Beim traditionellen Karnevalsgottesdienst in Raesfeld verband Pfarrer Dr. Fabian Tilling gekonnt Glauben mit der fröhlichen Tradition des Karnevals. In seiner Predigt spiegelte sich die besondere Atmosphäre dieser Zeit wider: eine Mischung aus Humor, Nachdenklichkeit und gemeinschaftlichem Feiern.
Mit rhetorischer Leichtigkeit nutzte er karnevalistische Elemente, um eine tiefere Botschaft zu vermitteln. Er greift die Tradition des Humors auf, ohne dabei den Ernst des Glaubens zu verlieren.

Witz und Weisheit gingen Hand in Hand , wenn er darauf hinwies, dass das Lachen nicht nur Freude bringt, sondern auch verbindet und manchmal sogar ein Spiegel für gesellschaftliche und persönliche Themen sein kann.
Miteinander und Toleranz – auch im Karneval
Ein zentrales Motiv seiner Rede war der Wert des Miteinanders und der Toleranz – Tugenden, die im Karneval ebenso wichtig sind wie im christlichen Glauben. Die Botschaft: Freude am Leben und am Glauben schließen sich nicht aus, sondern gehören zusammen.
Dabei wurde auf eine verständliche, lebendige Sprache gesetzt, die das Publikum mitnahm. Anspielungen auf aktuelle Themen , humorvolle Wortspiele und traditionelle Elemente des Karnevals sorgen dafür, dass seine Worte nicht nur gut ankamen, sondern auch zum Nachdenken anregten.
Mit einem herzlichen „Helau und Amen“ endete eine Predigt, die die Festgemeinde gleichermaßen erheitert wie inspiriert zurückließ.
Liebe Schwestern, liebe Brüder,
Heute sehen wir uns wieder
gut gelaunt im Kirchenschiff,
der RCV hat’s voll im Griff.
Mit Garde, Musik, Prinzenpaar,
Vorstand, Jecken, Gläubigenschar
beten wir und singen froh –
dem lieben Gott gefällt es so.
Wo Menschen sich freun, schunkeln, lachen
vergessen sie kurz mal die trüben Sachen.
Insofern ist Karneval-Feiern gesund,
mit Wackelkontakt und Kamelle im Mund.
Ich schaue heute zurück und bin ganz schnell
bei so manchem Fernsehduell.
Man diskutiert und – ach du Schreck –
am Ende steht der Faktencheck.
Ihr kennt das vielleicht von zuhaus:
Du führst mit Überzeugung aus.
„Das Lied is von de Höhner –
Keiner singt es schöner.“
Doch gleich haben andre das Handy gezückt
und dich mit einer Belehrung beglückt.
„Ganz falsch liegt du“, sagen sie keck:
„Brings war’s“ sagt der Faktencheck.
Denk erst nach, bevor du lobst,
atme durch, bevor du tobst.
Die Lesung heute kommt uns Eck
mit einem inneren Faktencheck.
Prüfe erstmal eine Weile
deine ersten Vorurteile;
hinzuhören sei bereit,
gib dem Gegenüber Zeit.
Was du sagst, schick durch ein Sieb
und schau hin, was übrig blieb:
Feiner Sand, hilfreich und nützlich,
vor den groben Resten schütz dich.
Die alten Griechen waren’n so frei
und nutzten diese Siebe drei:
schau, ob es wahr ist, nützlich und gut,
ob diese Info zur Sache was tut.
Willst du wachsen in der Liebe,
Probiere doch mal dieses Siebe,
einen Faktencheck zu wagen,
um wirklich feine Dinge zu sagen.
Die eine sagt sofort: „Ich check’s“,
dem anderen ist es zu komplex,
auch letzterer mag nicht verzagen, wohlwissend…
dass gerade Betrunkene und Kinder die Wahrheit sagen.
Drum feiern wir heute mit Gottes Segen
fröhlich dem Rosenmontag entgegen.
Seid immer willkommen in Gottes Bau –
so sag ich Amen und Helau!



























