Ärzte bildeten sich auf Einladung des Kreises Borken weiter / Antibiotika-Resistenzen vermeiden
Kreis Borken (pd). Wer ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis aufsucht, der kommt mit dem Wunsch der Heilung. Damit sich Patienten und Personal in Hospital oder Praxis nicht zusätzliche Infektionen holen, ist größte Hygiene gefordert. Wie sich das Auftreten besonders widerstandsfähiger Keime in Operationssälen und Krankenzimmern verhindern lässt, darüber haben sich jetzt in Borken rund 80 Ärzte und Hygienebeauftragte informiert. Der Fachbereich Gesundheit des Kreises Borken hatte in Kooperation mit den Krankenhäusern aus der Region und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe zu der Fortbildung eingeladen.
Unter den Teilnehmern waren niedergelassene Ärzte, Mediziner und Hygienebeauftragte aus Krankenhäusern. Die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit des Kreises Borken, Annette Scherwinski, begrüßte die Gäste und skizzierte die Erfolge der vergangenen Jahre. Der Fachbereich Gesundheit engagiert sich in der Initiative „EurSafety-Health-net“, in der Experten aus dem deutsch-niederländischen Grenzraum zusammenarbeiten, um das Auftreten multiresistenter Keime, die auch auf den Einsatz von Antibiotika nicht reagieren, möglichst zu verhindern.
„Neben der regelmäßigen Weiterbildung des medizinischen Personals ist die genaue Überwachung des Einsatzes von Antibiotika ein wichtiges Instrument“, erklärte Annette Scherwinski. Denn werden Antibiotika nicht nur in wirklich notwendigen Fällen eingesetzt, können schneller Resistenzen entstehen. Um Ansteckungen und damit auch den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, sind die Eingangskontrollen in den Krankenhäusern der Region in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt worden. Risikopatienten, unter anderem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, werden jetzt schon bei der Aufnahme getestet, ob sie einen multiresistenten Keim in sich tragen. Ist das der Fall, werden sie getrennt von anderen Patienten behandelt.
In den 38 beteiligten Krankenhäusern aus dem Münsterland, darunter neun aus dem Kreis Borken, ist die Zahl dieser Eingangsuntersuchungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Lag der Anteil im Jahr 2007 bei ca. 10 Prozent, kletterte er bis 2009 auf ca. 30 Prozent. Dadurch konnte ein weiterer Anstieg der im Krankenhaus erworbenen Infektionen verhindert werden.
Der Hauptreferent des Abends Dr. Peter Walger, leitender Oberarzt der internistischen Intensivstation der Universitätsklinik Bonn, sprach zu dem Thema „Gibt es unbehandelbare Infektionen?“. Die Mikrobiologin
Dr. Barbara Heinemann konnte erste Ergebnisse aus einer Studie zur Antibiotikaresistenz im ambulanten Bereich beitragen und Andreas Kintrup als Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe informierte über Abrechnungsmodalitäten bei den niedergelassenen Ärzten.
Weitere Informationen zum „EurSafety-Health-net“ gibt es im Internet unter www.eursafety.eu. Ansprechpartnerinnen im Fachbereich Gesundheit des Kreises sind die Ärztinnen Annette Scherwinski, Tel.: 02861/821161, und Annette Winkler, Tel.: 02561-912134.



























