Die Neugestaltung der Raesfelder Ortsmitte nimmt konkrete Formen an. Der Gemeinderat stimmte nun dem ersten Teilabschnitt zu, der unter anderem die Umgestaltung des Kirchplatzes und die Teilverlegung der Borkener Straße umfasst.
Durch die Maßnahme wird sich das Ortsbild in den nächsten Jahren grundlegend verändern. Auch die Gestaltung des jüdischen Gedenksteins rückt stärker in den Fokus.

Tempo-20-Zone und Teilverlegung der Borkener Straße
Die Borkener Straße soll zwischen Marbecker Straße und Alexanderstraße neu gestaltet werden. Künftig gilt in diesem Abschnitt Tempo 20. Im Bereich der Kirche ist ein Grünstreifen geplant, der die Fahrbahn teilt. Zudem entsteht eine sogenannte Aufpflasterung – eine bauliche Erhöhung auf der Straße, die das Tempolimit optisch unterstreicht. Insgesamt gliedert sich das Projekt in sechs Bauabschnitte.

Rat stimmt erster Ausführungsplanung mehrheitlich zu
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung dem ersten Teilabschnitt der Neugestaltung zugestimmt. Dieser umfasst den Bereich rund um den Kirchplatz sowie die Fläche vor dem neuen Begegnungszentrum Martinus-Haus.
Zuvor hatte der Hauptausschuss die Entscheidung getroffen, damit die Fraktionen beraten konnten. Die Zustimmung im Rat fiel schließlich mehrheitlich aus. Karl-Heinz Tünte (CDU) und Helmut Hellenkamp (SPD) und Thomas Fortmann (SPD) stimmten dagegen.
Karl-Heinz Tünte begründete sein Nein so: „Ich kann mich nicht der Meinung meiner Fraktion und der Verwaltung anschließen und Stimme deshalb gegen die Pläne mit Nein.“ Er sehe in der aktuellen Planung keine echte Verbesserung, insbesondere nicht im Bereich der Borkener Straße und am Froschbrunnen. Sorgen bereiteten ihm vor allem der Wegfall von Parkplätzen.

Gedenkstein soll präsentiert werden
Grünen-Fraktionsvorsitzender Henry Tünte brachte in der Sitzung mehrere Anregungen ein. Besonders wichtig sei ihm, dass an der geplanten Mobilstation eine digitale Anzeige installiert werde, die die tatsächliche Ankunftszeit des Busses anzeigt – nicht nur den Fahrplan. „Ich will wissen, wann der Bus kommt, nicht wann er geplant kommt“, betonte er und erinnerte damit an eine Forderung, die bereits im Planungsausschuss diskutiert worden war.
Darüber hinaus regte Tünte an, im Ortskern einen öffentlichen Trinkwasserspender zu installieren. Auch der jüdische Gedenkstein an der St.-Martin-Kirche war ihm ein Anliegen. Das Umfeld soll offener gestaltet werden, damit der Gedenkstein nicht weiter ein „Schattendasein“ hinter Mülltonnen führe.
Bauamtsleiter Bern Roters griff diesen Punkt auf und kündigte an, den Platz zur Straße zu öffnen. Die Hecke wird entfernt, die Mülltonnen aus dem Bereich verschwinden. Und, so Roters, sei ein Trinkwasserspender auf dem Kirchplatz vorgesehen.

Weitere Neuerungen: Bushaltestellen und Mobilstationen
Zusätzlich plant die Gemeinde neue Unterstände an den Bushaltestellen sowie Mobilstationen mit Fahrradständern. Die Haltestelle an der Borkener Straße soll sich künftig optisch an den geplanten Mobilpunkten am Rathaus und an der Silvesterstraße in Erle orientieren.
Rückmeldungen aus der Bürgerschaft flossen in Planung ein
Bereits im September 2024 hatte die Verwaltung dem Planungsausschuss die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft vorgestellt. Anschließend Beauftragter des Ausschusses für die Konkretisierung der Pläne. Im März 2025 präsentierte die Verwaltung dem Bau- und Umweltausschuss die überarbeitete Ausführungsplanung für den ersten Teilabschnitt.



























