StartGemeinde RaesfeldNegative Entscheidung im Rat: Kein Schlossgemeinde-Zusatz für Raesfeld

Negative Entscheidung im Rat: Kein Schlossgemeinde-Zusatz für Raesfeld

Veröffentlicht am

Symbolfoto: Petra bosse

In der heutigen Ratssitzung wurde klar: Raesfeld wird nicht den Beinamen „Schlossgemeinde“ erhalten.

Der Antrag der CDU-Fraktion fand nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit, so dass Raesfeld ohne diesen zusätzlichen Titel bleibt.

Kontroverse Meinungen prägten die Diskussion

Laut Antrag der CDU-Fraktion sollte der Zusatz Raesfeld eine zusätzliche Identität verleihen, die sowohl die historische als auch die aktuelle Bedeutung widerspiegelt. Andere Gemeinden wie Heiden seit Ende 2023 („Düwelsteen-Gemeinde“) und Haltern am See haben bereits solche Zusätze, die ihre Besonderheiten hervorheben. Raesfeld hingegen wird auf diesen Marketingschub verzichten müssen.

Geschätzte Kosten

Die Gemeindeverwaltung war eigentlich zu diesem Schritt bereit. Einzige Hürde war die Zustimmung des Kreises Borken, die laut Jörg Heselhaus (Verwaltung) bereits positiv ausfiel. Die Kosten dafür hätten sich für neue Ortstafeln 75 Euro pro Stück, Aufkleber um die 25 Euro belaufen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Raesfeld befinden sich 34 Ortstafeln, so dass mit Gesamtkosten von 2.550 € für neue Schilder bzw. 850 € für Aufkleber zu rechnen gewesen wäre.

Bernhard Bölker, Fraktionsvorsitzender der CDU, hob die Attraktivität des Schlosses hervor und sah in der Bezeichnung „Schlossgemeinde“ ein Potenzial, noch mehr Besucher anzulocken. „Es könnten noch mehr werden, weil die Gemeinde als Schlossgemeinde deutlich herausgestellt wird“, so Bölker.

Gegenstimmen aus verschiedenen Fraktionen

Volker van Wasen, Fraktionsvorsitzender der UWG, sprach sich deutlich gegen diesen Vorschlag aus. „Was soll das bringen?“, fragte er. Er bezweifelte den Nutzen der Zusatzbezeichnung und kritisierte die hohen Kosten. „Jetzt so viel Geld für etwas auszugeben, was nicht zwingend notwendig ist, halte ich nicht für zwingend notwendig. Außerdem wissen die Touristen, dass wir hier eine Burg haben“, so van Wasen. Er bezeichnete den Antrag als „Schaufensterantrag“ und bezweifelte auch die Vollständigkeit der angegebenen Kosten von rund 2.550 Euro.

Fraktionsvorsitzender Christoph Stephan von der FDP schloss sich der Meinung van Wasens an. „Wir sehen den Mehrwert nicht, er erschließt sich mir auch touristisch nicht. Das kostet viel mehr, als es der Gemeinde bringt“, so Stephan, der den Antrag ebenfalls ablehnte.

Gemischte Gefühle und enttäuschte Erwartungen

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Rybarczyk und Henry Tünte von den Grünen enthielten sich der Stimme, was die Ambivalenz im Rat widerspiegelt. Rybarczyk gab zu, hin- und hergerissen zu sein.

Bölker zeigte sich vom Ergebnis enttäuscht. „Damit haben wir nicht gerechnet. Wir hielten die Kosten für tragbar“, so Bölker. Trotz seiner Hoffnungen stimmten sechs Fraktionen gegen den Antrag und sechs enthielten sich, so dass die notwendige Zweidrittelmehrheit verfehlt wurde.

LETZTE BEITRÄGE

Mit dem Chor ins Fernsehen: ARD sucht Stimmen aus der Region

Ob Kirchenchor in Raesfeld, Kinderchor in Erle oder Gospelensemble aus der Umgebung: Chorgemeinschaften aus der Region können sich für die ARD-Aktion „Wir singen! Weihnachten in...

Duo „Klangwelten“ spielt im Preen’s Hoff in Erle

Stimme trifft auf Vibraphon: Das Duo „Klangwelten“ tritt am Freitag, 6. November 2026, um 19 Uhr im Preen’s Hoff in Erle auf. Der Kulturkreis Schloss...

Neue Bürgermeisterin von Winterswijk besucht Borken

Wie wollen Borken und Winterswijk ihre Zusammenarbeit weiterentwickeln? Darüber haben sich Winterswijks neue Bürgermeisterin Baukje Dijkstra und Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing im Borkener Rathaus...

Blitzer in Erle: Autofahrer mit 50 statt 30 km/h unterwegs

Bei einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Schermbecker Straße in Raesfeld-Erle hat die Polizei einen Autofahrer mit 50 km/h gemessen. Erlaubt sind dort nur noch 30 km/h....

Klick mich