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Erle: Informationsschild am jüdischen Friedhof beschmiert

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In Erle haben Unbekannte das Informationsschild am jüdischen Friedhof mit schwarzer Farbe beschmiert. Der Heimatverein sieht darin nicht nur eine Sachbeschädigung, sondern auch einen möglichen antisemitischen Hintergrund. Die Polizei war vor Ort.

Am Donnerstag bemerkte ein Passant Schmierereien auf dem Informationsschild am jüdischen Friedhof in Erle und meldete den Vorfall direkt an den Vorsitzenden des Heimatvereins, Carlo Behler. Auf der Tafel stehen großflächig die Buchstaben „Ad“. Der Heimatverein hatte das Schild 2008 aufgestellt, um an die Geschichte des Ortes zu erinnern.

Antisemitische Beschmierung am Informationsschild am jüdischen Friedhof in Raesfeld-Erle
Foto: Petra Bosse

Einschätzung des Heimatvereins

Heimatvereinsvorsitzender Carlo Behler zeigte sich am Freitagmorgen tief betroffen. Er sprach von einer Sachbeschädigung und einer Störung der Friedhofsruhe. Darüber hinaus vermutet er einen antisemitischen Hintergrund. Das Schild verweist auf die jüdische Familie Cahn, die aus Erle stammt. Die Buchstaben „Ad“ könnten, so Behler, als Abkürzung für „Adolf“ gedeutet werden. „Der Verdacht liegt nahe“, sagte er. Nach seinen Worten handelt es sich um das einzige von 36 Geschichtsschildern im Ort, das bislang beschmiert wurde.

Antisemitische Beschmierung am Informationsschild am jüdischen Friedhof in Raesfeld-Erle (
Antisemitische Beschmierung am Informationsschild am jüdischen Friedhof in Raesfeld-Erle. Foto: Petra Bosse

Bisherige Vorfälle und geplantes Vorgehen

Bislang blieb nach Angaben des Heimatvereins jedes der 36 Geschichtsschilder von Schmierereien verschont. Lediglich zwei andere Beschädigungen registrierte der Verein in den vergangenen Jahren. In der kommenden Woche wollen Ehrenamtliche die Verunreinigungen beseitigen. Dabei müssen sie besonders vorsichtig vorgehen, da Lösungsmittel die dünne Schutzschicht der Tafel angreifen können.

Antisemitische Beschmierung am Informationsschild am jüdischen Friedhof in Raesfeld-Erle
Foto: Petra Bosse

Meldung an RIAS

Der Heimatverein meldete den Vorfall an die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus. Mit diesem Schritt will der Verein erreichen, dass der Vorfall dokumentiert wird und Betroffene sensibilisiert werden.

Zeugenaufruf

Hinweise nimmt der Heimatverein Erle per E-Mail entgegen: [email protected].

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