21 Jahre Ü60-Fahrradgruppe der Kirchengemeinde St. Martin. Klaus Gesing übergibt Leitung
Am Donnerstag trafen sich erneut rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur letzten Tour der Saison, wie gewohnt unter der professionellen Leitung von Klaus Gesing. Nach elf Jahren an der Spitze übergibt er nun die Verantwortung weiter. Die Begeisterung für das gemeinsame Radeln bleibt jedoch ungebrochen.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten treffen sich Radbegeisterte über 60 aus Raesfeld und Umgebung zu gemeinsamen Touren. Die Ü60-Fahrradgruppe der Raesfelder Kirchengemeinde St. Martin besteht seit 21 Jahren und hat sich zu einer festen Gemeinschaft entwickelt. Bedingt durch das Alter kamen dabei inzwischen auch Dreiräder oder Elektro-Dreirad zum Einsatz, ganz im Sinne des Mottos: Hauptsache, man ist dabei.

Elf Jahre in der Leitung
Seit elf Jahren hatte Klaus Gesing die Leitung der Gruppe übernommen. Er organisierte gemeinsam mit seinem sechsköpfigen Team regelmäßig Touren durch den Kreis Borken. Mit dabei waren Heinz Stolbrink, Helmut Hater, Otto Brinkmann, Eki und Geri Groß-Onnebring sowie Heinz Lammers.
Touren durchs Münsterland
Von April bis Oktober hieß es für die Seniorengruppe siebenmal pro Saison: aufs Rad und los. Im Schnitt legten die Teilnehmenden 35 bis 40 Kilometer pro Tour zurück, hin und zurück. „Wir sind rund um den Kreis Borken gefahren“, berichtete Gesing. Sicherheit habe dabei oberste Priorität gehabt. „Wir vom Team tragen immer Warnwesten und sperren bei Bedarf die Straßen, wenn Hauptstraßen überquert werden müssen“, erklärte er. Auch das Tragen von Fahrradhelmen sei selbstverständlich.

Alles gut organisiert
Hinter den Touren steckte ein ausgefeiltes System. „Wir haben immer pünktlich vor der Abfahrt bei der jeweiligen Restauration angerufen“, erklärte Gesing. So habe das Team die Zahl der Teilnehmenden durchgegeben, damit am Zielort rechtzeitig eingedeckt werden konnte. „Dann wussten die Wirte, wie viele Personen diesmal kommen“, so Gesing. Diese zuverlässige Organisation habe entscheidend zum reibungslosen Ablauf beigetragen.

Gemeinschaft und Geselligkeit
Nach jeder Tour gehörte eine gemeinsame Kaffeepause mit Brötchen fest zum Programm. „Alle sind immer gut zufrieden“, sagte Gesing. Im Schnitt nahmen rund 44 Radlerinnen und Radler an den Fahrten teil. Bei angenehmem Wetter seien es bis zu 62 gewesen. Nur einmal habe die Gruppe eine Tour abgesagt, bei 35 Grad im Schatten.
Auch am letzten Tourentag dieser Saison waren noch einmal 44 Teilnehmende dabei. Ein Beleg für die anhaltende Begeisterung innerhalb der Gruppe.
Der älteste Teilnehmer war 89
Besonders beeindruckend sei, dass selbst Teilnehmer im hohen Alter regelmäßig mitgeradelt seien. „Heinz Rosenberger war bis voriges Jahr immer dabei“, erinnerte sich Gesing. Mit seinen 89 Jahren sei er der älteste aktive Radler der Gruppe gewesen. „Dieses Jahr wollte seine Frau das aber nicht mehr“, fügte er schmunzelnd hinzu.
Aktuell liege das Durchschnittsalter der älteren Teilnehmer bei rund 78 Jahren. Immer wieder kämen aber auch neue Gesichter dazu, betonte Gesing. „Es gibt jedes Jahr ein paar Neue, die mitfahren wollen.“ Einige von ihnen stammten aus Marbeck, und auch dort sei der älteste Teilnehmer stolze 88 Jahre alt.

Von Anfang an dabei
Zu den treuesten Mitgliedern gehören Christa und Theo Große-Holtwarth. Beide sind seit Beginn der Ü60-Gruppe dabei. „Ich bin seit Anfang an mitgeradelt“, sagte die 73-jährige Christa Große-Holtwarth. Gemeinsam mit ihrem 77-jährigen Mann Theo nimmt sie regelmäßig an den Touren teil. „Das Zusammensein macht einfach Spaß“, erzählte sie. Für die Zukunft wünsche sich das Ehepaar, dass sich ein neues Organisationsteam findet, „damit es im nächsten Jahr weitergeht“.

Wie es weitergehen soll
Ob es künftig wieder einen festen Leiter geben wird, ist derzeit noch offen. Wahrscheinlich werde die Gruppe künftig ohne offiziellen Leiter auskommen, hieß es von den bisherigen Organisatoren. Stattdessen sei geplant, ein neues Organisationsteam zu bilden. Wer dazugehören wird, soll in den kommenden Tagen entschieden werden.
Fest steht: Die Touren sollen auf keinen Fall ausfallen. Klaus Gesing wird auch weiterhin mitfahren und das neue Orga-Team unterstützen.

Zeit für die nächste Generation
Nach elf Jahren an der Spitze will Gesing künftig etwas kürzertreten. „Ich werde nächstes Jahr 80, da sollen mal die Jüngeren übernehmen“, sagte er. Ganz verabschieden wolle er sich aber nicht: „Ich helfe weiterhin mit.“ Wer die Leitung künftig übernehmen wird, stehe derzeit noch nicht fest.
Die Touren bleiben weiterhin offen für alle Interessierten – eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mitradeln darf, wer Lust hat. Viele Teilnehmende stammen aus Raesfeld, aber auch aus Marbeck und Erle.



























