Rettungsmedaille für Helden und Heldinnen unserer Tage – Schülerin verhindert Amoklauf

Die Landesregierung zeichnete in der Zeche Zollverein insgesamt 27 Lebensretter mit der Rettungsmedaille aus. Insgesamt wurde die Medaille seit 1951 für Taten verliehen, bei denen Retterinnen und Retter die Gefahr für das eigene Leben nicht scheuten, um andere Menschen aus einer lebensbedrohlichen Lage zu retten.  Dazu gehörte auch die 17-jährige Schülerin Anna Petrova, die mit ihrem Einsatz das Leben vieler Schülerinnen und Schüler rettete.
Die Medaille zählt zu den am seltesten vergebenen staatlichen Ehrungen und wurde in den 59 Jahren nur rund 1000 Mal verliehen.

Der Amok-Lauf einer 16-jährigen Schülerin des Albert-Einstein Gymnasiums in Stankt Augustin ging am 11. Mai 2009 durch alle Medien. Wir erinnern uns an alle noch mit Grauen, dass die Amokläuferin sich hierfür mit einem Schwert, einer Schreckschusspistole und elf Molotowcocktails bewaffnet und in der Mädchentoilette der Schule versteckt hatte.

Was wir nicht wissen ist, war der Einsatz von Anna Petrova. Als die 17-jährige Schülerin während einer Klassenarbeit gegen 9 Uhr auf die Toilette gehen will, geschieht dann das Entsetzliche: Die maskierte Täterin springt ihr auf dem Schulflut entgegen und versucht mit dem Schwert auf sie einzustechen. Anna Petrova ergreift in Todesangst mit beiden Händen die Klinge des Schwertes, um den Angriff abzuwehren. Dabei erleidet sie schwerste Verletzungen an ihren Händen; Sehnen, Nerven und Muskeln wurden durchtrennt. Durch ihre lauten Hilferufe aufmerksam geworden, stürmt nun ein Lehrer zum Tatort. Durch diese Ablenkung und Dank ihrer heftigen Gegenwehr lässt die Angreiferin schließlich von Anna Petrova  ab. Blutüberströmt flüchtet Anna Petrova ins Sekretariat. Von dort werden Polizei und der Notarzt alarmiert. Anna Petrova wird vom eintreffenden Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht und fast sechs Stunden operiert. Noch heute leidet sie an den Folgen der Verletzung. Die Amokläuferin flieht zunächst aus der Schule, stellt sich am Abend aber selber der Polizei. Fortsetzung folgt

(Fotos: Petra Bosse)