Mit Leidenschaft für Handwerk und Bildung: Christiane Bucher leitet die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld
Wer Dr.-Ing. Christiane Bucher begegnet, spürt sofort ihre Begeisterung für das Handwerk. Mit ruhiger Stimme und offenem Lächeln spricht sie über ihre Arbeit in der Akademie des Handwerks am Schloss Raesfeld, einem Ort, an dem Geschichte und Bildung aufeinandertreffen. Seit rund eineinhalb Jahren leitet sie die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld, organisiert Lehrgänge, begleitet Fortbildungen und entwickelt neue Konzepte.
Für Bucher ist die Akademie mehr als nur eine Bildungseinrichtung. Sie sieht darin einen Ort des Austauschs und der Inspiration. „Das Schloss ist ein Ort, an dem Tradition und Zukunft zusammentreffen“, sagte sie. Am vergangenen Sonntag öffnete sie im Rahmen der Landpartie von Münsterland e. V. die Türen für rund fünfzig Kulturinteressierte und führte sie persönlich durch die Räume. Mit sichtbarer Begeisterung sprach sie über die Verbindung von Geschichte, Handwerk und Bildung, die diesen Ort so besonders mache.
Führungen mit persönlicher Note
Neben ihrer Arbeit als Akademieleiterin nimmt sich Christiane Bucher regelmäßig Zeit, selbst Besuchergruppen durch das Schloss zu führen. Zwischen fünf und zehn Führungen im Jahr übernehme sie persönlich, erzählte sie. „Das macht mir großen Spaß, weil ich dabei den Menschen zeigen kann, wie eng Geschichte und Handwerk miteinander verbunden sind.“

Die Anlässe seien unterschiedlich. Zum Schlösser- und Burgentag oder zum Tag des offenen Denkmals kämen vor allem Gäste aus der Region. Hinzu kämen Gruppen aus Städtepartnerschaften sowie Fachbesucher aus dem ganzen Bundesgebiet. „Wir hatten einen großen Denkmalpflegekongress, bei dem auch viele Restauratorinnen und Restauratoren aus Deutschland hier waren“, berichtete Bucher. „Sie haben ihre Familien mitgebracht, und natürlich haben wir auch für sie eine Schlossführung gemacht.“
Akademieleiterin mit Herz für das Handwerk
Bucher stammt selbst aus dem Handwerk und weiß, wie wichtig praxisnahe Weiterbildung ist. Seit ihrem Amtsantritt habe sie zahlreiche Veränderungen angestoßen. „Wir führen kontinuierlich neue Sachen ein“, erklärte sie. So sei der Lehrgang zum Betriebswirt im Handwerk vollständig überarbeitet und mit einem neuen Konzept versehen worden, das großen Zuspruch finde. Auch der Lehrgang zum Restaurator im Handwerk werde derzeit praxisnäher gestaltet.
Darüber hinaus entstehe ein aktualisiertes Programm für den Gebäudeenergieberater im Bereich Baudenkmal, da sich die Prüfungsordnung geändert habe. „Es macht mir großen Spaß, hier in Raesfeld tätig zu sein, mit den Raesfeldern, aber auch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zu uns kommen, um etwas zu lernen für ihr Leben“, sagte sie.

Bildung zwischen Tradition und Zukunft
Als Leiterin der Akademie lege Bucher besonderen Wert darauf, die handwerkliche Tradition mit moderner Wissensvermittlung zu verbinden. In den Kursen gehe es nicht nur um fachliche Fertigkeiten, sondern auch um unternehmerisches Denken und nachhaltiges Bauen. Das historische Schlossgelände biete dafür den passenden Rahmen.
Sie betonte, dass die Akademie den Teilnehmenden nicht nur Wissen vermitteln wolle, sondern auch Begeisterung für das Handwerk. Der Austausch zwischen den Gewerken spiele dabei eine zentrale Rolle. „Hier treffen Menschen mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen aufeinander, und genau das macht den Reiz aus“, sagte sie.

Akademie soll moderner werden
Ein großes Anliegen sei ihr die bauliche Weiterentwicklung der Akademie. „Wir haben einige Gegebenheiten, die wir dringend angehen müssen“, sagte Bucher. Voraussetzung dafür seien Fördermittel aus der Städtebauförderung, auf die man derzeit hoffe. Rund sieben Millionen Euro seien dafür in Aussicht gestellt.
Sollten die Fördergelder im November bewilligt werden, könne im kommenden Jahr die Planungsphase beginnen. Ab 2027 könne dann mit der Bauphase gerechnet werden. „Wir hoffen auf eine Bauzeit von zwei, maximal drei Jahren, sodass wir hier ein richtig gutes, modernes Gebäude haben, für die Akademie, für unsere Teilnehmenden und für Besucherinnen und Besucher“, erklärte sie. Ziel sei es, den Standort langfristig zu stärken und ihn für die Zukunft zu sichern.



























