. Ich durfte hier viel Erfahrung sammeln.“

Zapfhahn zu um 5:00 Uhr
… Und dann gab es heute Nacht diesen besonderen Moment: Pünktlich um 5:00 Uhr haben wir die Türen von Brömmel-Wilms geschlossen. Ein Zeitpunkt, der bleibt. Stammgast Ducki hat das allerletzte Pils von der Theke bekommen, danach wurde der Zapfhahn für immer geschlossen. Ab diesem Moment waren alle Kühlungen aus, alles abgeklemmt, die Theke zur Ruhe gekommen.
Ulrike Heidermann ist als letzte Person durch die Tür gegangen und war damit die letzte, die Brömmel-Wilms verlassen hat. Ein stiller, sehr emotionaler Abschied.

Für Christian Lipfert und das Team geht es nun direkt weiter: Gleich gegenüber soll das HUB Erle am 7. Januar offiziell eröffnen, als neuer Standort und nächster Schritt nach dem Abschied von Brömmel-Wilms.



























