StartPolitikCDUWolfsrisse in Raesfeld: CDU fordert klare Antworten vom Landesamt

Wolfsrisse in Raesfeld: CDU fordert klare Antworten vom Landesamt

Veröffentlicht am

Fraktionsvorsitzender der CDU Raesfeld Bernhard Bölker. Foto: Petra Bosse

Wolfsangriffe in Raesfeld sorgen für wachsende Unruhe – CDU-Fraktionschef Bernhard Bölker fordert Unterstützung vom Landesamt für Umwelt und Natur (LANUV).

Die Präsenz des Wolfs wird in der Gemeinde Raesfeld (Förderkulisse Westmünsterland) immer deutlicher spürbar. Allein an einem einzigen Tag wurden mindestens sechs Sichtungen gemeldet – teils in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern und sogar am Abend in der Nähe von Mülltonnen. Diese Vorfälle verstärken die wachsende Unsicherheit der Bürgerinnen und Bürger, die sich fragen, wie sie mit der zunehmenden Aktivität des Raubtiers.

Politik sucht Lösungen

Angesichts der zunehmenden Verunsicherung in der Bevölkerung hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Böker die Initiative ergriffen und eine Anfrage an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) gestellt. In seinem Schreiben fordert er klare Handlungsempfehlungen und Unterstützung, um sowohl die Sicherheit der Bürger als auch den Schutz der regionalen Tierhaltung.

Wolf-Risse-in-Raesfeld
Foto: Bürgerforum Gahlen Wolf

31 Schafe in weniger als einem Jahr gerissen

Seit dem 26. Januar 2024 wurden in Raesfeld und Umgebung insgesamt 31 Schafe durch Wölfe getötet oder so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Weitere Vorfälle blieben, so Bölker, oft ungemeldet, da betroffene Schafhalter den bürokratischen Aufwand scheuen. Besonders beunruhigend sei, dass selbst Schutzmaßnahmen, wie 120 cm hohe Zäune, oft nicht ausreichen. In einigen Fällen seien sogar höhere Zäune von den Wölfen überwunden worden.

Wolf an der B224 in Raesfeld-Erle
Wolfssichtung B22. Auszug aus einem WhatsApp-Video

Angriffe in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten

Ein wachsendes Problem ist die Nähe der Wolfsrisse zu Wohnhäusern. So wurden Schafe nur 20 Meter entfernt von einem Neubaugebiet getötet (wir berichteten). Auch im Außenbereich häufen sich die Vorfälle, bei denen Wölfe direkt an Wohnhäusern oder Gewerbebauten Tiere angreifen. Besonders auffällig ist das Verhalten zweier Wölfe mit den Kennungen HW01 GW3616m und der Wölfin Gloria mit der Kennung HW02 GW954f, die mehrfach in der Region gesichtet und nachweislich in Rissvorfällen verwickelt waren.

Wolf Raesfeld
Längs der B224 läuft der Wolf, trotz hohem Verkehrsauskommen in den Morgenstunden. Foto: WhatsApp Video

Gefährdung von Mensch und Natur

Die zunehmenden Wolfsbeobachtungen verstärken die Unsicherheit in der Gemeinde. Allein am 24. Oktober 2024 wurde vermutlich derselbe Wolf sechs Mal in Raesfeld und Umgebung gesichtet – unter anderem in unmittelbarer Nähe einer Kindergartengruppe, die sich regelmäßig in einem Wäldchen östlich der Gemeinde aufhält. Aus Sicherheitsgründen sei der Aufenthalt der Kinder dort inzwischen eingestellt worden.

Die Folgen der Wolfspräsenz seien, so Bölker, auch wirtschaftlich spürbar: „Erste Schafhalter denken darüber nach, ihre Tierhaltung aufzugeben. Ein Halter hat diesen Schritt bereits vollzogen“. Gleichzeitig stelle, eine umfassende Einzäunung mit hohen Schutzvorrichtungen eine Belastung für das Landschaftsbild dar und gefährde die traditionelle Weidehaltung.

Wolf spaziert über die B224 in Raesfeld-Erle
Wolf läuft über die B224. Foto: WhatsApp Video

CDU-Fraktion fordert Antworten

Die Ungewissheit über den Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation stelle auch die Kommunalpolitik vor Herausforderungen. „Wir werden immer gefragt, wie man sich bei einer Begegnung mit einem Wolf verhalten soll und wie es langfristig weitergehen soll“, erklärt Bernhard Bölker. Die Politik vor Ort habe jedoch keine Entscheidungshoheit in dieser Frage, betont er. Ziel sei es, den Bürgerinnen und Bürgern klare und zufriedenstellende Antworten geben zu können.

Direkt am Haus und wo auch die Kinder spielen, jagte der Wolf die Schafe über die Weide und ums Haus. Foto: Petra Bosse

Mit Nachdruck fordert Bölker und der Gemeindeverband der CDU Raesfeld-Erle-Homer daher Unterstützungs- und Handlungsempfehlungen vom Landesamt. „Deshalb bitten wir Sie um Ratschläge, wie wir mit dem Thema umgehen können“, so sein Appell. Die CDU-Fraktion hofft auf eine baldige Klärung, um die Situation für Mensch und Tier in der Region nachhaltig zu verbessern.

LETZTE BEITRÄGE

Heico Nickelmann: 30 Jahre „Rebecca“ und ein Konzert zwischen den Jahren

In Raesfeld ist Heico Nickelmann kein Unbekannter. Seit Jahren steht der Liedermacher und Sänger auf der Bühne. Am Sonntag, 27. Dezember 2026, feiert er mit...

RCV Raesfeld: Neues Prinzenpaar, neuer Vorstand und Abschied von Walli

Raesfelder Karnevalsvereins (RCV) für die Session 2026/2027. Bei der Generalversammlung am Freitagabend (16. Oktober) im Haus Martinus in Raesfeld stellte der Verein die beiden vor....

Gemeinde Raesfeld ehrt Ulrich Junker und Bernhard Kösters

Die Gemeinde Raesfeld hat Ulrich Junker für 40 Jahre und Bernhard Kösters für 25 Jahre im öffentlichen Dienst geehrt. Bürgermeister Dirk Kuhmann überreichte den beiden...

Neue Wirtschaftsförderin in Raesfeld: Sabrina Greiwe hat viel vor

Mit 39 Jahren noch einmal beruflich neu anfangen, Vertrautes hinter sich lassen und eine neue Herausforderung annehmen: Sabrina Greiwe hat diesen Schritt gewagt. Seit Anfang...

Klick mich