Ein Wahlabend wie aus dem Lehrbuch der Demokratie: Der CDU-Ortsverband Raesfeld-Erle-Homer hat am Dienstagabend seine Direktkandidaten für die 14 Wahlbezirke (Raesfeld, Erle und Homer) zur Kommunalwahl 2025 nominiert – mit hoher Beteiligung, mehreren überraschenden Gegenkandidaturen, teils knappen Entscheidungen und dem unerwarteten Aus für Fraktionsvorsitzenden Bernhard Bölker.
In einer spannungsgeladenen Mitgliederversammlung hat der CDU-Ortsverband Raesfeld-Erle-Homer am Dienstagabend seine Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl im September 2025 nominiert. 109 stimmberechtigte Mitglieder waren anwesend – deutlich mehr als im Jahr 2020, als 64 Mitglieder teilnahmen. Die Veranstaltung zog sich bis nach Mitternacht hin und hielt einige überraschende Wendungen bereit.
Hohe Beteiligung und neue Gesichter
Dr. Gerswid Altenhoff-Weber, Vorsitzende des Ortsverbandes, leitete die Versammlung im Rittersaal von Schloss Raesfeld. Sie zeigte sich erfreut über die rege Beteiligung und die Vielfalt der Nominierten. Insgesamt wurden 14 Direktkandidatinnen und -kandidaten für die Wahlbezirke aufgestellt.

Einige Wahlgänge verliefen erwartungsgemäß. Louis Lammersmann beispielsweise wurde ohne Gegenkandidaten mit 106 Stimmen nominiert. Auch Maximilian Buddenkotte (97 Stimmen), Gerd Bannefeld (105 Stimmen), Ralf Kock (100 Stimmen), André Olbing (94 Stimmen), Arno Brömmel (83 Stimmen), Tobias Honvehlmann, (88 Stimmen) und Jörg Wachtmeister (82 Stimmen) erhielten ohne Gegenkandidatur klare Mehrheiten.
Unerwartete Gegenkandidaturen und knappe Ergebnisse
In mehreren Wahlgängen traten überraschend Gegenkandidaten an – mit teils knappen und aufsehenerregenden Ergebnissen. Nicole Ostendorf unterlag Wolfgang Schwiderowsky mit 36 zu 70 Stimmen. Maria Kowalsky, konnte sich gegen Tobias Nießing mit einem knappen Vorsprung von 54 zu 52 Stimmen durchsetzen. Dietmar von Berswordt verlor gegen Thomas Spangemacher mit 35 zu 66 Stimmen.
Eine weitere besondere Wendung nahm die Wahl im Bezirk 8: Dort trat überraschend Dr. Bernhard Bonhoff gegen den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Bernhard Bölker an und setzte sich mit 61 zu 44 Stimmen durch. Ewald Grotendorst, ebenfalls neu aufgestellt, gewann knapp mit 52 zu 50 Stimmen gegen Stefan Elfering, der zuvor nicht mehr nominiert worden war.
Ergebnisse im Überblick
Die CDU-Direktkandidaten für die Ratswahl 2025 lauten:
- Louis Lammersmann
- Wolfgang Schwiderowsky
- Maria Kowalsky
- Maximilian Buddenkotte
- Gerd Bannefeld
- Ralf Kock
- Thomas Spangemacher
- Dr. Bernhard Bonhoff
- André Olbing
- Ewald Grotendorst
- Arno Brömmel
- Bärbel Unnebrink
- Tobias Honvehlmann
- Jörg Wachtmeister
Nicht mehr zur Wahl angetreten sind Karl-Heinz Tünte, Hans-Dieter Strothmann, Benedikt Limberg, Julia Horn und Wilfried Theis. Sie schieden auf eigenen Wunsch aus.
Reaktionen und Dankesworte
Dr. Gerswid Altenhoff-Weber bedankte sich ausdrücklich bei Bernhard Bölker für dessen langjährige Tätigkeit: „Ich möchte mich bei Bernhard Bölker für seine langjährige Arbeit im Rat bedanken. Mit ihm und allen heute aufgestellten Kandidatinnen und Kandidaten hatten wir stets ein offenes und gutes Miteinander.“
Auch auf vergangene Diskussionen, etwa zum Thema Jugendhaus, blickte sie zurück: Man habe selbst bei starkem Gegenwind offen diskutiert und gemeinsam Lösungen gefunden.
Kritik aus dem Netz zurückgewiesen
Im Verlauf der Versammlung nahm Altenhoff-Weber auch Stellung zu anonymen Vorwürfen, die im Vorfeld über einen WhatsApp-Kanal verbreitet worden waren. Darin war unter anderem behauptet worden, die Kandidatenaufstellung sei nicht transparent erfolgt, und Mitglieder hätten im Vorfeld Anweisungen erhalten, wen sie zu wählen hätten.
Diese Vorwürfe wies sie entschieden zurück: „Jegliche anonymen Vorwürfe gegen einige unserer Mitglieder und auch gegen uns als Gemeindeverband sind aus der Luft gegriffen und völlig haltlos. Man kann keine Transparenz fordern und nicht mit Namen dahinterstehen.“

Persönliche Einordnung der Betroffenen
Bernhard Bölker selbst äußerte sich gelassen zu seiner Nicht-Wahl: „„Nein, enttäuscht bin ich nicht. Ich habe über 30 Jahre Politik gemacht, und ich finde, auch keine schlechte“, sagte Bölker nach der Wahl – und setzte damit selbstbewusst einen demokratischen Schlusspunkt unter einen langen Abend.“ Auch zu den anonymen Vorwürfen bezog er Stellung: „Das ist alles völlig haltlos und entspricht überhaupt nicht der Wahrheit.“
Frank Weißkirchen unterstrich in einem kurzen Statement nach der Wahl die demokratische Bedeutung der Versammlung: „Es wird immer so auf unserer Demokratie rumgetrampelt – hier erlebten wir sie hautnah.“




























